Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Uwe Beckmeyer, hat heute in Bremerhaven das Branchenforum "Offshore-Windindustrie" eröffnet. Dieses Forum bildet zugleich den Auftakt für die Dialogphase zur 9. Nationalen Maritimen Konferenz, die am 19./20. Oktober 2015 in der Seestadt stattfinden wird. Das Branchenforum "Offshore-Windindustrie" steht unter dem Motto "Offshore Windindustrie und Maritime Wirtschaft: Kosten senken, Rahmen sichern, Wert schöpfen, Voraussetzungen verbessern".

Staatssekretär Beckmeyer: "Insbesondere für die maritime Industrie eröffnen sich mit der Offshore-Windenergie neue Chancen und Perspektiven sowohl im Spezialschiffbau als auch für die Zulieferindustrie auf dem weltweiten Offshore-Markt. Der weitere Ausbau der Windenergie auf See kann nur gemeinsam mit der maritimen Wirtschaft gelingen. Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen für die Branche so weiterentwickeln, dass deutsche Unternehmen auch in Zukunft ihre hervorragende Marktposition im internationalen Wettbewerb behaupten können."

Die Bundesregierung hat durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und des Energiewirtschaftsgesetzes im Sommer 2014 verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren im Bereich der Offshore-Windenergie geschaffen. Dabei wurde ein Ausbauziel von 6,5 Gigawatt installierter Offshore-Leistung bis zum Jahr 2020 festgelegt. Bis 2030 sollen es 15 Gigawatt werden. Aktuell ist etwa ein Gigawatt Leistung auf See in Deutschland installiert. Im laufenden Jahr werden weitere umfassende Inbetriebnahmen in Höhe von bis zu 2,5 Gigawatt Leistung erwartet. Der Ausbaupfad bis 2020 ermöglicht die von der Industrie in Aussicht gestellten Kostensenkungen in Höhe von über 30 Prozent. Ziel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist es, zur Nationalen Maritimen Konferenz ein tragfähiges Konzept für den Übergang zu einem Ausschreibungssystem im Offshore-Bereich ab dem Jahr 2020 zu erarbeiten. Auch die Branche hat konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um Wertschöpfung und Beschäftigung in der Offshore-Windenergie zu sichern und auszubauen.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW) fanden in der deutschen Offshore-Windindustrie bereits Ende 2013 18.800 Menschen eine Beschäftigung bei einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Prognosen gehen von einer deutlichen Zuwachsrate aus. Auch Werften profitieren von dem Ausbau. Neben dem Bau von Plattformen und Fundamenten erfordern die Errichtung und Wartung der Windenergieanlagen den Einsatz speziell ausgerüsteter Schiffe. Der Bedarf an Offshore-Spezialschiffen wird sich kontinuierlich erhöhen. Neue Chancen bieten vor allem der europäische, aber auch der globale Markt für Windenergie.

Die Ergebnisse des Branchenforums werden in eine maritime Strategie einfließen, die der Koordinator für die maritime Wirtschaft im Rahmen der 9. Nationalen Maritimen Konferenz im Oktober 2015 vorstellen wird. Weitere Branchenforen zur Vorbereitung der NMK im ersten Halbjahr 2015 befassen sich mit den Themen Schiffbau und Meerestechnik, Häfen und Logistik, Seeschifffahrt, Klima- und Umweltschutz im Seeverkehr sowie maritime Sicherheit.

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