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04.04.2017 - Rede - Maritime Wirtschaft

Staatssekretär Uwe Beckmeyer anlässlich der 10. Nationalen Maritimen Konferenz "Die Rahmenbedingungen für die Branche verändern sich."

Einleitung

Es gilt das gesprochene Wort!

  • Maritimer Koordinator Uwe Beckmeyer
  • Handelskammer Hamburg
Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie; Quelle: BMWi

© BMWi

Sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrter Herr Minister,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Senator Horch,
sehr geehrter Herr Generalsekretär Lim,
sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der Landtage,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Minister der Länder,
sehr geehrte Damen und Herren Panlisten,
verehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, Sie heute in der Handelskammer Hamburg zur 10. Nationalen Maritimen Konferenz begrüßen zu können. Schifffahrt, Freihandel und ein Bund von Kaufleuten zum Schutz der Handelswege – das waren die Wegbereiter für die „Commerz-Deputation“, wie die Kammer bei ihrer Gründung vor mehr als 350 Jahren hieß. Heute passen viele Namen für die Handelskammer: „Leuchtturm der Vernetzung“, „Motor der Innovation“, „Vorsegel der Weltoffenheit“. Kurz gesagt: Ein idealer Ort, um bei der heutigen Jubiläumskonferenz nicht nur zurückzublicken, sondern auch die Zukunft zu meistern.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat im Jahr 2000 mit der ersten Nationalen Maritimen Konferenz ein gänzlich neues Format initiiert: den breiten Dialog zwischen allen Akteuren der maritimen Wirtschaft. Heute ist sind Branchendialoge ein weithin etabliertes und bewährtes Konzept der Wirtschaftspolitik: gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Gewerkschaften konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Das neu geschaffene Koordinierungsinstrument „NMK“ diente eben diesem Ziel: Die Branche sollte „fit gemacht werden für die Herausforderungen des neuen Jahrhunderts“ – wie es Kanzler Schröder in seiner Rede in Emden vor nunmehr 17 Jahren formulierte. Mit den Ausrichtung von maritimen Konferenzen auf Bundesebene verband sich auch der Anspruch, die Rolle der Branche für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland sichtbar zu machen. Ohne Frage kam und kommt den Küstenländern als Sitz zahlreicher maritimer Unternehmen dabei eine zentrale Rolle zu. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass die Konferenz bis heute gemeinsam mit den Ländern ausgerichtet wird. Denn maritime Politik betrifft stets mehrere politische Ebenen und kann nur erfolgreich sein, wenn es gelingt, gemeinsam zu Lösungen zu kommen. Ich freue mich daher, dass die Oberbürgermeister und Bürgermeister der bisherigen Austragungsorte meiner Einladung gefolgt sind, an unserer heutigen Jubiläumskonferenz teilzunehmen. Moin moin und herzlich willkommen an Bord!

Meine Damen und Herren, der Blick auf die nationale Ebene wird den Herausforderungen im Zeitalter der wirtschaftlichen Globalisierung nicht gerecht. Nicht umsonst stand die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Anfang an im Zentrum der maritimen Koordinierung.

Heute, anlässlich des 10. Jubiläums der Nationalen Maritimen Konferenz, stellen wir fest: Wir brauchen neue, zusätzliche Instrumente, denn auch die Rahmenbedingungen für die Branche verändern sich. Ich habe daher auf der 9. NMK 2015 in Bremerhaven Eckpunkte einer „Maritimen Agenda“ vorgestellt. Sie folgt dem erfolgreichen Ansatz der maritimen Politik, Lösungen für die Branche gemeinsam mit den Akteuren zu entwickeln. Ziel war es, ein neues Maß an Verbindlichkeit zu erreichen. Das ist uns mit der Agenda gelungen. Denn erstmals hat das Bundeskabinett ein ressortübergreifendes Konzept für die maritime Branche beschlossen. Auch wenn die maritime Wirtschaft hier einmal nicht voransegelt, geht von diesem Kabinettsbeschluss doch ein deutliches Signal aus: Die „Maritime Agenda 2025“ ist ein starkes politisches Bekenntnis der Bundesregierung zum maritimen Standort Deutschland, ein Strategiepapier, das für die und mit der Branche entstanden ist. Ich möchte allen Beteiligten in den Ressorts und Küstenländern, Verbänden und Gewerkschaften für die konstruktiv-kritische Zusammenarbeit danken. Der Weg hat sich gelohnt. Das Papier zeigt auf, wo wir stehen und vor allem, wo wir hin wollen. Es stellt damit auch ein wichtiges Instrument des „Benchmarking“ dar – und verortet die maritime Wirtschaft im Wettbewerb mit anderen Industriebranchen und im internationalen Kontext.

Was die deutschen Unternehmen auszeichnet, ist ihre Innovationskraft – die Fähigkeit, den Wandel aktiv zu gestalten. Die Schiffbauindustrie hat in den vergangenen Jahren vorgemacht, wie es gelingen kann, sich neu zu erfinden und erfolgversprechende Zukunftsmärkte zu erschließen. Doch die internationale Konkurrenz ist heute stärker denn je – gerade aus dem asiatischen Raum. Damit wächst der Innovationsdruck auf deutsche Unternehmen. Aber selbst höchste Produkt- und Servicequalität werden sich nur auszahlen, wenn der Wettbewerb fair ist. Staatliche Subventionspolitik ist das Gegenteil von fairem Wettbewerb. Was wir brauchen, sind international harmonisierte Regeln und Mindeststandards, damit die deutsche Branche ihre Wettbewerbschancen nutzen kann. Die Digitalisierung wird den Strukturwandel der Branche beschleunigen. Die „Maritime Agenda“ adressiert den digitalen Wandel als eine der zentralen Zukunftsfragen. Wichtig ist es, dass wir jetzt handeln und die Chancen des Veränderungsprozesses optimal nutzen. Welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein als die 10. Nationale Maritime Konferenz.

Frau Bundesministerin Zypries, Herr Bundesminister Dobrindt, gemeinsam mit den maritimen Verbänden und den Ländern werden Sie heute für die Bundesregierung das Gemeinsame Positionspapier zur Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft unterzeichnen. Auch damit segelt die maritime Branche wieder einmal voran. Mit Vertretern hoch innovativer Unternehmen werden wir später darüber diskutieren.

Ein weiterer Megatrend, der die maritime Branche in besonderer Weise beeinflusst, ist der Klima- und Umweltschutz. Ich freue mich sehr, dass der Generalsekretär der IMO, der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, auf der heutigen Konferenz zu uns sprechen wird. A great welcome to you, Mr. Kitack Lim. Unser Ziel ist ehrgeizig: Wir wollen den Weg bereiten für eine maritime Energiewende; eine wichtige Initiative hierzu werden wir auf der NMK starten. Die maritime Industrie kann hier vorangehen und Maßstäbe setzen. Eine passende Überleitung: Beim gestrigen Abendempfang konnten wir uns von Hamburgs Gastgeber-Qualitäten überzeugen – herzlichen Dank an das Land, an Herrn Senator Horch und sein Team für die schöne Veranstaltung. Gleich begrüßen wir den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz. Aber vorher gilt es noch einen Glückwunsch auszusprechen: Happy Birthday, NMK!

Weiterführende Informationen

  • 04.04.2017 - Pressemitteilung - Maritime Wirtschaft

    Pressemitteilung: Zypries: Digitalisierung ist Hauptthema der 10. Nationalen Maritimen Konferenz

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