Liebe Leserinnen und Leser!

Der Umbau unserer Energieversorgung geht mit großen Schritten voran. Erneuerbare Energien liefern mittlerweile 33 Prozent unseres Stroms. Im Jahr 2025 werden es 45 Prozent sein. Damit der Ausbau kräftig, planvoll und gleichzeitig kosteneffizient weitergeht, haben wir in diesem Sommer das Erneuerbare-Energien-Gesetz grundlegend erneuert. Im gleichen Zuge haben wir den Strommarkt fit für das Zeitalter der erneuerbaren Energien gemacht. Und wir haben den gesetzlichen Rahmen für die Digitalisierung der Energiewende gesetzt.

Doch all das allein reicht nicht, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. Denn es ist nicht nur wichtig, wie wir Energie produzieren. Mindestens genauso wichtig ist, wie viel Energie wir verbrauchen. Daher müssen wir neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien die zweite Säule der Energiewende ebenso entschlossen stärken: die Energieeffizienz.

Nur wenn wir in Zukunft noch effizienter mit Energie umgehen, können wir unser Ziel erreichen, bis 2020 40 Prozent weniger Treibhausgase als im Jahr 1990 auszustoßen. Gleichzeitig lohnt sich Energieeffizienz für den Geldbeutel: Bürgerinnen und Bürger sparen bares Geld, indem sie auf effiziente Haushaltsgeräte umsteigen, Stromfresser ausschalten oder in energetische Sanierung von Wohngebäuden investieren. Und auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist Energieeffizienz entscheidend. Denn Unternehmen, die weniger Energie verbrauchen und weniger Emissionen ausstoßen, verschaffen sich wichtige Kostenvorteile im internationalen Wettbewerb.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Bundesregierung, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 zu senken. Auf diesem Weg konnten wir schon viel erreichen. Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits im Dezember 2014 ein umfangreiches Arbeitsprogramm vorgelegt und mittlerweile alle wesentlichen Maßnahmen umgesetzt. Privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen stehen heute Beratungs- und Förderangebote für alle wichtigen Bereiche zur Verfügung, um Energie noch effizienter zu nutzen. Insgesamt stehen hierfür bis 2020 17 Milliarden Euro bereit.

Ein Beispiel ist das neue Programm zur Förderung der Heizungsoptimierung. In vielen deutschen Heizungskellern sind veraltete Heizungs- und Warmwasserpumpen im Einsatz, die unnötig viel Energie verbrauchen. Ein Artikel in dieser Ausgabe der „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ zeigt, wie Hauseigentümer, Unternehmen und Kommunen seit dem 1. August dabei unterstützt werden, alte Anlagen auszutauschen und das Heizungssystem zu optimieren. Das schafft häufig Stromeinsparungen von 70 bis 80 Prozent.

Neben der finanziellen Förderung geht es aber auch darum, einen Bewusstseinswandel anzustoßen und die Menschen zu motivieren, sich mit dem Thema und seinen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Deshalb haben wir die breit angelegte Informationsoffensive „Deutschland macht’s effizient“ gestartet. Herzstück der Kampagne ist die Website www.machts-effizient.de. Eine wichtige Kernaussage: Kluge Maßnahmen für mehr Energieeffizienz haben nichts mit Verzicht zu tun. Sondern sie schaffen Mehrwert – für mehr Komfort, für die Haushaltskasse und schließlich für den Klimaschutz.
Doch auch über die bisherigen Maßnahmen hinaus werden wir das Tempo steigern müssen, um die langfristigen Einsparziele zu erreichen. Welche weiteren Maßnahmen in Zukunft notwendig sein werden, steht im Zentrum der öffentlichen Konsultation zum „Grünbuch Energieeffizienz“, die das BMWi am 12. August 2016 begonnen hat. Ich lade Sie herzlich dazu ein, sich in die bereits intensiv laufende Diskussion einzubringen. Auf der Website www.gruenbuch-energieeffizienz.de erhalten Sie alle weiteren Informationen und können Stellung beziehen.

Neben dem Förderprogramm zur Heizungsoptimierung finden Sie in dieser Ausgabe der „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ unter anderem Beiträge zur Bündelung der Exportinitiativen des BMWi unter der Dachmarke „Mittelstand Global“, zu aktuellen Vorschlägen für die Förderung strukturschwacher Regionen in Deutschland ab 2020 sowie zu weiteren aktuellen wirtschaftspolitischen Themen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Sigmar Gabriel
Bundesminister für Wirtschaft und Energie