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Themenseite - Wirtschaftsbranchen

Maritime Wirtschaft

Einleitung

Quelle: istockphoto.com/Fabian Wentzel

© istockphoto.com/Fabian Wentzel

Für ein außenhandelsorientiertes Land wie Deutschland ist eine leistungsstarke, international wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Der maritimen Wirtschaft kommt für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland und für die Sicherung von Wachstum und Beschäftigung eine Schlüsselrolle zu.

Ziel von Wirtschaft und Politik ist es deshalb, eine strukturell stark aufgestellte maritime Wirtschaft in Deutschland zu sichern, die ihre Potenziale ausschöpft.


Die maritime Wirtschaft gehört mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund 50 Milliarden Euro zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Sie wird geprägt durch eine moderne, vielfach auf Hochtechnologie-Produkte spezialisierte Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie mit überwiegend starken Positionen im weltweiten Wettbewerb, international führende Schifffahrtsunternehmen, insbesondere im Bereich der Containerschifffahrt, eine leistungsfähige Hafenwirtschaft und Logistik sowie eine innovative meerestechnische Industrie und renommierte maritime wissenschaftliche Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen.

Die Teilbereiche der maritimen Wirtschaft bleiben trotz eines schwierigen globalen Marktumfelds Zukunftsbranchen. Energiewende, Klima- und Umweltschutz, Rohstoffversorgung - zu diesen zentralen Zukunftsfragen kann die maritime Wirtschaft wichtige Antworten geben. Seeschifffahrt, Häfen, Schiffbau und Schiffbauzulieferindustrie, die Meerestechnik, die Offshore-Windenergie sowie maritime Forschung und Entwicklung gehören deshalb weiterhin zu den Kernbereichen unseres nationalen maritimen Interesses. Durch eine integrative maritime Politik sollen Beschäftigung, Wertschöpfung und Ausbildung gesichert und der maritime Standort Deutschland gestärkt werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett am 11. Januar 2017 die vom ehemaligen Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, vorgestellte Maritime Agenda 2025 beschlossen. Mit der ressortübergreifenden Strategie setzt die Bundesregierung einen langfristig angelegten Rahmen für eine konsequente Zukunftspolitik zur Stärkung des maritimen Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Maritime Agenda 2025 enthält einen Maßnahmenkatalog für neun Handlungsfelder der maritimen Wirtschaftspolitik. Zur Sicherung der Technologieführerschaft und Erschließung von Wachstumsmärkten soll gemeinsam mit der Wirtschaft eine Roadmap zur künftigen Ausrichtung der anwendungsorientierten Forschungsförderung und zur Stärkung der Innovationskompetenz der stark mittelständisch geprägten Branche erarbeitet werden. Einen Schwerpunkt bildet der Bereich Digitalisierung: So sollen unter anderem der Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandanschlüsse insbesondere auch in den Häfen vorangetrieben und entsprechende Leuchtturmprojekte (u.a. Echtzeitdienste in der Navigation) gefördert werden.

Die Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft war auch das Schwerpunktthema der Zehnten Nationalen Maritimen Konferenz am 4. April 2017 in Hamburg. Um das Thema Nachhaltigkeit im Seeverkehr zu stärken, wird die Bundesregierung außerdem die Einführung klimafreundlicher Kraftstoffe und Antriebstechnologien für Schiffe gezielt fördern. Gleichzeitig sieht die Maritime Agenda vor, Regelungen zum Umweltschutz auf internationaler Ebene zu entwickeln, um Wettbewerbsverzerrungen für die Branche zu vermeiden.

Die Bereiche der maritimen Wirtschaft, insbesondere der Schiffbau, die Seeschifffahrt und die Hafenwirtschaft sind aufs Engste mit der Weltwirtschaft und der Entwicklung des Weltseehandels verflochten. Die daraus resultierenden Interdependenzen machen sie im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen aber besonders empfindlich gegenüber weltwirtschaftlichen Veränderungen und Konjunkturschwankungen. Dies spiegelt sich in den Branchenentwicklungen der zurückliegenden Jahre deutlich wider.

