Personen in Führungsposition

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Mehr als 27 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche in Führungspositionen immer noch eine deutliche Minderheit. An wesentlichen Entscheidungsprozessen sind sie in allen gesellschaftlichen Bereichen deutlich unterproportional beteiligt.

Die Ostbeauftrage der Bundesregierung, Iris Gleicke, mahnt: „Es besteht de facto eine Lücke in der Vertretung ostdeutscher Interessen, Sichtweisen und Lebenserfahrungen auf der gesamten Bundesebene. Es gibt keinen sachlichen Grund mehr für dieses Ungleichgewicht. Wer den Osten außen vor lässt, bekommt irgendwann die Quittung. Eine politische und gesellschaftliche Reflexion hierzu unter Beteiligung der Ostdeutschen könnte bereits ein Teil der Lösung sein.“

Auch das von der Deutschen Gesellschaft e. V. eingesetzte Expertenforum sieht in der Verfestigung dieser Ungleichheit negative Auswirkungen für die Akzeptanz der praktizierten Demokratie und ihrer Institutionen in Ostdeutschland. Noch heute entscheiden die territoriale Herkunft und die Zugehörigkeit zu Elitenetzwerken mit über die Besetzung von Spitzenpositionen. Hier gibt es einen klaren strukturellen Nachteil der Ostdeutschen.

In drei Expertenforen haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Ursachen und möglichen Folgen der Unterrepräsentanz von Ostdeutschen in den Eliten befasst. Die Arbeitsergebnisse können seit heute auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft e. V. nachgelesen werden: Ergebnisdokumentation.