Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Deutschland kann die Digitalisierung gestalten – das war die klare Botschaft des Digital-Gipfels 2017. Die Dynamik der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung ist hoch. Umso wichtiger ist es, dass Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Wir wollen den digitalen Wandel zu einer Erfolgsgeschichte für alle machen!

Der Digital-Gipfel, der am 12. und 13. Juni 2017 in der Metropolregion Rhein-Neckar stattfand, war auch in diesem Jahr zentraler Impulsgeber. Die Themen waren dabei noch vielfältiger als in den Vorjahren. Die Bandbreite reichte von der intelligenten Vernetzung über die digitale Bildung bis hin zu neuen Entwicklungen in der Gesundheitswirtschaft. Diese Vielfalt spiegelt auch der neue Name „Digital-Gipfel“ wider, der die vorige Bezeichnung „Nationaler IT-Gipfel“ abgelöst hat.

Bereits auf dem letztjährigen Gipfel war der Startschuss für die Digital Hub-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums gefallen. Digital-Hubs sind Standorte, in denen wir gezielt etablierte Unternehmen mit Start-ups zusammenbringen. Mittlerweile haben deutschlandweit zwölf Hubs ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Schwerpunkte reichen von Chemie über Gesundheit bis hin zu künstlicher Intelligenz. Sie werden dem Gründerstandort Deutschland weiteren Aufwind verleihen.

Auch bei der Finanzierung von Start-ups konnten wir große Fortschritte erreichen. Hier stehen in den nächsten Jahren zwei Milliarden Euro an frischen öffentlichen Mitteln zu Verfügung. Darüber hinaus werden wir das Volumen an Wagniskapital in den kommenden Jahren durch gemeinsame Anstrengungen von Privatwirtschaft, öffentlicher Hand, KfW und unter Einbeziehung europäischer Finanzpartner weiter deutlich erhöhen.

Gerade auch im Mittelstand muss der digitale Wandel weiter vorangehen. Deshalb haben mich die Ergebnisse unseres Monitoring-Reports Wirtschaft DIGITAL 2017 besonders gefreut. Er zeigt: Die kleinen und mittleren Betriebe nutzen die Chancen der Digitalisierung besser, als dies noch ein Jahr zuvor der Fall war.

Diese Entwicklung unterstützen wir mit den mittlerweile zehn Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren und dem Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“. Die Resonanz ist so gut, dass wir in diesem Jahr noch bis zu 13 weitere Kompetenzzentren starten werden.

Die Gestaltung der Digitalisierung wird aber auch in Zukunft die zentrale Aufgabe bleiben. Eine bessere digitale Infrastruktur, ein intelligenter Ordnungsrahmen für die Plattformökonomie und die Wahrung der digitalen Souveränität und Sicherheit werden auch in der nächsten Legislaturperiode zu den wesentlichen Handlungsfeldern zählen.

Welche Sicherheitsrisiken mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung der Produktionsprozesse verbunden sind und auf welche Unterstützung Unternehmen bereits heute zurückgreifen können, schildert ein Artikel der vorliegenden Ausgabe der „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“. Darüber hinaus berichtet die Ausgabe über weitere aktuelle wirtschaftspolitische Themen, etwa über Reaktionen deutscher Unternehmen auf den zunehmenden Mangel an Fachkräften. In der Rubrik „Zur Diskussion“ greifen wir schließlich die Frage auf, ob eine Senkung des Umsatzsteuersatzes den deutschen Leistungsbilanzüberschuss senken würde.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Brigitte Zypries
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie