Boris Levin

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Zur Person:
Dr. Boris Levin ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Stargate Capital GmbH, die in mittelständische Unternehmen investiert und neben Eigenkapital auch Management bzw. strategisches Know-how einbringt.

Dr. Boris Levin ist 55 Jahre alt, wurde in der Ukraine geboren, hat in den USA Ingenieurswissenschaften studiert und lebt seit 27 Jahren in Deutschland. Er startete seine Karriere als Berater bei The Boston Consulting Group.

Seit 2011 investiert er als Business Angel sowohl Wagniskapital in erfolgversprechende Start-ups aus verschiedenen Technologiebranchen als auch strategisches Know-How.

Herr Levin, warum unterstützen Sie junge Unternehmen mit Wagniskapital?

Boris Levin: Es macht einfach Spaß! Ich bin zum einen selbst sehr Technologie-affin, zum anderen arbeite ich gerne mit Menschen aus Technologie-Start-ups zusammen. Da hat man oft ein kleines Team, das für ein bestimmtes Thema brennt und jeden Tag versucht, ein Stück weiter voranzukommen. Das erlebe ich als sehr erfrischend gerade im Vergleich zu meiner beruflichen Tätigkeit, bei der Abstimmungen oft sehr schwierig sind und viel Geduld nötig ist. Und natürlich möchte ich mit meinen Investments auch Geld verdienen.

Wie sind Sie auf die Cosinuss GmbH, die Sie mit Wagniskapital unterstützt haben, aufmerksam geworden?

Boris Levin: Durch Zufall. Eines der Unternehmen, die ich beruflich betreue, ist die Firma Loewe – ein deutscher Hersteller von Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik, der einiges an Kapazitäten für EMS (Electronics Manufacturing Services; Anm. d. Red.) aufgebaut hat und diese Dritten anbietet. Cosinuss ist auf der Suche nach Produktionsstätten für deren mobile Sensoren an Loewe herangetreten und dabei haben wir uns kennengelernt. Kurz darauf hat Cosinuss mich gefragt, ob ich mir vorstellen könne, in ihr Unternehmen zu investieren.

Hat das INVEST-Programm etwas an Ihrer Investition geändert?

Boris Levin: Ja, das hat es in der Tat: Ich habe mehr Geld in das Start-up investiert, weil ich Cosinuss die 20 Prozent Erwerbszuschuss, die ich von INVEST erhalten habe, als zusätzliches Wagniskapital zur Verfügung gestellt habe.

Boris Levin

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Wie war der Weg von der Antragsstellung bis zur Auszahlung des Erwerbszuschusses?

Boris Levin: Total unkompliziert, ich war wirklich überrascht. Meine Ansprechperson beim BAFA haben schnell und verbindlich gearbeitet, das Ausfüllen des Online-Antrags war einfach, der Bewilligungsbescheid wurde schnell zurückgeschickt, dann mussten nur noch ein paar Belege eingereicht werden. Und dann habe ich auch schon die 20 Prozent Erwerbszuschuss ausgezahlt bekommen. Das Ganze hat gerade einmal 6 bis 8 Wochen gedauert – so ein schlankes und unbürokratisches Verfahren kannte ich bislang nicht.

Für Investoren, die wie Sie als „natürliche Person“ in Start-ups investieren, bietet INVEST neuerdings den Exitzuschuss: eine pauschale Erstattung der Steuern auf den Gewinn, den Sie beim Verkauf Ihrer Anteile nach frühestens drei Jahren erhalten. Wie bewerten Sie das?

Boris Levin: Das finde ich sehr gut. Allerdings möchte ich meine Anteile an Cosinuss derzeit nicht veräußern. Falls ich jedoch – aus welchem Grund auch immer – den Exitzuschuss zukünftig erhalten werde, ist für mich klar: Das Geld investiere ich wieder in Start-ups.

Zum Schluss: Würden Sie INVEST anderen Investoren empfehlen?

Boris Levin: Das habe ich bereits. Im YPO, der Young Presidents‘ Organization, habe ich einigen davon erzählt und ich schätze mal, fünf bis sechs Mitglieder davon überzeugt, INVEST zu nutzen. Meines Wissens gibt es so etwas ja nicht einmal im Silicon Valley. Und auch wenn dort ein ganz anderer Unternehmergeist herrscht, haben auch wir hier in Deutschland richtig gute Leute, die von der Uni kommen. Mit INVEST haben die nun deutlich bessere Chancen, ihre Ideen umzusetzen.