Die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke und der Geschäftsführer des WifOR-Instituts Darmstadt, Dr. Dennis A. Ostwald.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke und der Geschäftsführer des WifOR-Instituts Darmstadt, Dr. Dennis A. Ostwald;

© BMWi/Andreas Mertens

Iris Gleicke, die Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, legt heute die Ergebnisse der aktualisierten Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung sowie die Sonderauswertung "Die Gesundheitswirtschaft in Ost- und Westdeutschland" vor. Die zentralen Ergebnisse diskutiert sie mit Dr. Dennis Ostwald, Geschäftsführer des WifOR Instituts Darmstadt und 90 Teilnehmern aus der Gesundheitswirtschaft, Verbänden und Politik.

Ostbeauftragte Gleicke: "Deutschland wird nicht nur älter, sondern auch gesundheitsbewusster. Das ist eine erfreuliche Entwicklung. Die Gesundheitswirtschaft wird dabei immer mehr zum Wachstums- und Beschäftigungsmotor. Die Auswertung macht aber deutlich, dass sich die Struktur der Gesundheitswirtschaft in Ost und West grundsätzlich unterscheidet: Während sie im Westen stärker industriell geprägt ist als im Osten, ist sie in den neuen Bundesländern dienstleistungsorientierter. Die Gesundheitswirtschaft in Ost und West wächst im Durchschnitt gleich stark und im Durchschnitt stärker als die Gesamtwirtschaft; aber der relative Beitrag der Gesundheitswirtschaft zur Wertschöpfung ist in den neuen Bundesländern größer als in Westdeutschland.

Im Osten arbeitet jeder sechste Erwerbstätige in der Gesundheitswirtschaft. Die Branche ist krisenfest und bietet Beschäftigungschancen für Fachkräfte und auch für Geringqualifizierte. In der dienstleistungsorientierten Gesundheitswirtschaft werden aber oft auch geringe Gehälter gezahlt. Mit dem Mindestlohn haben wir hier eine Untergrenze eingezogen. Das war für den Osten besonders wichtig.

Im Gesundheitssektor bietet sich erhebliches Produktivitätspotenzial durch Digitalisierung und Innovation - beispielsweise durch eine intelligente Vernetzung zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens, durch E-Health-Anwendungen oder eine Digitalisierung der Verwaltung."

Nach den Zahlen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung stellt der Sektor mit 6,8 Millionen Erwerbstätigen rund jeden sechsten Arbeitsplatz in Deutschland. Die Gesundheitswirtschaft erzielte 2015 eine Bruttowertschöpfung von 324 Mrd. Euro und hat damit einen Anteil von 12 % am Bruttoinlandsprodukt. Mit einem jährlichen Wachstum von 3,5 % wuchs der Sektor in den letzten 10 Jahren deutlich stärker als das Bruttoinlandsprodukt. 101 Mrd. Euro bzw. 7,4 % der Gesamtexporte und 19 % des Gesamtkonsums entfallen auf die Gesundheitswirtschaft. Das zeigt die große Bedeutung der Branche.

Die Sonderauswertung "Die Gesundheitswirtschaft in Ost- und Westdeutschland" zeigt, dass sich die Struktur des Sektors in beiden Regionen grundsätzlich unterscheidet. Während sie im Westen stärker industriell geprägt ist, zeigt sie sich in Ostdeutschland dienstleistungsorientierter. In Ostdeutschland trägt die Gesundheitswirtschaft dabei mit 14 % etwas mehr zur Gesamtwertschöpfung bei. Unterschiede zeigen sich auch in der Arbeitsproduktivität: Zwar hat die Gesundheitswirtschaft in Ostdeutschland etwas aufgeholt, sie erreicht aber noch nicht das Niveau der westdeutschen Bundesländer.

Die Ergebnisse der aktualisierten Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung sind in der Broschüre "Gesundheitswirtschaft - Fakten und Zahlen" aufbereitet, die Sie hier finden. Die Sonderauswertung "Die Gesundheitswirtschaft in Ost- und Westdeutschland ist hier abrufbar. Die Untersuchungen wurden im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums vom WifOR Institut aus Darmstadt erstellt.

Weitere Informationen der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer finden Sie unter www.beauftragte-neue-laender.de.