Junge Auszubildende,Quelle: istockphoto/damircudic

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat unter Einbindung der Sozialpartner acht Ausbildungsordnungen modernisiert, die zu Beginn des neues Ausbildungsjahres in Kraft treten. 

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: "Über eine halbe Million junger Menschen haben sich auch dieses Jahr für eine berufliche Ausbildung entschieden. Das ist eine gute Wahl. Denn Karrieren im dualen Berufsbildungssystem waren selten so aussichtsreich wie heute. Mit einer dualen Lehre machen junge Menschen den wohl wichtigsten Schritt in die Erwerbstätigkeit und in ein eigenfinanziertes Leben. Gleichzeitig sichern sie den Fachkräftebedarf von morgen. Damit die duale Ausbildung stets auf der Höhe der Zeit ist, passen wir die Ausbildungsregeln kontinuierlich an. Das trägt maßgeblich dazu bei, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten in Europa die geringste Jugendarbeitslosigkeit hat." 

Folgende Regelungen wurden mit Wirkung zum 1. August modernisiert:

1. Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik
Im Sanitär und Klimabereich hält die Digitalisierung verstärkt Einzug. Vernetzte Systemtechnik (Smart Home) und das Thema Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung.

2. Dachdecker
Vor allem das Einbauen von Energiesammlern und Energieumsetzern (Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen) erfordern neue Kompetenzen. Auch ändern sich die energetischen Maßnahmen an der Gebäudehülle (Moderne Wärmedämmstoffe, hinterlüftete Wandbekleidungssysteme und neue Unterkonstruktionen für Dächer).

3. Fachkraft für Veranstaltungstechnik
Die Fachkräfte können zukünftig auch als Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten eingesetzt werden. Aufbau und Betrieb ortsveränderlicher elektrischen Anlagen, sowie die Inbetriebnahmen von Beleuchtungs-, Beschallungs-, Projektions-, Signalübertragungs- und Aufnahmeanlagen werden fester Bestandteil der Prüfung.

4. Graveur
Die Unterscheidung in verschiedene Schwerpunkte wird abgeschafft. Hierdurch verbessert sich die breite Einsetzbarkeit der Fachkräfte. Die Vergrößerung der Palette der bearbeiteten Materialien, neue materialabtragende und materialaufbauende Verfahren sowie die CAD-Programmierung prägen die neue Ausbildung.

5. Hörakustiker
Die gezielte Anamnese zur Bestimmung des individuellen Hörprofiles, die Versorgung mit Hörsystemen, Hörassistenzsystemen, Sonderversorgungen und Zubehör werden stärker ausgeprägt. Hinzu kommen Rehabilitationsmaßnahmen und fortlaufende audiologische Nachsorge sowie die neuen elektronischen Abrechnungsprozesse.

6. Mediengestalter Digital und Print
Fortschreitende Digitalisierung macht die bisher eher produktbezogene Abgrenzung zwischen medialen Ausbildungsberufen unnötig. Die Berufsqualifizierung zum bisherigen Mediengestalter Flexografie geht in die Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print auf.

7. Metallbildner
Die handgeführte Goldschlagtechnik wird ersetzt. Die neue Berufsausbildung trägt der Materialvielfalt, aktuellen Verbundwerkstoffen, neuen Herstellungsverfahren, der CAD- und CNC-Programmierung sowie neuen - auch digitalisierten - Informations- und Kommunikationstechniken Rechnung.

8. Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker
Rollläden, Markisen, Jalousien, Tore und Rollgitter sind heute in fast allen Betrieben, Lagern und Geschäften mit programmierbaren Steuerungssystemen ausgestattet. Die neue Ausbildungsordnung berücksichtigt neben den technischen Fragen, alle Aspekte der einschlägigen Kundenberatung.

Bestehende Ausbildungsverhältnisse werden nach den bisherigen Verordnungen zu Ende geführt.