Bis Ende 2008 war die maritime Wirtschaft im Zuge der wachsenden Weltwirtschaft und des dynamisch steigenden Welthandels durch einen lang anhaltenden konjunkturellen Aufschwung geprägt. Die Werften verzeichneten einen ausgeprägten Auftragsboom, die Schifffahrt eine überaus rege Schiffsraumnachfrage bei extrem hohen Fracht- und Charterraten und die Häfen erzielten Umschlagrekorde, vor allem im Containerbereich.

2009 kam es im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zu erheblichen Wachstumseinbrüchen in nahezu allen Bereichen der maritimen Wirtschaft.

Inzwischen hat sich der Welthandel größtenteils wieder erholt und die europäischen Häfen verzeichnen insgesamt einen moderat steigenden Güterumschlag. In der Schifffahrt hält die Krise noch an, insbesondere aufgrund eines immer noch hohen Zulaufs von Neubauten. Im Schiffbau konnte unter anderem aufgrund der Umstellung auf den Spezialschiffbau eine Erholung erreicht werden, das Marktumfeld bleibt aber schwierig.

Maritime Forschungslandkarte

Forschung und Entwicklung sind auch in der Maritimen Wirtschaft der treibende Motor für Innovationen und Grundlage für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Mit über 750 Einrichtungen ist die maritime Forschung und Entwicklung in Deutschland gut aufgestellt. Die Maritime Forschungslandkarte ermöglicht einen Überblick über das vielfältige Angebot der in Deutschland vorhandenen maritimen Forschungsstrukturen. Die Karte erfasst sowohl grundlagenorientierte Forschungsstrukturen als auch anwendungsorientierte Forschungseinrichtungen. Die Internetpräsenz ist als offene Plattform für maritime Forschungseinrichtungen konzipiert. Diese können durch ihr Engagement zu einer Erweiterung, Schärfung und Aktualisierung der dargestellten Kompetenzen beitragen. Ziel ist es, die Aussagekraft der Forschungslandkarte durch das Mitwirken der Akteure kontinuierlich zu erhöhen. Forschungseinrichtungen können Anpassungen und Ergänzungen über folgendes Formular (WORD: 42 KB) per E-Mail an Dr. Christina Möller (ch.moeller@fz-juelich.de) senden.

Entwicklung des deutschen Seeschiffbaus 2007 bis 2016 (in Milliarden Euro)

 2007200820092010201120122013201420152016
Umsatz5,57,25,37,54,65,15,06,45,15,4
Export1,83,11,94,11,82,62,032,23,33,6
Wert abgelieferte Schiffe3,14,42,64,72,02,72,12,42,32,4
Auftragsbestand15,413,39,67,48,48,59,110,11318,5
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt21.87723.63721.97519.09818.35017.92816.72917.85418.04217.692

Quelle: Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM)

Die Werften haben sich vom Bau von Standardschiffen abgewandt und sich auf Passagierschiffe, Fähren, Yachten und andere Spezialschiffe konzentriert. Während der globale Volumenschiffbau (etwa Containerschiffe) in der Krise steckt, konnten deutsche Werften mit ihrer Spezialisierung auf anspruchsvolle Nischenmärkte einen gestiegenen Auftragseingang in 2016 verzeichnen und einen Weltmarktanteil von knapp 18 Prozent hinsichtlich der Auftragswerte erzielen. Viele Schiffbauunternehmen haben die Herausforderung gemeistert, in einem schwierigen Marktumfeld strukturelle Anpassungen an die veränderten Marktverhältnisse vorzunehmen. Bei den Neubauaufträgen handelt es sich ausschließlich um technologisch anspruchsvolle Spezialschiffe.

