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Themenseite - Wirtschaftsbranchen

Energieversorgung

Einleitung

Braunkohlekraftwerk zum Branchenfokus Energieversorgung; Quelle: istockphoto.com/ MichaelUtech

© istockphoto.com/ MichaelUtech

Die Unternehmen der deutschen Strom- und Gaswirtschaft gewährleisten eine sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung mit Strom und Gas. Umfangreiche und grafisch aufbereitete Energiedaten zur Bundesrepublik Deutschland finden Sie auch hier.

Die Marktstruktur der Stromversorgung hat sich mit der Liberalisierung der leitungsgebundenen Energien Strom und Erdgas im Jahre 1998 deutlich verändert. Die Stromwirtschaft ist pluralistisch strukturiert; in Deutschland gab es 2016 1.594 Betriebe in der Elektrizitätsversorgung. Mit der European Energy Exchange AG (EEX) besteht seit 2002 eine einheitliche Strombörse in Deutschland.

Die in Deutschland installierten Kraftwerkskapazitäten betrugen laut BNetzA im März 2017 ca. 205 GW. Sie umfassen einen breiten Brennstoffmix, bei dem der Anteil der erneuerbaren Energien mit etwa 48 Prozent dominiert. Etwa 5 Prozent der Kraftwerkskapazitäten sind Kernkraftwerke. Deutschland hat sich für einen schnellen Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie entschieden. Zurzeit tragen noch 8 Reaktoren zur Stromerzeugung bei. Sie werden im Laufe des nächsten Jahrzehnts schrittweise stillgelegt - zuletzt wurde das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld abgeschaltet. 2016 deckte der Strom aus erneuerbaren Energien bereits 31,7 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs.

Der deutsche Stromverbrauch in Höhe von gegenwärtig etwa 594,7 TWh kann im Prinzip vollständig mit den im Inland installierten Kraftwerkskapazitäten gedeckt werden. Größte Stromverbrauchergruppe ist die Industrie. Zweitgrößte Verbrauchergruppe sind die rund 40 Millionen Haushalte in Deutschland.

Der Stromimport mit den Nachbarländern betrug in 2016 27 TWh. Ausgeführt wurde Strom in Höhe von 80,7 TWh. Demzufolge betrug das Stromimportsaldo -53,7 TWh.

Die Branche beschäftigte in der Stromversorgung im Jahre 2016 über 119.000 Mitarbeiter (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Weiterführende Informationen

Rund 596 Betriebe mit circa 16.000 Beschäftigten versorgen Bevölkerung, öffentliche Einrichtungen, Handel und Gewerbe vorrangig zu Heizzwecken mit Wärme (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2017). Darüber hinaus wird von diesen Unternehmen - insbesondere aber auch von Industrieunternehmen - Wärme für Prozesszwecke bereitgestellt.

Die Wärmeerzeugung erfolgt in Heizkraftwerken und Heizwerken sowie in dezentralen Anlagen unterschiedlicher Größenordnung. teilweise besonders umweltschonend und energiesparend durch die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung erfolgt die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme.

Der Wärmeanschlusswert betrug in 2015 insgesamt rund 51.400 Megawatt (MW). Die Gesamtwärmenetzeinspeisung betrug in 2015 etwa 471,4 Petajoule (PJ).

Die Gaswirtschaft Deutschlands ist eine der "Infrastrukturindustrien".
Sie ist dreistufig und privatwirtschaftlich auf folgenden Ebenen organisiert:

  • Produktion und Import
  • Fortleitung und Weiterverteilung
  • Endverteilung

In den 1016 Betrieben der Gasversorgung waren 2016 34.286 Beschäftigte tätig (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Weitere Informationen zur Gasversorgung finden Sie hier.

Weiterführende Informationen

Die Mineralölwirtschaft in Deutschland ist seit langem liberalisiert. Sie gliedert sich in Gewinnung, Verarbeitung und Vertrieb.

Im Bereich der inländischen Erdöl- und Erdgasgewinnung waren im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2.854 Beschäftigte tätig. Die deutsche Inlandsförderung trug in 2016 mit etwas mehr als 2 Prozent zur heimischen Rohölversorgung bei. Der Schwerpunkt der heimischen Erdöl- und Erdgasgewinnung liegt in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Unternehmen haben sich im Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) zusammengeschlossen.

