Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Gesundheit ist ein hohes und wichtiges Gut. Das gilt für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Weil Gesundheit wertvoll ist, ist die Gesundheitsversorgung weit mehr als nur ein Kostenfaktor: Insbesondere der medizinisch-technische Fortschritt, das gestiegene Wohlstandsniveau und die demografische Entwicklung haben dazu geführt, dass die volkswirtschaftliche Bedeutung der Gesundheitswirtschaft in Deutschland immer weiter zugenommen hat. Im vergangenen Jahr hat die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft mit annähernd 280 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert erreicht. Mittlerweile arbeiten rund 6,2 Millionen Beschäftigte - und damit mehr als jeder siebte Erwerbstätige - in diesem Bereich. Auch die Exporttätigkeit der Gesundheitswirtschaft entwickelte sich in den vergangenen Jahren erfreulich.

Mit ihrer Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus weiteren Wirtschaftsbereichen sichert die Gesundheitswirtschaft auch in anderen Branchen Arbeitsplätze und Einkommen. Um genauere Informationen zum Ausmaß der Verflechtung der Gesundheitswirtschaft mit anderen Wirtschaftszweigen zu erhalten, wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in den letzten Jahren mehrere Studien durchgeführt. Auf deren Basis wurde eine Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung entwickelt und nun aktualisiert. Deren Kernergebnisse fasst ein Schwerpunktartikel in diesem Monatsbericht zusammen. Die Berechnungen zeigen, dass die positiven direkten volkswirtschaftlichen Effekte der Gesundheitswirtschaft durch enge Beziehungen zu anderen Wirtschaftszweigen noch verstärkt werden.

Diese positiven Auswirkungen auf Wachstum und Wohlstand weiter zu fördern ist auch Ziel der Exportinitiative Gesundheitswirtschaft. Unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt die Exportinitiative bereits seit einigen Jahren deutsche Unternehmen der Gesundheitswirtschaft auf ihrem Weg ins Ausland. Sie richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, die diese Branche besonders prägen. Für diese Unternehmen führt die zunehmende Globalisierung zu zusätzlichen Herausforderungen: Zum einen bieten sich größere Absatzmöglichkeiten, zum anderen müssen gerade kleinere Unternehmen heute viel internationaler denken und handeln als noch vor einigen Jahrzehnten. Neue Konkurrenten aus anderen Ländern treten mit immer besseren Produkten auf den Markt und auch der Preiswettbewerb nimmt zu.

Doch warum unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Branche, die bereits erfolgreich im Export positioniert ist? Hier geht es vor allem darum, dass der Marktzugang immer schwieriger wird. So unterscheiden sich die Gesundheitsmärkte von Land zu Land hinsichtlich ihrer Komplexität und Struktur. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist es schwierig, die Marktmechanismen im Ausland zu durchdringen. Beispielsweise führen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen zu stärkeren Kostenrisiken für die Unternehmen bei der Markteinführung eines Produktes. Hier helfen wir Unternehmen, die notwendigen Marktzugangsinformationen zu erlangen. Außerdem ist eine zunehmende Nachfrage nach Systemlösungen zu beobachten, die kleine Unternehmen mit ihren Einzelprodukten oft nicht anbieten können. Durch Vernetzung vor Ort fördern wir den Zusammenschluss kleiner deutscher Unternehmen zu schlagkräftigen Einheiten. Unser Ziel: Wir wollen Deutschlands Position als eines der führenden Exportländer gesundheitswirtschaftlicher Produkte und Dienstleistungen sichern und ausbauen.

Auch bei der Lektüre der übrigen wirtschaftspolitischen Beiträge und Analysen wünsche ich Ihnen, wie immer, viel Freude und neue Erkenntnisse!

Sigmar Gabriel
Bundesminister für Wirtschaft und Energie