Die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke (1. Reihe Mitte) mit den Mitgliedern des Tourismusbeirats.

Die Parlamentarische Staatssekretärin Iris Gleicke (1. Reihe Mitte) mit den Mitgliedern des Tourismusbeirats

© BMWi/Andreas Mertens

Am 14. Juni 2016 tagte der Beirat für Fragen des Tourismus beim BMWi unter Vorsitz der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, für Mittelstand und Tourismus, Iris Gleicke, zum vierten Mal. Zentrale Themen dieser Sitzung waren Handlungsempfehlungen zum Outgoing-Tourismus, vor allem das künftige Pauschalreiserecht und die Sharing Economy.

Aktuell wird die Anfang des Jahres in Kraft getretene EU-Pauschalreiserichtlinie in deutsches Recht umgesetzt. Das Thema hat für die Tourismuswirtschaft große Bedeutung. "Besonders im Blick halten müssen wir die Belange der mittelständischen Reisebüros. Wir sind ja in Deutschland zu Recht stolz auf unsere knapp 10.000 Reisebüros, von deren Beratungsleistung auch der Verbraucher profitiert. Diese in Europa einzigartige Marktsituation dürfen wir nicht gefährden.", so Gleicke. Die EU-Regelungen erweitern den Pauschalreisebegriff und sehen besondere Regeln für sogenannte verbundene Reiseleistungen vor. Der früher als bisher greifende Verbraucherschutz stellt Reiseunternehmen vor neue Herausforderungen. Dazu gehören auch komplizierte Abgrenzungsfragen zwischen Reiseveranstaltern und Reisevermittlern, die erhebliche Auswirkungen auf die Haftungsverhältnisse, insbesondere von Reisebüros, haben können.

Die Sharing Economy ist in den letzten Jahren rasant in traditionelle Geschäftsmodelle, insbesondere im Hotelbereich, eingedrungen. Neu ist dabei nicht die Idee des Teilens, sondern dessen erhebliche Ausweitung durch digitale Plattformen im Internet und mobile Applikationen (Apps). "Es ist ein Zukunftsthema, das die Tourismuswirtschaft treibt und an dem die öffentliche Hand nicht vorbei kann", so Iris Gleicke. "Wir beobachten und analysieren die Entwicklungen verstärkt, um einen Handlungsrahmen zu finden, der eine gerechte Balance für alle Beteiligten darstellt. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind Innovationen und kreative Ideen essentiell. Hierbei ist Rechtssicherheit für alle Beteiligten wichtig." Der Beirat beschäftigte sich mit Fragen des Ausgleichs zwischen den Effekten der Sharing Economy. Auf der einen Seite stehen die Erschließung neuer Märkte, effizientere Ressourcennutzung und Preisvorteile für Verbraucher. Auf der anderen Seite gilt es, dem Interesse gerecht zu werden, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen zu schaffen, Arbeitnehmerrechte zu wahren oder den Verbraucherschutz sicherzustellen.

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