Flaggenbild zu Brexit

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat heute eine vertiefte Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU veröffentlicht. Neben einer Bestandsaufnahme der bilateralen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen des Vereinigten Königreichs mit Deutschland bzw. der EU enthält die Studie Simulationen der Effekte des Brexit auf die deutsche und europäische Wirtschaft sowie auf einzelne Wirtschaftszweige.

Zypries: „Der Brexit wird für die EU-Mitgliedstaaten und vor allem für das Vereinigte Königreich nicht ohne wirtschaftliche Folgen bleiben. Viel hängt von den zukünftigen vertraglichen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ab. Die Ergebnisse der Studie zeigen wirtschaftliche Chancen und Risiken auf. Auch unter ungünstigen Bedingungen dürfte der Brexit laut Studie für die Wirtschaft in der EU und insbesondere für die deutsche Wirtschaft verkraftbar bleiben. Hierfür sprechen auch die aktuell guten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die günstigen konjunkturellen Aussichten. Dennoch können sich insbesondere für einzelne Branchen ungünstigere Entwicklungen einstellen. Deswegen müssen wir uns bemühen, in den anstehenden Verhandlungen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.“

Die Studie wurde im Auftrag des BMWi vom ifo Institut, München erstellt. Das Institut untersucht insgesamt acht unterschiedliche Szenarien für die Ausgestaltung der künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Die Simulationen auf Basis bilateraler, sektoraler Wirtschafts- und Handelsverflechtungen zeigen, dass die langfristigen Wachstumseffekte entscheidend davon abhängen, wie das zukünftige Verhältnis zwischen der EU und des Vereinigten Königreichs gestaltet wird.

Im Szenario eines umfassenden und ambitionierten Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich würde das reale Bruttoinlandsprodukt langfristig in Deutschland und der EU jeweils um 0,1 Prozent und im Vereinigten Königreich um 0,6 Prozent niedriger liegen. Falls es zu keinem bilateralen Abkommen und somit zu einem Rückfall auf Zollsätze nach dem Prinzip der Meistbegünstigung der WTO kommen würde, läge der Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt im Vereinigten Königreich langfristig bei -1,7 Prozent, in Deutschland bei -0,2 und in der EU bei -0,3 Prozent.

Die Studie finden Sie hier.