Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Bundestagswahl liegt mittlerweile drei Monate zurück. Mit der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Bundestages endete die Amtszeit der bisherigen Regierung. Das Kabinett bleibt jedoch bis zur Bildung einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt.

Es ist wichtig, dass Deutschland handlungsfähig bleibt. Denn die wirtschaftspoliti-schen Herausforderungen unserer Zeit nehmen keine Rücksicht auf politische Zeitpläne. Angesichts der fortschreitenden Globalisierung sind wir beispielsweise zunehmend gefordert, uns für eine faire und gerechte Verteilung der Vorteile des freien Handels einzusetzen. Auch die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft und un-sere Wirtschaft immer stärker. Das verunsichert einige Menschen. Die Politik ist gefordert, den institutionellen Rahmen fortzuentwickeln – die Vorteile der neuen Technologien sollen allen zugutekommen.

Bedarf zum Handeln besteht etwa am Stahlmarkt. Er ist derzeit durch ungesunde Überkapazitäten geprägt. Deswegen haben wir am 30. November 2017 zum ersten Ministertreffen des „G20 Global Forum on Steel Excess Capacity“ nach Berlin geladen. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, mit allen teilnehmenden Staaten einen gemeinsamen Bericht zu verabschieden. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen und Zusagen zum Abbau der weltweiten Überkapazitäten. Marktverzerrende Subventionen sollen künftig unterlassen werden. Das Global Forum ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie multilaterale Zusammenarbeit für eine geordnete Globalisierung sorgen kann.

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft haben wir einen weltweiten Digitaldialog in Gang gesetzt. Bereits im April 2017 hat das Bundeswirtschaftsministerium das erste Treffen der Digitalminister in der Geschichte der G20 organisiert. Im Ergebnis ist die Roadmap „Policies for a Digital Future“ entstanden. Deutschland hat sich unter anderem verpflichtet, bis zum Jahr 2025 ein leistungsfähiges, im Wesentlichen glasfaserbasiertes Gigabit-Netz auszubauen. So sorgen wir dafür, dass die Vorteile der Digitalisierung in ganz Deutschland ankommen.

Sie sehen: Es gibt weiterhin viel zu tun! Auch in anderen Bereichen ist kein Stillstand zu befürchten. In der vorliegenden Ausgabe berichten wir unter anderem über die wichtige Reform der CO2-Regulierung von Kraftfahrzeugen und die Zukunft des CO2-Emissionshandels. Außerdem befassen wir uns mit den Chancen der Sharing Economy und dem Thema „Instant Payment“, also der elektronischen Abwicklung von Zahlungen in Echtzeit.

Wie immer wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser Ausgabe. Ende Januar wird die Bundesregierung ihren Jahreswirtschaftsbericht vorlegen. Das zeigt: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird sich auch im neuen Jahr kei-ne Verschnaufpause erlauben!

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich frohe Weihnachtstage und einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018.

Brigitte Zypries
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie