Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Jung, dynamisch, vielfältig: Afrika ist ein Kontinent der Chancen, der auch für deutsche Unternehmen vielfältige Möglichkeiten bietet. Im vergangenen Jahr hat die afrikanische Wirtschaft um 3,6 Prozent zugelegt – und damit kräftiger als die Weltwirtschaft insgesamt. Eine wachsende Mittelschicht, ein erstarkender Dienstleistungssektor und große Infrastrukturinvestitionen sind wichtige Treiber dieses Wachstums. Aber der Kontinent steht auch vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Menschen in Afrika wird sich bis 2050 schätzungsweise auf rund 2,5 Milliarden verdoppeln. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds müssen allein in der Region Subsahara-Afrika jährlich rund 18 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, damit die jungen Menschen Beschäftigung und Perspektiven vor Ort und die Chance auf eine Zukunft ohne Hunger und Armut bekommen.

Schon heute investieren deutsche Unternehmen in Afrikas Zukunft, indem sie dort Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsplätze und Wachstum schaffen. Im vergangenen Jahr lagen die deutschen Direktinvestitionen in Afrika bei rund 9,2 Milliarden Euro. Insgesamt wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 41 Milliarden miteinander gehandelt. Das wollen wir weiter ausbauen und vertiefen. Dabei geht es aber nicht um Almosen. Die Zeiten, in denen sich die Welt in „Geber“ und „Nehmer“ teilte, sind vorbei. Stattdessen brauchen wir eine Wirtschaftspartnerschaft auf Augenhöhe, von der beide Seiten profitieren.

Deshalb habe ich im Rahmen meiner Afrika-Reise auf dem Weltwirtschaftsforum am 4. Mai 2017 in Durban das neue Konzept des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „Pro! Afrika“ vorgestellt. Damit wollen wir für mehr privatwirtschaftliches Engagement und Investitionen sowie für neue Arbeitsplätze in Afrika sorgen. Wir setzen dabei bewusst auf die Zukunftsthemen des Kontinents: auf Digitalisierung, Innovation und Ausbildung. So wollen wir beispielsweise afrikanische Gründerinnen und Gründer mit deutschen Start-ups vernetzen. Dafür werden wir einen Start-up-Finanzierungsfonds von über 100 Millionen Euro aufbauen. Um außerdem kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland noch wirkungsvoller bei ihrem Weg auf die afrikanischen Märkte zu unterstützen, fokussieren wir unsere Außenwirtschaftsinstrumente noch gezielter auf Afrika. Dem dienen beispielsweise verbesserte Hermesdeckungen und Investitionsgarantien. Außerdem werden wir unser Netz der Auslandshandelskammern und Korrespondenten ausbauen und einen Afrika-Lotsen einsetzen, um die deutschen Unternehmen in Zukunft noch gezielter zu beraten.

Auch im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft spielt Afrika eine zentrale Rolle. Am 12. und 13. Juni 2017 findet hierzu in Berlin die G20-Afrika-Partnerschaftskonferenz statt. Im Mittelpunkt wird dabei die G20-Initiative „Compact with Africa“ stehen, die darauf abzielt, zusammen mit den internationalen Finanzorganisationen mehr privatwirtschaftliche Investitionen für Afrika zu mobilisieren.

Die vorliegende Ausgabe der „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ greift eine Reihe aktueller Themen auf, etwa die Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und das Bürokratieentlastungsgesetz II. Außerdem stellt der Monatsbericht zum Thema Energiewende das Ergebnispapier „Strom 2030“ und den Auswertungsbericht zum Grünbuch Energieeffizienz vor. Darüber hinaus berichtet er über Vergangenheit und Zukunft des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung. Schließlich wird in der Rubrik „Zur Diskussion“ die spannende Frage aufgegriffen, welche Rolle die Elektromobilität für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende spielt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Brigitte Zypries
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie