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Dossier - Wirtschaftliche Entwicklung

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Einleitung

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem stetigen und breit angelegten Aufschwung mit einem soliden binnenwirtschaftlichen Fundament. Die Kapazitäten sind gut ausgelastet, die Beschäftigung steigt weiter und die Verbraucherpreise sind stabil. In ihrer Herbstprojektion geht die Bundesregierung für das laufende Jahr von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 2,0 Prozent aus. Für das Jahr 2018 wird ein Zuwachs von 1,9 Prozent erwartet.

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für Deutschland. Die Jahresprojektion im Januar ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Vorstellung der Herbstprojektion 2017
© BPK

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist sowie das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der Obergrenze der jährlichen Nettokreditaufnahme nach der Schuldenregel gemäß Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden sich im Archiv.

Eckwerte der Herbstprojektion 2017

Verwendung des Bruttoinlandsprodukts (preisbereinigt) [1]201620172018
Veränderung gegenüber Vorjahr in Prozent
Bruttoinlandsprodukt1,92,01,9
Konsumausgaben privater Haushalte [2]2,1 1,81,6
Konsumausgaben des Staates3,71,61,7
Bruttoanlageinvestitionen3,13,53,6
darunter: Ausrüstungen2,22,03,7
Bauten 2,74,33,4
Inlandsnachfrage 2,42,22,1
Exporte 2,63,54,0
Importe 3,94,44,7
Preisentwicklung:
Konsumausgaben privater Haushalte [2]0,61,71,5
Bruttoinlandsprodukt1,31,51,7
Erwerbstätige (Inland)1,31,51,1
nachrichtlich:
Verbraucherpreisindex
0,51,81,6
absolute Werte in Millionen Personen
Erwerbstätige (Inland)43,644,344,8
Arbeitslose (BA)2,692,542,47

[1] Bis 2016 vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes; Stand: August 2017;
[2] Einschließlich der Organisationen ohne Erwerbszweck.

Kennzahlen zur Lage der deutschen Wirtschaft

2,0
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
2017 gegenüber Vorjahr

3,5
Symbolicon für Lastenwagen

Prozent Anstieg der Exporte
2017 gegenüber Vorjahr

1,8
Symbolicon für Geld

Prozent Anstieg der privaten Konsumausgaben
2017 gegenüber Vorjahr

1,5
Symbolicon für Arbeiter

Prozent mehr Erwerbstätige
2017 gegenüber Vorjahr

Aktuelle Lage

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2017

Die Konjunktur bleibt zum Jahresende aufwärtsgerichtet. Für das Jahr 2017 zeichnet sich insgesamt ein starkes Ergebnis für das Bruttoinlandsprodukt ab. Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren senden positive Signale für die Industrie. Nach schwächeren Ergebnissen im September und Oktober dürfte sich die Industrieproduktion lebhaft fortsetzen. Die Anschaffungsneigung der Konsumenten und die Stimmung im Handel sind positiv. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in weiten Teilen der Wirtschaft ist weiterhin sehr hoch. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung verringern sich in der Tendenz. Strukturelle Herausforderungen bleiben am Arbeitsmarkt dennoch bestehen.

Die deutsche Konjunktur befindet sich in einem dynamischen Aufschwung. Im dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung (BIP) stark um preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,8 % gestiegen. Die Konjunktur war bereits im ersten Halbjahr kräftiger als bisher statistisch ausgewiesen. Angesichts der Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf zeichnet sich ein starkes Jahresergebnis ab. Im dritten Quartal lieferte insbesondere der positive Außenbeitrag in Höhe von 0,4 Prozentpunkten Impulse, weil die Exporte stärker expandierten als die Importe. Angesichts ausgelasteter Produktionskapazitäten und günstiger Finanzierungsbedingungen zogen die privaten Investitionen in Ausrüstungen an; sie stiegen im dritten Quartal um 2,8 %. Zudem kam es zu einem Vorratsaufbau. Der private Konsum, wesentlicher Wachstumstreiber der letzten Jahre, stagnierte vorübergehend (-0,1 %). Der Beschäftigungsaufwuchs setzte sich nahezu ungebremst fort und auch die Einkommen nahmen im abgelaufenen Quartal weiter zu. Insgesamt dürfte sich die gute wirtschaftliche Entwicklung zum Jahresende fortsetzen. Der Anstieg der Industrieproduktion könnte allerdings im vierten Quartal geringer ausfallen. Die konjunkturelle Grundtendenz bleibt aber kräftig. Hierauf weisen auch die sehr positiven Stimmungsindikatoren hin.

Lesen Sie hier mehr zur wirtschaftlichen Lage im Dezember.

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Weiterführende Informationen

Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy