Schwarzes Meer mit Küstenstreifen im Hintergrund

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Im Rahmen der vor fünfzehn Jahren im Juni 2002 vereinbarten „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien“ hat die Bundesrepublik Deutschland das Projekt „Sichere Entsorgung von Atom-U-Booten der Russischen Föderation“ übernommen und nun erfolgreich abgeschlossen.

Dazu Staatssekretär Rainer Baake: „Ein großes Projekt der nuklearen Entsorgung ist vollumfänglich und innerhalb des gesetzten Finanz- und Zeitrahmens trotz schwieriger Bedingungen verwirklicht worden. Das ist ein großer Erfolg, den wir durch eine enge Kooperation mit deutschen und russischen Partnern unter der Federführung des Wirtschaftsministeriums erreicht haben. Mit dem Langzeitzwischenlager und dem Entsorgungszentrum zur Behandlung und Lagerung von radioaktiven Abfällen in der Nähe von Murmansk ist das Risiko der Verbreitung von Kernmaterialien und radioaktiven Materialien sowie von Umweltschäden erheblich reduziert worden. Dieses Projekt bildet einen wesentlichen Baustein für die Abrüstung von Atom-U-Booten im Nordwesten Russlands.“

Unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 vereinbarten die G8-Staaten im Juni 2002 als Beitrag zum Kampf gegen den Terrorismus eine „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien“. Dafür sollten durch die G8-Staaten rund 20 Milliarden US-Dollar vorrangig für die Abrüstung in Russland zur Verfügung gestellt werden. Deutschland stellte u. a. 600 Millionen Euro für die Entsorgung russischer Atom-U-Boote zur Verfügung. Nach Abschluss eines Regierungsabkommens begannen Ende 2003 die Projektarbeiten durch das Bundeswirtschaftsministerium, die bis Ende 2016 andauerten.

Das Projekt umfasste die Teilprojekte: Verbesserung der Infrastruktur der „Nerpa-Werft“ (Zeitraum 2003 – 2010, ca. 71 Millionen Euro), die Errichtung eines Langzeitzwischenlagers für Reaktorsektionen von Atom-U-Booten in der Saida-Bucht (Zeitraum 2004 – 2011, ca. 228 Millionen Euro), die Herstellung eines ökologisch unbedenklichen Zustandes in der Saida-Bucht (Zeitraum 2005 – 2006, ca. 2 Millionen Euro), die Errichtung eines Regionalen Entsorgungszentrums in der Saida-Bucht (Lagerkapazität 100.000 ) (Zeitraum 2006 – 2016, ca. 279 Millionen Euro) sowie die Unterstützung der U-Boot-Entsorgung in Fernost-Russland (Zeitraum 2006 – 2016, ca. 6,3 Millionen Euro).
Die mit dem bilateralen Abkommen festgelegten Projektaufgaben wurden termingerecht und im Kostenrahmen umgesetzt.

Der Erfolg des Projektes lässt sich z. B. daran messen, dass im Langzeitzwischenlager mit 175 Stellplätzen für Reaktorsektionen von Atom-U-Booten und radioaktiven Sektionen von Serviceschiffen bereits etwa 100 belegt sind. Das Regionale Entsorgungszentrum für radioaktive Abfälle hat Ende 2015 den Betrieb aufgenommen. Kontinuierlich werden die Entsorgungskapazitäten nunmehr durch den Betreiber hochgefahren. Auch in Fernost auf Kamtschatka konnte mit deutscher Unterstützung, z. B. durch die Lieferung eines Spezialkrans, die Bergung großer Mengen von radioaktiven Abfällen begonnen und so auch dort die Entsorgung von Atom-U-Booten vorangebracht werden. Das Atom-U-Boot-Projekt des Bundeswirtschaftsministerium wurde durch den Auftragnehmer Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH (EWN, früher: Energiewerke Nord GmbH) in Zusammenarbeit mit russischen Projektpartnern unter den Bedingungen eines militärischen Sperrgebietes in der Polarregion Russlands erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Den Abschlussbericht des Deutsch-Russischen Projektes „Sichere Entsorgung von Atom-U-Booten der Russischen Föderation“ finden Sie hier.