Brigitte Zypries und die weiteren Mitglieder unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung. Bild vergrößern

Im Rahmen des Branchendialogs unterzeichneten Ralf Kutzner (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall), Bundesministerin Zypries, Dr. Reinhold Festge (Past-Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., VDMA) und Dr. Rainer Dulger (Präsident von Gesamtmetall) eine gemeinsame Erklärung, in der sich alle Partner zur Bedeutung eines fairen Welthandels und offenen Märkten bekennen.

© BMWi/Susanne Eriksson

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries, hat heute Spitzenvertreter aus Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden des Maschinen- und Anlagenbaus empfangen, um den im Jahr 2014 gestarteten Branchendialog fortzusetzen. Im heutigen Gespräch standen die Themen Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und Welthandel im Vordergrund. Bundesministerin Zypries, der Past-Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Dr. Reinhold Festge, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Ralf Kutzner, und der Präsident von Gesamtmetall, Dr. Rainer Dulger, unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung in der sich alle Partner zur Bedeutung eines fairen Welthandels und offenen Märkten bekennen.

Bundeswirtschaftsministerin Zypries: „Wir haben heute im Dialog mit Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden ein wichtiges Zeichen für einen starken Maschinen- und Anlagenbau gesetzt. Mit seinen innovativen, oft mittelständischen Unternehmen und hochqualifizierten Beschäftigten hat der Maschinen- und Anlagenbau einen großen Anteil daran, dass Deutschland ein starkes Industrieland ist. Damit das auch künftig so bleibt, müssen wir die Zukunftsthemen Digitalisierung, Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 aktiv angehen. Wir stehen und arbeiten gemeinsam auch auf internationaler Ebene für unsere Grundüberzeugung eines fairen Welthandels und gegen protektionistische Tendenzen.“

Dr. Reinhold Festge: „Wir stehen vor großen Herausforderungen vom freien Zugang zu den Weltmärkten über die Digitalisierung der Industrie bis zum Klimawandel. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Betroffenen gemeinsam über Lösungswege reden. Die Digitalisierung der Wirtschaft ist ein Chancenthema für unser Land! Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 gehören zusammen, beides verlangt Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Wir haben allen Unkenrufen zum Trotz einen Vorsprung und wenn wir das Industrieland 4.0 werden wollen, führt der Weg wesentlich über den Maschinenbau. Dafür brauchen wir bessere steuerliche Rahmenbedingungen bei der Forschungsförderung und schnellere Netze, nicht nur in den Ballungszentren, sondern auch dort, wo die Hidden Champions sitzen, auf dem Land. Und wir stehen im Wettbewerb um die besten Köpfe. Das Industrieland 4.0 werden wir nur mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die entweder schon mit dem besten Wissen in die Betriebe kommen oder die wir in den Betrieben zu den Besten machen. Dafür braucht es eine exzellente Aus- und Weiterbildung.“

Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglieder der IG-Metall: „Die IG Metall macht sich für Industrie 4.0-Lösungen stark, die qualifizierte Facharbeit besser unterstützen. Industrie 4.0 darf nicht nur einer technologischen Logik folgen. Die Beschäftigten sind sowohl im Prozess der Einführung als auch im Echtbetrieb aktiv zu beteiligen. Hierbei gilt es, die besonderen Herausforderungen im Maschinenbau zu bewältigen wie die Integration und Übernahme von Auszubildenden. Den Betriebsräten kommt mit ihrer Mitbestimmung im gesamten Prozess der Transformation eine sehr wichtige Rolle zu. Den vor zwei Jahren begonnenen Branchendialog im Maschinenbau begrüßen wir uneingeschränkt. Industriepolitik ist im deutschen Maschinen- und Anlagenbau doppelt gefragt. Einmal um Strukturumbrüche in traditionellen Industriezweigen abzufedern und zum Zweiten um weitere Anreize für die Großprojekte Energiewende und Elektromobilität zu setzen. Darüber hinaus muss Industriepolitik dafür sorgen, dass Produktion im Inland erhalten bleibt und ausgebaut wird. Das deutsche Modell der industriellen Beziehungen, das mit Tarifverträgen und lebendiger Mitbestimmungskultur den Wert der Arbeit schützt, ist für die IG Metall ein unverzichtbarer Garant für den anhaltenden wirtschaftlichen Erfolg der Branche