Kohlenstoff-Nanoröhrchen symbolisiert Nanotechnologie; Quelle: istockphoto.com/enot-poloskun

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Das Bundeskabinett hat heute den vom Bundesforschungsministerium vorgelegten Aktionsplan Nanotechnologie 2020 beschlossen. Ziel des Aktionsplans ist die sichere und umweltverträgliche Herstellung und Nutzung von Nanomaterialien bei gleichzeitiger Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel begrüßt den Aktionsplan, da das Thema gerade auch für die deutsche Wirtschaft eine hohe Bedeutung besitzt: "In der Nanotechnologie nimmt Deutschland eine europäische Spitzenstellung ein. Als Schlüsseltechnologie wird sie als wichtiger Wachstumstreiber der Zukunft in den Bereichen der Energietechnologie, Gesundheitsforschung, Umwelttechnologie, Optischen Technologien oder der Werkstoffe gesehen."

Der neue Aktionsplan unterstützt insbesondere forschungsintensive kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf dem Gebiet der Materialforschung und Nanotechnologie aktiv sind. Dazu zählt auch die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Fachkräften in dem Bereich. Rund 2.200 Einrichtungen und Netzwerke aus der Industrie, der Dienstleistungsbranche, aus Wissenschaft und Verbänden sind derzeit in Deutschland auf dem Gebiet der Nanotechnologie aktiv. Die Hälfte dieser Akteure stammt aus der Industrie, darunter sind 75 Prozent KMU.

Der Aktionsplan ist Teil der neuen Hightech-Strategie, mit der die Bundesregierung aus Ideen Innovationen macht und Verbindungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft knüpft. Er wurde unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit dem BMWi und weiteren Bundesministerien erstellt, sodass eine enge Verzahnung von öffentlicher Forschungsförderung, Ressortforschung und Regulierungsaktivitäten sichergestellt wird.

Im Geschäftsbereich des BMWi schaffen die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) wesentliche Grundlagen für die Nutzung des Potentials der Nanotechnologie und ihrer sicheren Anwendung. Die präzise Materialcharakterisierung auf der Nanoskala und die Bereitstellung von nanoskaligen Referenzmaterialien sind hier ebenso zu nennen, wie die metrologische Rückführung und Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Messungen an Nanoobjekten und Nanostrukturen. Nur auf Basis international vergleichbarer Ergebnisse und Methoden kann eine valide Aussage zu Eigenschaften von Nanomaterialien, auch hinsichtlich der Einschätzung ihres Risikopotentials getroffen werden.

Zur Förderung der länderübergreifenden Zusammenarbeit unterstützt das BMWi das Europäische Metrologie-Programm für Innovation und Forschung (EMPIR). Dabei werden Forschungsaufgaben im Rahmen von Verbundprojekten, koordiniert durch den EURAMET e.V., adressiert, die unter anderem aus neuen Technologien - wie der Nanotechnologie - an die Metrologie herangetragen werden.

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