Bundesministerin Brigitte Zypries gemeinsam mit Wolfgang Bachmann, dem 2. Vizepräsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes, anlässlich der Demonstration eines Telefondienstes zur Kommunikation mit gehörlosen Menschen

Bundesministerin Brigitte Zypries gemeinsam mit Wolfgang Bachmann, dem 2. Vizepräsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes, anlässlich der Demonstration eines Telefondienstes zur Kommunikation mit gehörlosen Menschen

© BMWi/Susanne Eriksson

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries testet heute gemeinsam mit Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, im BMWi den Vermittlungsdienst, der künftig rund um die Uhr Telefongespräche zwischen Menschen mit und ohne Hör- und Sprachbehinderungen ermöglichen wird selbst – im Telefongespräch mit Wolfgang Bachmann, dem 2. Vizepräsidenten des Deutschen Gehörlosen-Bundes.

Bundesministerin Zypries: „Notsituationen richten sich nicht nach Öffnungs- und Geschäftszeiten. Da bislang Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen den telefonischen Vermittlungsdienst lediglich von 8:00 bis 23:00 Uhr erreichen konnten, habe ich mich dafür eingesetzt, dass der Telefondienst künftig jederzeit zur Verfügung steht. Es ist gut, dass der Deutsche Bundestag meinem Vorschlag gefolgt ist und das Telekommunikationsgesetz dementsprechend angepasst hat. So schaffen wir nicht nur zusätzliche Sicherheit für sprach- und hörbehinderte Menschen. Wir erleichtern auch ihren Alltag und ermöglichen ihnen eine telefonische Kommunikation und damit größere Teilhabe rund um die Uhr, wie sie für Menschen ohne Hör- und Sprachbehinderung längst selbstverständlich ist.“

In Deutschland gibt es ca. 80.000 Gehörlose und bis zu acht Millionen Menschen, die unter teilweise sehr starken Einschränkungen beim Sprechen und Hören leiden. Vor allem im Notfall sind sie auf die Gebärdensprachdolmetscher des Vermittlungsdienstes angewiesen. Der Deutsche Bundestag hat am 27.04.2017 auf Initiative von Bundeswirtschaftsministerin Zypries die eingebrachte Änderung des Telekommunikationsgesetzes beschlossen. Sie ist bereits in Kraft getreten. Die Bundesnetzagentur wird die Änderung nun im Rahmen ihrer Zuständigkeit umsetzen und für die gesetzeskonforme Bereitstellung des Dienstes sorgen.

Verena Bentele begrüßte das Engagement für die Erweiterung der Verfügbarkeit des Vermittlungsdienstes: „Keinen Zugang zu einem barrierefreien Notrufsystem zu haben, bedeutete für die Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung bisher, dass für sie in Notsituationen schnell Lebensgefahr bestanden hat, etwa bei Unfällen auf einsamen Landstraßen oder bei nächtlichen Stürzen zu Hause. Denn die Simultandolmetschung in Gebärdensprache gab es nur zu festgelegten Zeiten. Ich bin sehr froh, dass dieser Vermittlungsdienst endlich rund um die Uhr zur Verfügung stehen wird."