In den Marktsegmenten der hochkomplexen Passagier- und Kreuzfahrtschiffe, Yachten, modernen Fähren und weiterer Arten von Spezialschiffen konnten die deutschen Werften durch technologische Spitzenleistungen, ausgeprägte Systemkompetenz und hohe Flexibilität ihre guten Marktpositionen halten.

Die deutschen Werften intensivieren ihre schiffbauliche Forschung und Entwicklung und Innovation mit dem Ziel, ihre Position in den Hightech-Segmenten des Passagier-, RoRo- und Spezialschiffbaus sowie des technologisch anspruchsvollen Standardschiffbaus weiter auszubauen.

Weiterführende Informationen

Die weitgehend mittelständisch geprägte deutsche Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie mit rund 400 Unternehmen und etwa 67.000 Beschäftigten erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro (2014: 11,9 Milliarden Euro). Die Exportquote lag 2015 bei 79 Prozent (2014: 74 Prozent). Die wichtigsten ausländischen Absatzmärkte der deutschen Schiffbauzulieferindustrie sind Asien (37,1 Prozent) und das europäische Ausland (30,5 Prozent). Führende Empfängerländer sind China und Korea. In beiden Ländern wächst jedoch der Wettbewerbsdruck auf ausländische Zulieferer, da die Regierungen der beiden Länder den Auf- und Ausbau einer eigenen Schiffbauzulieferindustrie zum strategischen industriepolitischen Ziel erhoben haben. Der Umsatzrückgang von 2 Prozent ist vor allem auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei Investitionen im Offshore-, Öl- und Gasmarkt aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise zurückzuführen.

Die deutsche Schiffbauzulieferindustrie ist nicht nur an der Küste, sondern deutschlandweit vertreten. Bayern und Baden-Württemberg stehen mit 22 Prozent und 19 Prozent des Branchenumsatzes bei den Bundesländern vorn, gefolgt von Hamburg (14 Prozent) und Schleswig-Holstein (13 Prozent).

Neben der Pflege der traditionellen Absatzmärkte setzt die deutsche Schiffbauzulieferindustrie verstärkt auf die Erschließung neuer Absatzmärkte insbesondere in den aufstrebenden Schwellenländern.

Gleichzeitig konzentriert die Zulieferindustrie ihr Engagement stärker auf wachstumsstarke Marktsegmente wie die Offshore-Märkte (Öl, Gas und Wind) und weitere Spezialschiffsmärkte.

Ziel der deutschen Zulieferindustrie bleibt es, den technologischen Vorsprung durch Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Innovation weiter zu erhöhen. Besonderes Marktpotenzial besteht in umweltfreundlichen Produkten und Technologien, die auch dazu beitragen können, Energie effizienter einzusetzen und Betriebskosten zu senken. Eine stark zunehmende Bedeutung gewinnen die Digitalisierung sowie die Veränderungen rund um "Industrie 4.0", die sich sowohl in zukünftigen Fertigungsmöglichkeiten auswirken, als auch neue maritime Geschäftsfelder eröffnen, die aber auch große Herausforderungen für die Branche mit sich bringen, zum Beispiel bei den Themen Datenmanagement und Datensicherheit.

Kennziffern der deutschen Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie 1)

20082009201020112012201320142015

Umsatz

(Milliarden Euro)

12,911,911,111,511,611,711,911,7
Wachstum (Prozent)8,4-7,7-6,73,5112-2,0
Beschäftigte78.00072.000 70.00070.00068.00068.000ca. 67.000ca. 67.000

1) Quelle: VDMA AG Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie

Weiterführende Informationen

Die Lage in der Seeschifffahrt wurde in den vergangenen Jahren maßgeblich durch ein Überangebot an Schiffsraum geprägt. Die hohe Zahl an Schiffsneubauten hat die Schifffahrtsmärkte zusätzlich belastet.

Die weltweite Containerschiffsflotte ist bis Mitte 2016 auf 5.222 Vollcontainerschiffe angewachsen (2014: 5.062 Schiffe). Bei den neu auf den Markt gekommenen Schiffen handelt es sich überwiegend um sehr große Containerschiffe, wohingegen vor allem kleinere Einheiten verschrottet werden. Dadurch ist die Tragfähigkeit der weltweiten Containerflotte von 18,4 Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) Ende 2014 um 7,6 Prozent auf 19,8 Millionen TEU Tragfähigkeit Mitte 2016 gewachsen.

Die deutsche Flotte schrumpfte 2015 um 299 Schiffe. Deutschland besitzt Ende 2015 mit 3.015 Handelsschiffen (Stand Ende 2014: 3.314) und einem Marktanteil von 7,9 Prozent (Ende 2014: 7,6 Prozent) die viertgrößte Handelsflotte weltweit. Davon fahren noch 351 Schiffe unter deutscher Flagge.

Im Bereich Containerschifffahrt verfügt Deutschland über rund 29 Prozent der weltweiten Containerschifffahrtskapazitäten (rund 4,63 Millionen TEU) und ist damit weiterhin international führend. Aufgrund der Überkapazitäten, vor allem bei Containerschiffen, stagnieren die Fracht- und Charterraten in den meisten Bereichen auf einem niedrigen Niveau.

Die Zurückhaltung wichtiger Banken in der Schiffsfinanzierung und der daraus resultierende Mangel an Fremdkapital hat die Lage insbesondere für kleine und mittlere Charterreedereien in Deutschland zusätzlich verschärft.

Positive Wirkungen für den Schifffahrtsstandort Deutschland gehen von der Schaffung international wettbewerbsfähiger Rahmenbedingungen aus. Beispielsweise sichert die auf insgesamt rund 90 Millionen Euro jährlich gestiegene Förderung von Ausbildung und Beschäftigung in der Seeschifffahrt das seemännische Know-how für das maritime Cluster in Deutschland.

Mittelfristig sind die Aussichten für die Seeschifffahrt trotz der bestehenden Herausforderungen gut. Der steigende Welt- und Weltseehandel und das künftig deutlich abgeschwächte Flottenwachstum dürften zu einer Annäherung von Angebot und Nachfrage nach Schiffsraum und einer sukzessiven Markterholung führen.

Weiterführende Informationen

Allgemeines

Die deutschen Seehäfen haben große regional- und gesamtwirtschaftliche Bedeutung. Sie sind für die außenhandelsorientierte deutsche Volkswirtschaft sowie für Beschäftigung und Wertschöpfung am maritimen Standort Deutschland unverzichtbar. Leistungsfähige Häfen und bedarfsgerechte Hinterlandanbindungen sind wesentliche Voraussetzungen für die maritime Logistik. Nach Erhebungen des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe sind hierzulande ungefähr 300.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt seehafenabhängig.

2015 ging der Güterumschlag der deutschen Seehäfen gegenüber dem Vorjahr leicht zurück um 2,6 Prozent auf rund 296,2 Millionen Tonnen (2014: 304,1 Millionen Tonnen).

Der Hamburger Hafen verbuchte mit einem Seegüterumschlag von 137,8 Millionen Tonnen in 2015 ein schwächeres Ergebnis als aus dem Rekordjahr in 2014 (145,7 Millionen Tonnen). Auch der Containerumschlag verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 9,3 Prozent auf 90,6 Millionen Tonnen. Damit fällt der Hamburger Hafen beim Containerumschlag im Ranking hinter Rotterdam und Antwerpen zurück. Der Massengutumschlag legte hingegen weiter zu, im Jahr 2015 um 5,8 Prozent, und erreichte einen Wert von rund 47,2 Millionen Tonnen. Für dieses Jahr wird mit einem etwa gleich bleibenden Seegüterumschlag auf rund 138 Millionen Tonnen gerechnet sowie mit rund 9 Millionen TEU. Der Rückgang im seeseitigen Containerumschlag ist auf die rückläufigen Umschlagsmengen mit China, Russland und Polen zurückzuführen.

Immer mehr Großfrachter (dazu zählen auch Massengutschiffe und Luxusliner), mit einer Mindestlänge von 330 Metern und einer Mindestbreite von 45 Metern, laufen den Hamburger Hafen an. 2015 waren es 1031 sogenannte außergewöhnlich große Fahrzeuge (AGF). (2014: 970 Anläufe)

Wichtigster Partner des Hamburger Hafens im Containerumschlag bleibt trotz starken Rückgangs um 14,4 Prozent China. Ebenso verzeichnete man einen Rückgang um 34,4 Prozent im Handel mit Russland aufgrund der Rubelschwäche und der verhängten Sanktionen. Anstiege – gegen den Trend – konnten im Handel mit den USA (+0,5 Prozent), Malaysia (+7,0 Prozent) und Indien (+2,1 Prozent) erzielt werden.

In den bremischen Häfen ging der Gesamtumschlag 2015 gegenüber dem Vorjahr weiter zurück. Der Seegüterumschlag in Bremen und Bremerhaven sank auf 73,4 Millionen Tonnen (2014: 78,2 Millionen Tonnen, 2013: 78,7 Millionen Tonnen). Das Rekordergebnis beim Umschlag von Automobilen aus dem Vorjahr wurde mit 2,2 Millionen Fahrzeugen knapp verfehlt (2014: 2,3 Millionen)

Als Ergänzung zu den Häfen in Hamburg und Bremen wurde im Jahr 2012 der Container Tiefwasserhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven eröffnet. Der JadeWeserPort ist der einzige deutsche Tiefwasserhafen. Der Hafen bietet mit einer 1.750 Meter langen Kaje und acht der weltweit größten Containerbrücken ideale Vorrausetzungen tideunabhängig Großcontainerschiffe der neuesten Generation mit einem Tiefgang von bis zu 16,5 Metern abzufertigen.

Seeverkehrsprognose 2030

2014 veröffentlichte das Bundesverkehrsministerium die Ergebnisse der übergreifenden Verkehrsverflechtungsprognose 2030 einschließlich Seeverkehrsprognose. Danach wird für die 19 untersuchten deutschen Seehäfen von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 2,8 Prozent bis 2030 ausgegangen. Dies entspricht einer Zunahme des Umschlagsvolumens von 74 Prozent im untersuchten Zeitraum 2010 bis 2030. Im Seehafenhinterlandverkehr rechnet man in diesem Zeitraum mit einem Anstieg von rund 53 Prozent.

Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzeptes

Die Bundesregierung unterstützt die Bemühungen der Länder, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu steigern. Aktuell entwickelt das Bundesverkehrsministerium das Nationale Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen weiter. Dieses soll auf der Neunten Nationalen Maritimen Konferenz im Oktober 2015 vorgestellt werden.

Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Hafenkonzepts geht es darum, die Häfen auch zukünftig in die Lage versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs verbessert werden. Außerdem besteht die Absicht, mehr Güter auf Schienenwege und Wasserstraßen zu verlagern und dazu beizutragen, die Klima- und Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen.

Bedeutung der Häfen für den Ausbau der Offshore-Windenergie

In der Wertschöpfungskette der Offshore-Windenergie nehmen Häfen eine zentrale Stellung ein. Für den Bau von Offshore-Windparks sind Häfen der Knotenpunkt, den alle Anlagenteile passieren müssen. Dabei geschieht in den Häfen weit mehr als die Verladung der Einzelteile von LKW, Binnenschiffen oder Zügen auf hochseetaugliche Spezialschlepper. Im Hafen werden viele Anlagenteile produziert, zwischengelagert oder teilmontiert. Zudem sind Offshore-Häfen die Basis für Spezialschiffe, die für den Transport und die Montage der Anlagen auf See benötigt werden. Sie sind Ausgangspunkt für Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Weiterführende Informationen

Zu den maritimen Wachstumsbereichen gehört die Meerestechnik. Sie ist ein dynamischer und innovativer Bereich mit hoher Leistungsfähigkeit vor allem auf den Gebieten der Offshore-Technik zur Öl- und Gasgewinnung und der Offshore-Windenergie. Für weitere Bereiche wie Unterwassertechnik, Umwelt- und Sicherheitstechnik, Aqua- und Marikultur oder Verfahren zur Gewinnung von mineralischen Rohstoffen am Meeresboden bestehen ebenfalls gute Marktaussichten. Deutsche meerestechnische Unternehmen haben bislang insgesamt nur einen geringen Weltmarktanteil, besitzen aber ein erhebliches technisches Know-how und Innovationspotenzial, das aufgrund steigender Anforderungen (z. B. wegen Bohrungen in immer größeren Meerestiefen nach Öl und Gas) immer wichtiger wird.

Am 24. August 2011 hat die Bundesregierung den Nationalen Masterplan Maritime Technologien (NMMT) beschlossen. Das Ziel des NMMT ist es, durch eine stärkere Vernetzung der meerestechnischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine Erhöhung der Innovations- und Systemfähigkeit und den Ausbau des technologischen Potenzials der deutschen meerestechnischen Wirtschaft zu erreichen und damit die Position der deutschen meerestechnischen Unternehmen auf dem Weltmarkt zu verbessern. Der Masterplan stellt eine gemeinsame Plattform für alle Akteure der maritimen Wirtschaft dar. Ressorts, Verbände und Küstenländer sind in die strategischen Entscheidungen zur Umsetzung und Fortentwicklung des Masterplans eng eingebunden.

In den vergangenen drei Jahren fanden mehrere hochrangige Fachveranstaltungen im BMWi statt. Dabei wurde deutlich, dass sich durch den NMMT die Vernetzung der Akteure in der Meerestechnik erkennbar verbessert hat. Fortschritte gibt es vor allem in den Bereichen Offshore-Windenenergie, Tiefseebergbau, Zivile Maritime Sicherheitstechnologien sowie Offshore Öl und Gas. Dennoch ist es notwendig, den Masterplan strategisch anzupassen.

Eine eigens eingerichtete Koordinierende Stelle unterstützt die Umsetzung des NMMT. Der NMMT setzt Schwerpunkte unter anderem auf maritime Sicherheit, Offshore-Windenergie und Tiefseebergbau. Weiterführende Informationen, wichtige Veranstaltungen und Termine, Dokumente, Einzelmaßnahmen sowie Fortschritte des Masterplans finden Sie unter www.nmmt.de.

Weiterführende Informationen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als Ansprechpartner ...

  • gewährt staatliche Förderung für Investitionen in schiffbauliche Innovationen mit dem Förderprogramm "Innovativer Schiffbau sichert wettbewerbsfähige Arbeitsplätze".
  • fördert Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Unternehmen der schiffs- und meerestechnischen Industrie sowie von Hochschulen und Forschungseinrichtungen durch nicht rückzahlbare Zuschüsse im Rahmen des Forschungsprogramms "Maritime Technologien der nächsten Generation". Im Schiffbau richtet sich die FuE-Förderung auf die Entwicklung neuartiger Fertigungstechnologien sowie innovativer Hightech-Schiffe und -komponenten. In der Küsten- und Binnenschifffahrt liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung angepasster Schiffskonstruktionen, die zu einer umweltfreundlichen Verlagerung des Verkehrs auf die Wasserstraßen beitragen, und in der nicht-schiffbaulichen Meerestechnik steht die Entwicklung innovativer Systemlösungen für die Unterwasserförderung von Erdöl, Erdgas und Methanhydraten im Vordergrund.
  • trägt dazu bei, dass deutsche Werften ihren Kunden wettbewerbsfähige Finanzierungslösungen anbieten können, z. B. durch sogenannte CIRR-Zinsausgleichsgarantien oder Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen), um damit international gleiche Wettbewerbsvoraussetzungen (level playing field) zu schaffen.
  • setzt auf einen intensiven Dialog mit der maritimen Wirtschaft und begleitet aktiv den Vernetzungsprozess als wesentliche Basis für Strukturverbesserungen in der Maritimen Wirtschaft.
  • trägt zur Sicherung der Seehandelswege und zu mehr Rechtssicherheit für die Reeder durch das in 2013 eingeführte Zulassungsverfahren für private Bewachungsunternehmen auf Seeschiffen bei.
  • Entwickelt die Zukunftsstrategie "LeaderSHIP Deutschland" weiter.
  • wird die Nationalen Maritimen Konferenzen weiterhin dazu nutzen, mit allen Akteuren Maßnahmen zur Stärkung des maritimen Standorts Deutschland auf den Weg zu bringen.

Weiterführende Informationen

Auf Einladung des Maritimen Koordinators der Bundesregierung, Staatssekretär Uwe Beckmeyer, fand am 4. April in Hamburg die 10. Nationale Maritime Konferenz (NMK) mit über 740 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft, Forschung, Politik und Verwaltung unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin statt. Schwerpunktthema war der digitale Wandel in der maritimen Wirtschaft.

Die seit 2000 etwa alle zwei Jahre stattfindende Nationale Maritime Konferenz hat sich bewährt. Das Konzept der Konferenz wurde zur 9. NMK modernisiert. Statt der bislang im Rahmen der Konferenz organisierten Workshops finden bereits im Vorfeld vorbereitende Branchenforen statt. Die Ergebnisse dieser Branchenforen fließen in die Konferenzen und maritimen Strategien ein.

Pressemitteilungen

  • 04.04.2017 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Zypries: Digitalisierung ist Hauptthema der 10. Nationalen Maritimen Konferenz

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  • 20.10.2015 - Gemeinsame Pressemitteilung - Wirtschaftsbranchen

    Pressemitteilung: 9. Nationale Maritime Konferenz setzt Segel für Zukunftsmärkte

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Hafen zum Thema Maritime Wirtschaft; Quelle: istockphoto.com/Fabian Wentzel

© istockphoto.com/Fabian Wentzel

Maritime Wirtschaft

Zum Dossier

Studien und Publikationen

Pressemitteilungen und Meldungen

  • 04.04.2017 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Zypries: Digitalisierung ist Hauptthema der 10. Nationalen Maritimen Konferenz

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  • 13.06.2016 - Meldung - Innovationspolitik

    Maritimer Koordinator: Robotik ist Schlüsseltechnologie für maritime Branche

    Öffnet Einzelsicht
  • 24.03.2016 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Neue Förderrichtlinie für Innovationen im Schiffbau in Kraft getreten

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.03.2016 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Maritimes Forschungsprogramm wird verlängert

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.03.2016 - Meldung - Maritime Wirtschaft

    Maritimer Koordinator Beckmeyer empfängt Studenten der World Maritime University in Berlin

    Öffnet Einzelsicht
  • 14.03.2016 - Meldung - Maritime Wirtschaft

    Maritimer Koordinator: Weltweiter Kreuzfahrtboom stärkt maritime Wirtschaft in Deutschland

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.02.2016 - Meldung - Internationale Beziehungen

    Staatssekretär Beckmeyer besucht deutsche Unternehmen in Kolumbiens Hafenstadt Cartagena

    Öffnet Einzelsicht

Förderung durch das BMWi

Nationale Maritime Konferenz

  • Veranstaltung - Maritime Wirtschaft

    Veranstaltung: 10. Nationale Maritime Konferenz

    04.04.2017
    Hamburg

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  • Veranstaltung -

    Veranstaltung: Neunte Nationale Maritime Konferenz

    20.10.2015
    Bremerhaven

    Öffnet Einzelsicht
  • Veranstaltung -

    Veranstaltung: Achte Nationale Maritime Konferenz

    08.04.2013 –09.04.2013
    Kiel

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  • Themenseite - Maritime Wirtschaft

    Branchenforum Offshore-Windindustrie

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