Die Mineralölverarbeitung erfolgt in Deutschland in 13 Raffinerien mit einer Rohölverarbeitungskapazität von 102,2 Millionen Tonnen. Mit einer Raffinerieerzeugung von insgesamt rd. 104 Millionen Tonnen ist Deutschland der größte Raffineriestandort und Mineralölmarkt in der EU. Eigner der Raffinerien sind zumeist international tätige ausländische Energiekonzerne, die im Mineralölwirtschaftsverband e. V. (MWV) organisiert sind. Aufgrund des im Trend abnehmenden Verbrauchs an Mineralölprodukten und zunehmender außereuropäischer Konkurrenz wurden in den vergangenen Jahren sowohl Raffinerien verkauft als auch stillgelegt. Direkt beschäftigt waren in der Mineralölverarbeitung in Deutschland im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 16.750 Personen. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Dieselkraftstoff, Ottokraftstoff, Heizöl, Flugkraftstoff sowie Rohbenzin, das in der Petrochemie eingesetzt wird.

Zur Herstellung dieser Erzeugnisse wurden 2016 91,2 Millionen Tonnen Rohöl importiert sowie 2,36 Millionen Tonnen in Deutschland gefördert. Zusätzlich werden auch Fertigerzeugnisse international gehandelt. Im Jahr 2016 wurden 38,8 Millionen Tonnen nach Deutschland eingeführt und 22,8 Millionen Tonnen exportiert. Ein erheblicher Anteil dieses internationalen Handels - beim Diesel- und Heizölimport ca. die Hälfte - erfolgt durch konzernunabhängige Energiehändler, die nicht über eigene Verarbeitungskapazitäten verfügen und überwiegend im Außenhandelsverband für Mineralöle und Energie e. V. (AFM+E) organisiert sind. Der Handel dient auch dazu, die Unterschiede zwischen Verbrauchs- und Produktionsstruktur bei den Mineralölprodukten auszugleichen.

Zwischen Import bzw. Produktion von Erdölerzeugnissen und der Lieferung an Endkunden oder Tankstellen wird die in Deutschland flächendeckend vorhandene Tanklagerinfrastruktur genutzt. Insgesamt gibt es rund 50 Zwischentankläger unterschiedlicher Größe für die Tankstellenversorgung sowie darüber hinaus rund 250 zumeist kleinere Läger, die insbesondere der lokalen Versorgung mit leichtem Heizöl (HEL) dienen; viele der Unternehmen sind Mitglied im Unabhängigen Tanklagerverband e. V. (UTV), der damit rund 12 Mio. m³ der verfügbaren Lagerkapazität zur Verfügung stellt.

Der Vertrieb an Endkunden erfolgt über Tankstellen und den Brennstoffhandel. Zum 1. Juli 2016 gab es in Deutschland rd. 14.200 öffentlich zugängliche Straßen- und 355 Autobahntankstellen. An über 6.500 Stationen kann Autogas und an etwa 900 Stationen Erdgas getankt werden. Neben den großen Mineralölgesellschaften sind zahlreiche konzernunabhängige Unternehmen im Kraftstoffmarkt tätig: Die im Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. (UNITI) [uniti.de] organisierten Unternehmen betreiben nach eigenen Angaben rund 6.000 Stationen, die Unternehmen des Bundesverbandes freier Tankstellen (bft) ca. 2.300 der Straßentankstellen.

Ein Großteil der mittelständischen Unternehmen im Handel mit Heizöl und festen Brennstoffen ist seit 2009 in dem auf Bundesebene gemeinsam mit dem Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels e.V. (gdbm) organisierten Bundesverband UNITI vertreten. Im Jahr 2014 fusionierte UNITI dann mit den Regionalverbänden Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels Region West e.V (gdbm West), Nord e.V. (gdbm Nord) und dem Mitteldeutschen Handelsverband für Brennstoffe, Mineralöle und Energieservice e.V. (MHV) sowie mit dem Bayerischen Brennstoff- und Mineralölhandels-Verband e.V. (BBMV). Zum Verband gehören auch die meisten unabhängigen kleineren und großen mittelständischen Schmierstoffhersteller und -händler, deren Marktanteil bei rund 50 Prozent liegt.

Weitere Informationen zur Mineralölversorgung finden Sie hier.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

  • hat innerhalb der Bundesregierung die Federführung für die Rechtsetzung im Bereich der leitungsgebundenen Energien Strom, Fernwärme und Gas (einschließlich der Umsetzung von EU-Richtlinie auf diesen Gebieten in nationales Recht); dies umfasst auch die Rechtsetzung zu erneuerbaren Energien.
  • wirkt an der Rechtsetzung in den Bereichen Atom- und Strahlenschutz innerhalb der Bundesregierung mit.

Weiterführende Informationen

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