Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (links) und der jordanische Außenminister Nasser Judeh (rechts).

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (links) und der jordanische Außenminister Nasser Judeh (rechts)

© BMWi/Andreas Mertens

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, und der jordanische Außenminister, Nasser Judeh, haben heute eine Gemeinsame Absichtserklärung (PDF: 145 KB, in englischer Sprache) zur Begründung eines Deutsch-Jordanischen Energiedialogs unterzeichnet. Am Rande der Unterzeichnung kam es auch zu einer Begegnung mit dem jordanischen König Abdullah II.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel: "Jordanien leistet einen enormen Beitrag zur regionalen Bewältigung der Flüchtlingskrise. Davor haben wir hohen Respekt. Wir wollen mit dem Deutsch-Jordanischen Energiedialog in einem ganz anderen Politikfeld einen Beitrag für die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern leisten, die Modernisierung des jordanischen Energiesektors vorantreiben und v. a. in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz enger zusammenarbeiten. Der Energieverbrauch in Jordanien wird auch wegen der wachsenden Bevölkerung in den kommenden Jahren steigen. Daher ist es für Jordanien wichtig, seine hohe Abhängigkeit von fossilen Energiequellen zu verringern und den jordanischen Energiemarkt für ausländische Unternehmen attraktiver zu machen."

Jordanien deckt etwa 95% seines Energiebedarfs über Importe (v.a. Gas, Öl). Die Kosten hierfür machen ca. ein Viertel des BIP aus. Bedingt durch die Flüchtlingskrise und die wachsende Bevölkerung, wird der Energieverbrauch Jordaniens um ca. 5-6 % p. a. in den kommenden Jahren steigen. Die Bundesregierung wird Jordanien daher in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz beraten.

Über die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie soll die Kooperation zwischen kleinen und mittleren Unternehmen, die klimafreundliche Energietechnologien anbieten, und jordanischen Unternehmen der Energiebranche verstärkt werden. Eingebunden ist neben dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die jordanische Wirtschaft exportierte 2014 Waren in einem Wert von 8,4 Mrd. USD, hauptsächlich in die USA, Irak und Saudi-Arabien. In die EU wurden Waren in einem Wert von 0,4 Mrd. USD exportiert, davon 25 Mio. Euro nach Deutschland. Damit liegt Jordanien auf Platz 126 von 226 in der deutschen Einfuhrländerstatistik. Die deutschen Exporte nach Jordanien betrugen 2015 800 Mio. Euro. Es wurden hauptsächlich Kraftfahrzeuge und -teile sowie Maschinen exportiert.

Den Text der Gemeinsamen Absichtserklärung finden Sie hier (PDF: 145 KB, in englischer Sprache).

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