Bundesminister Sigmar Gabriel hat sich mit dem iranischen Wirtschafts- und Finanzminister Ali Tayebnia zu bilateralen Gesprächen getroffen.

Bundesminister Sigmar Gabriel hat sich mit dem iranischen Wirtschafts- und Finanzminister Ali Tayebnia zu bilateralen Gesprächen getroffen.

© BMWi/Maurice Weiss

Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, reist vom 2. bis 4. Oktober nach Teheran. Gemeinsam mit dem iranischen Wirtschafts- und Finanzminister Tayebnia wird er dort die 5. Sitzung der Deutsch-Iranischen Gemischten Wirtschaftskommission leiten. Es ist die erste Sitzung nach 15 Jahren. Außerdem eröffnet er ein deutsch-iranisches Business Forum und führt bilaterale Gespräche mit Vertretern der iranischen Regierung. Bundesminister Gabriel wird von einer Delegation mit über 120 Vertretern der deutschen Wirtschaft und sieben Mitgliedern des Deutschen Bundestags begleitet.

Bundesminister Gabriel: "Mit der Beilegung des Atomkonflikts besteht für deutsche und europäische Unternehmen wieder die Möglichkeit, in Iran tätig zu werden. Das eröffnet unseren Unternehmen große Chancen, denn es herrscht großer Modernisierungsbedarf. Es ist wichtig, dass das Atom-Abkommen mit neuem Leben gefüllt und Iran wieder stärker in die Weltwirtschaft eingebunden wird. Gleichzeitig kommen auf den Iran auch neue Verantwortlichkeiten zu. Dies gilt nach außen: Im Nahen und Mittleren Osten sollten alle Akteure darauf hinwirken, dass es zu einer Eindämmung der Gewalt kommt. Dies gilt aber auch nach innen: Staatliches Handeln muss immer im Rahmen des Rechts und der geschützten individuellen Rechte des Einzelnen stattfinden. Dieser Ansatz des doppelten Dialogs wird mich in meinen Gesprächen vor Ort leiten."

Im Rahmen der Gemischten Wirtschaftskommission wurden Projekte identifiziert, die für die weitere Modernisierung des Iran wichtig sind und in denen die deutsche Wirtschaft stark ist. Neben dem Maschinen- und Anlagenbau gilt dies etwa für die Automobilindustrie, die Petrochemie oder die Energiewirtschaft, einschließlich erneuerbarer Energien.

Im Jahr 2015 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und Iran rund 2,4 Mrd. Euro (-10% zum Vorjahr). Deutschland importierte Waren im Wert von 332 Mio. Euro aus Iran und exportierte Waren im Wert von etwa 2,065 Mrd. Euro nach Iran. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der deutsche Export nach Iran um 15 Prozent auf 1,133 Mrd. Euro.