Hafen und Container zum Thema Exportkreditgarantien

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Nach intensiven Verhandlungen haben Deutschland und China eine bilaterale Rückversicherungsrahmenvereinbarung im Bereich der staatlichen Exportkreditgarantien getroffen. Das entsprechende Abkommen wurde von Vertretern der chinesischen Exportkreditagentur Sinosure und Euler Hermes, den für Exportkreditversicherungen zuständigen Mandataren des Bundes, am 9. Mai 2016 in Warschau unterzeichnet. Das Abkommen ist das erste seiner Art mit einer staatlichen Exportkreditagentur außerhalb der OECD.

Rückversicherungen im Bereich der staatlichen Exportkreditgarantien gewinnen in Zeiten globaler Wertschöpfungsketten zunehmend an Bedeutung. Sie erleichtern bzw. ermöglichen die Absicherung von Ausfuhrgeschäften mit einem hohen ausländischen Warenanteil. Geschäfte mit einem hohen Anteil chinesischer Zulieferungen können jetzt bei Einbeziehung von Sinosure mit einer Bundesdeckung abgesichert werden. Für deutsche Exporteure stellt die neue Vereinbarung damit eine signifikante Verbesserung dar. Dies stärkt den deutschen Außenhandel im internationalen Wettbewerb und trägt den starken Handelsbeziehungen Deutschlands und Chinas Rechnung. Knapp zehn Prozent der Einfuhren nach Deutschland stammen aus China. Rund sechs Prozent des deutschen Exports fließen in das Reich der Mitte.

Zum Prinzip der Rückversicherung: Der Erstversicherer sichert die Ausfallrisiken aus dem gesamten Exportkredit ab. Kommt es zum Forderungsausfall, entschädigt der Erstversicherer den Deckungsnehmer in vollem Umfang. Der ausländische Rückversicherer wiederum trägt das Risiko anteilig an den in seinem Land hergestellten Lieferungen und beteiligt sich entsprechend dieser Rückversicherungsquote an der vom Erstversicherer zu zahlenden Entschädigungsleistung.