Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben die neue branchenübergreifende Initiative "Raumfahrt bewegt!" gestartet.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben die neue branchenübergreifende Initiative "Raumfahrt bewegt!" gestartet.

© DLR/Susanne Leuschner

Unter dem Motto „Mobilität und Raumfahrt – Chancen für die Zukunft“ haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am 27. März 2017 die neue branchenübergreifende Initiative „Raumfahrt bewegt!“ gestartet. Mehr als 300 Teilnehmer trafen sich in Bonn, um sich in Fachvorträgen und Workshops über Kooperationen und innovative Konzepte zu informieren und auszutauschen.

„Mit der Initiative ‚Raumfahrt bewegt‘ möchten wir den engen Austausch zwischen Raumfahrt, Mobilität und Logistik voranbringen. Die Raumfahrt kann durch Technologieentwicklungen und z. B. durch satellitengestützte Dienste aus den Bereichen Navigation, Erdbeobachtung und Telekommunikation wichtige Impulse geben. So wirken sich insbesondere die hohen Sicherheitsstandards und Qualitätsmerkmale der Raumfahrtbranche gewinnbringend auf andere Branchen, wie die Automobilbranche aus. Wir brauchen nicht nur eine ‚New Space Economy‘ mit einem stärkeren Engagement privater Investoren in der Raumfahrt, sondern auch eine ‚New Mobility‘, um den Hightech-Standort Deutschland langfristig zu sichern“, betonte Bundeswirtschaftsministerin und Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Brigitte Zypries, im Vorfeld der Konferenz.

DLR-Vorstand Dr. Gerd Gruppe zitierte eine aktuelle Studie des Raumfahrtmanagements, mit der Akteure aus der Automobilbranche dazu befragt wurden, wie wichtig ihnen die Zusammenarbeit mit der Raumfahrt ist. „Das Ergebnis ist eindeutig: 75 Prozent der Befragten befürworten eine Zusammenarbeit mit der Raumfahrt. Beide Branchen gehören zur Spitzentechnologie. Die Schnittstellen sind die Quelle von Innovationen.“

Gruppe nannte stellvertretend folgende Beispiele: für den Automobilverkehr der Zukunft ist eine präzise Navigation erforderlich, insbesondere für das autonome Fahren. Die dafür notwendigen Daten (für das Kartenmaterial) stammen von Satelliten. Algorithmen aus der Raumfahrt sollen zudem den Fahrzeugen ermöglichen, selbständig und in allen Lagen die optimale „Entscheidung“ zu treffen. Darüber hinaus können besonders leichte und zugleich zuverlässige und formstabile Materialien aus der Raumfahrt auch für die Automobilbranche genutzt werden.

Auf der Konferenz wurde auch der neue Aktionsplan zu "Raumfahrt bewegt!" vorgestellt. Damit schafft das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Unterstützung des DLR Raumfahrtmanagement einen industriepolitischen Handlungsrahmen zur gemeinsamen branchenübergreifenden Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft und Forschung. In einer Gemeinsamen Erklärung erkennen Branchenverbände, Wissenschaftler und die IG Metall die Bedeutung von „Raumfahrt bewegt!“ an. Sie unterstützen den Aktionsplan und seine Umsetzung. Denn die Akteure der Wirtschaft und Forschung sollen die Initiative mit Leben füllen.

In verschiedenen Fachvorträgen und Workshops wurde darüber hinaus diskutiert, welche Konzepte es konkret mit Blick auf die Luftfahrt, den Schiffsverkehr und das automatisierte Fahren gibt und welche Rolle die Raumfahrt für eine mobile Gesellschaft haben kann.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem DLR Projektträger Luftfahrt organisiert.