Deutsch-Französisches Projekt MERLIN

Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries, Vorstand für das DLR Raumfahrtmanagement Dr. Gerd Gruppe, CNES-Präsident Jean-Yves Le Gall und Staatssekretär im französischen Ministerium für Bildung und Forschung Thierry Mandon (v.r.n.l.)

© BMWi/Susanne Eriksson

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Französische Raumfahrtagentur CNES haben heute ein Kooperationsabkommen über die Konstruktions-, Bau- und Betriebsphase des deutsch-französischen Klimasatelliten MERLIN geschlossen. Die Kleinsatellitenmission MERLIN (Methane Remote Sensing LIDAR Mission) soll ab 2021 die Methankonzentration in der Erdatmosphäre mit einer bislang unerreichten Genauigkeit messen. Die Missionsdauer umfasst drei Jahre. Die Unterzeichnung fand im Beisein von Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und zugleich Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, sowie Thierry Mandon, Staatssekretär im französischen Ministerium für Bildung und Forschung, statt.

Staatssekretärin Zypries hierzu: "Mit MERLIN leisten Frankreich und Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels. Weltraummissionen wie MERLIN ermöglichen einen tiefen Einblick in die Ursachen des Klimawandels und sind damit ein wesentlicher Baustein, um die Klimaziele von Paris umzusetzen. Ich freue mich daher sehr, dass das Projekt nun in die Design- und Bauphase übergehen kann."

MERLIN baut auf dem neuen Satellitenbus "Myriade Evolutions" auf, der von CNES zusammen mit der französischen Raumfahrtindustrie entwickelt wurde. Die Nutzlast des Satelliten - ein aktives LIDAR (LIght Detection And Ranging)-Instrument, das auch bei Nacht und durch dünne Wolken hindurch messen kann - wird im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements mit Mitteln des BMWi in Deutschland entwickelt und gebaut. Zum Methan-LIDAR gehört ein Laser, der in der Lage ist, unabhängig vom Sonnenlicht äußerst präzise Messungen der Methankonzentration auf allen Breitengraden durchzuführen.

Methan ist ein besonders starkes Treibhausgas. Die Klimawirkung von Methan ist 25 Mal stärker als die von CO2. Und obwohl die Konzentration von Methan deutlich kleiner ist als die von CO2, ist Methan schon heute für etwa 20 Prozent der Klimaerwärmung verantwortlich.

Gebaut werden soll das LIDAR von einem Konsortium aus Firmen und Forschungsinstituten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden unter der Leitung der Airbus Defence and Space GmbH in Ottobrunn.