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Themenseite - Wirtschaftsbranchen

Bergbau und Rohstoffe

Einleitung

Absetzer Rheinbraun zum Branchenfokus Bergbau und Rohstoffe; Quelle: DEBRIV

© DEBRIV

Deutschland ist eines der führenden Industrieländer und daher Großverbraucher mineralischer Rohstoffe. Ein Großteil der jährlich in Deutschland benötigten Rohstoffe, insbesondere die Steine- und Erden-Rohstoffe, werden aus heimischen Lagerstätten gewonnen. Damit ist die Eigenversorgung mit diesen Rohstoffen ganz oder anteilig sichergestellt. Hingegen ist die Bedarfsdeckung bei den Metallrohstoffen, einzelnen Industriemineralen und den Energierohstoffen mit Ausnahme der Braunkohle sehr stark von Importen abhängig.

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Deutscher Steinkohlenbergbau

Die in 2016 in Deutschland noch aktiven Zechen (Ibbenbüren und Prosper-Haniel) sind unter dem Dach der RAG zusammengefasst. Die Förderung belief sich im Jahr 2016 auf 3,8 Mio. t. Im deutschen Steinkohlenbergbau sind derzeit noch rd. 7.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Steinkohle wird überwiegend zur Verstromung eingesetzt. Darüber hinaus kommt Steinkohle in der Stahlindustrie zum Einsatz. Nur noch geringe Mengen werden im Wärmemarkt verwendet. Der Bedarf an Steinkohle wird zu rd. 10 Prozent aus einheimischer Förderung gedeckt.

Das Gesetz zur Finanzierung der Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus zum Jahr 2018 (Steinkohlefinanzierungsgesetz) ist am 28. Dezember 2007 in Kraft getreten. Durch die im Juni 2011 in Kraft getretene Änderung des Gesetzes wurde die ursprünglich vorgesehene Überprüfung des Ausstiegsbeschlusses durch den Deutschen Bundestag (Revisionsklausel) gestrichen.

Deutscher Braunkohlenbergbau

Der deutsche Braunkohlenbergbau ist in den Revieren Rheinland, Lausitz und Mitteldeutschland konzentriert. Die Förderung der heimischen Braunkohle findet ausschließlich im Tagebau statt. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 171,6 Mio. t Rohbraunkohle gefördert. Braunkohle wird zu 90 Prozent zur Strom- und Fernwärmeerzeugung in öffentlichen und industriellen Kraftwerken eingesetzt. Rund 10 Prozent gehen an Veredlungsbetriebe zur Herstellung von Briketts, Koks, Staubkohlen, Wirbelschichtkohlen und Braunkohlenxylit. Im Braunkohlenbergbau sind rund 14.700 Personen beschäftigt.

Weiterführende Informationen

In Deutschland wurden 2015 rund 9,3 Mrd. Naturgas bzw. Erdgas (Rohgas) aus inländischen Quellen gewonnen. Dies entspricht etwa 9,7 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. Damit wurde 2015 im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland erneut weniger Erdgas gefördert, 2014 lag die Jahresförderung noch bei rund 10,1 Mrd. (Vn). Das ist ein Rückgang um 7,3 Prozent. Die Gesamtrohgasfördermenge entspricht einem Volumen von 8,5 Mrd. (Vn) Reingas mit einem normierten Brennwert von Ho = 9,77 kWh/m³ (Vn).

Der Rückgang der Produktion ist auf die zunehmende Erschöpfung der großen Lagerstätten und damit einhergehend deren natürlichen Förderabfall sowie ausbleibende Neufunde zurückzuführen.

Erdgas- und Erdölgasförderung 2011 bis 2015

JahrErdgasErdölgasGesamt (Naturgas)FelderFördersonden
1000 (Vn)1000 (Vn)1000 (Vn)
201112 872 53379 67112 952 20481494
201211 705 66178 19711 783 85781497
201310 677 86972 74310 750 61278498
201410 060 02566 61810 126 64377494
20159 322 97364 6529 387 62477476

Quelle: LBEG (2016): Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2015

An Erdöl wurden in Deutschland 2015 2,41 Mio. t gewonnen, eine Menge, mit der die inländische Mineralölnachfrage zu etwa 2,5 Prozent gedeckt werden kann.

Erdöl- und Erdölgasförderung 2011 bis 2015

JahrErdöl/KondensatErdölgasFelderFördersonden
Mio. tMio. (Vn)
20112,67979,671 491122
20122,62178,197491083
20132,63872,743491077
20142,43066,618501066
20152,41364,652501031

Quelle: LBEG (2016): Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2015

Die wichtigsten Erdöl-Fördergebiete Deutschlands liegen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Im Jahr 2015 erbrachten die Erdölfelder dieser beiden Bundesländer zusammen fast 89 Prozent der deutschen Gesamtproduktion.

Nach wie vor ist Mittelplate/Dieksand in Schleswig-Holstein das förderstärkste Erdölfeld Deutschlands. Obwohl die Förderung im Vergleich zu 2014 leicht rückläufig war deckte das Feld damit rund 55 Prozent der heimischen Förderung an Erdöl ab.

In den Unternehmen der deutschen Erdöl- und Erdgasgewinnungsindustrie sind rund 10.000 hochqualifizierte Mitarbeiter im Bereich der Aufsuchung, Förderung und Speicherung von Erdgas und Erdöl tätig.

Dazu kommt noch schätzungsweise die doppelte Anzahl von Beschäftigten aus Zuliefer- und Dienstleistungsbereichen. Für weitere Informationen zur Erdgas- und Erdölversorgung siehe hier.

Weiterführende Informationen

Heute werden in Deutschland etwa 9 Millionen Tonnen Kali- und Magnesiumdüngemittel in hochmodernen Kaliwerken aus bergbaulich gewonnenem Kalirohsalz produziert. Davon werden über die Hälfte in ca. 70 Länder der Erde exportiert. Mit seinen Standorten in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen-Thüringen hat die K+S KALI GmbH einen Anteil von ca. 13 Prozent an der Kali-Weltproduktion. Die größten ausländischen Kalisalzvorkommen finden sich in Russland, der Ukraine, Weißrussland, Kanada und USA.

Steinsalz wird in Deutschland in 8 Salzbergwerken und 5 Salinen gewonnen.

Weiterführende Informationen

Hochwertiges Flussspatkonzentrat wird hauptsächlich zur Herstellung von Flusssäure verwendet. Abnehmer sind die chemische und die metallurgische Industrie.

Der Metallerzbergbau erlebt derzeit in Deutschland seine Renaissance. In Sachsen, aber auch in Brandenburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Niedersachsen liegen den zuständigen Behörden von verschiedenen Bergbauunternehmen Interessensbekundungen und Erlaubnisanträge für Explorationsarbeiten vor.

Publikation

Die wirtschaftliche Situation insbesondere der Produzenten von Gesteinskörnungen ist sehr eng mit der Auftragssituation in der Bauwirtschaft als Hauptabnehmer verknüpft. Die benötigten Rohstoffe Sand, Kies und Naturstein werden ausschließlich nachfragegerecht gewonnen und zu verkaufsfähigen Körnungen für den direkten Einsatz aufbereitet oder für die Veredelung in der Baustoffindustrie weiterverarbeitet.

Längerfristig gestalten sich die Bedarfsaussichten vor allem durch neue Nachfrageimpulse im Zuge der Energiewende auch für die Baustoffindustrie positiv.

Publikation

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Weiterführende Informationen

  • 23.10.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Pressemitteilung: Wissenschaftsrat würdigt die Forschung und die sehr guten Beratungs- und Dienstleistungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe für Politik und Wirtschaft

    Öffnet Einzelsicht
  • 06.09.2017 - Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Pressemitteilung: Erster Bericht zur Transparenz im deutschen Rohstoffsektor wird heute vorgestellt

    Öffnet Einzelsicht