Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Die Energiewende geht mit großen Schritten voran. Die neusten Zahlen zeigen: Im ersten Halbjahr 2017 stammten 35 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Damit der Ausbau kräftig, planvoll und gleichzeitig kosteneffizient weitergeht, haben wir in dieser Legislaturperiode das Erneuerbare-Energien-Gesetz grundlegend erneuert und den Strommarkt fit für das Zeitalter der erneuerbaren Energien gemacht.

Gleichzeitig ist es unser Ziel, dass die Vorteile der Energiewende bei allen ankommen. Bisher haben vor allem Eigenheimbesitzer die Möglichkeit, von Strom aus Photovoltaikanlagen vom Hausdach zu profitieren. Aber viele Menschen
besitzen kein Wohneigentum.

Daher beteiligen wir in Zukunft die Mieterinnen und Mieter in Deutschland noch stärker als bisher am Ausbau der erneuerbaren Energien. Zwar war es auch schon vorher möglich, umweltfreundlichen Strom direkt aus der Photovoltaikanlage vom Hausdach einer gemieteten Wohnung zu beziehen. Doch das rechnete sich unterm Strich bislang kaum. Das ändern wir, indem wir einen Mieterstromzuschlag einführen. Auf diese Weise lohnt es sich künftig für den Vermieter, Strom vom eigenen Dach zu attraktiven Konditionen an die Mieterinnen und Mieter zu liefern. Ein Artikel in der neuen Ausgabe der „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ zeigt, wie die neue Förderung funktioniert.

Zu einer besseren Einbindung aller Akteure gehört auch, die Energiewende verständlicher und transparenter zu machen. Daher gibt es seit dem 3. Juli 2017 die StrommarktPlattform SMARD. Sie macht es möglich, den Fortgang der Energiewende live zu beobachten. So können Nutzer zum Beispiel auf einen Blick sehen, wie viel Strom aktuell aus erneuerbaren und konventionellen Energieträgern erzeugt wird, wie viel Strom verbraucht wird und zu welchem Preis Strom gerade auf dem Großhandelsmarkt gehandelt wird.

Die Internet-Plattform ist unter www.smard.de zu erreichen. Sie richtet sich dabei ausdrücklich nicht nur an die Fachleute aus dem Energiebereich, aus Unternehmen und der Wissenschaft, sondern gerade auch an Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Energiewende und den Strommarkt interessieren. Die vorliegende Ausgabe der Schlaglichter der Wirtschaftspolitik stellt die neue Website und ihr umfangreiches Informationsangebot vor.

Darüber hinaus berichten wir in den Schlaglichtern über viele weitere aktuelle wirtschaftspolitische Themen. Im Fokus steht das neue Wettbewerbsregister, mit dem wir effektiv gegen Korruption und Wirtschaftskriminalität vorgehen. Unternehmen, die bestechen, Steuern hinterziehen, den gesetzlichen Mindestlohn unterlaufen oder Terrorismus finanzieren, dürfen nicht von öffentlichen Aufträgen und damit von Steuergeldern profitieren. Mit dem neuen Register sorgen wir dafür, dass solche schwarzen Schafe von Vergabeverfahren ausgeschlossen werden. Weitere Themen dieser Ausgabe sind schließlich die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, die neuen länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union und das Aktionsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen des europäischen KMU-Botschafter-Netzwerks.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Brigitte Zypries
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie