Matthias Machnig, Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Quelle: Michael Voigt

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Nordwest Zeitung (NWZ): Wie zufrieden ist die Bundesregierung mit dem Opel-Deal?

Staatssekretär Machnig: Es besteht die Chance, dass über diese Allianz ein echter europäischer Global Player in der Automobilindustrie entsteht. Dafür müssen Potenziale dieser Zusammenarbeit genutzt werden. Jetzt ist mit der Vereinbarung ein erster Schritt getan worden. Nun gilt es, eine Zukunftsstrategie für das gemeinsame Unternehmen zu entwickeln. Die Verhandlungen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. In diesem Prozess müssen Betriebsrat und Opel-Geschäftsleitung umfassend und transparent einbezogen werden. Bis dahin muss auch klar sein, was die gemeinsamen Antworten bei Elektromobilität und CO₂-Minderung sein werden und welche neuen Produkte es geben wird.

NWZ: Ist es nicht völlig klar, dass es einen massiven Jobabbau geben wird?

Machnig: Die unmittelbare Gefahr sehe ich nicht. Es wird immer vergessen, dass die Investitionsgarantie bis 2020 gilt. Und die Investitionen auch in die deutschen Standorte wirken über diesen Zeitpunkt hinaus. Alles hängt davon ab, wie die Zukunftsstrategie für das nächste Jahrzehnt aussieht und wie man sich international aufstellt. Opel war aufgrund von GM-Vorgaben bisher nicht in der Lage, auf internationalen Wachstumsmärkten wie China präsent zu sein. Mit neuen Produkten von PSA und Opel wird sich das ändern. Das ist eine große Chance für Opel.

NWZ: Offenbar wäre es 2012/2013 beinahe zu einer Übernahme von Opel durch Volkswagen gekommen. Hätte ein Deal mit einem deutschen Konzern nicht bessere Perspektiven für Opel bedeutet?

Machnig: Diese Frage stellt sich jetzt nicht. Mit PSA und Opel gehen zwei Unternehmen zusammen, die sich auch auf europäischen Märkten durchaus ergänzen können. PSA hat Schwerpunkte in Frankreich und Südeuropa, Opel in Deutschland, Großbritannien und Osteuropa. Das passt zusammen. Daraus muss man nun eine Wachstumsstrategie für die nächsten Jahre machen. Wichtig ist im Übrigen, dass es künftig nur noch ein Opel geben wird. Im GM-Verbund hatten wir unterschiedliche Gesellschaften mit unterschiedlicher Rechtsform. Die Marke bleibt erhalten, und zwar mit einem deutschen Management.

Nordwest Zeitung vom 07.03.2017, Seite 5