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Dossier - Strommarkt der Zukunft

Strommarkt der Zukunft

Einleitung

Schon heute machen die erneuerbaren Energien rund ein Drittel unserer Stromversorgung aus. Doch je mehr die Stromversorgung aus wetterabhängigen Energiequellen wie Wind und Sonne stammt, umso mehr schwankt die Einspeisung in das Stromnetz. Ein moderner Strommarkt begegnet dieser Herausforderung: Mit ihm soll auch bei hohen Anteilen von erneuerbaren Energien eine sichere, kostengünstige und umweltverträgliche Versorgung mit Strom gewährleistet werden.

Was macht ein Strommarkt? Die Antwort lässt sich so zusammenfassen: Er muss einerseits jederzeit Erzeugung und Verbrauch von Strom synchronisieren und andererseits dafür sorgen, dass auch in Zeiten von Nachfragespitzen ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Mit anderen Worten: er muss für Versorgungssicherheit sorgen. Der von der Politik gesetzte wettbewerbliche Rahmen hat bewirkt, dass heute private wie gewerbliche Kunden unter einer großen Zahl von Anbietern wählen können. Wettbewerb sorgt für Effizienz und kostengünstige Angebote.

Zahlen und Fakten zum Strommarkt in Deutschland

594,7
Symbolicon für Solarhaus

TWh
betrug der Inlandstromverbrauch in 2016 (brutto).

53,7
Symbolicon für Stromtrasse

TWh
wurden 2016 aus Deutschland mehr exportiert als aus dem Ausland importiert.

31,7
Symbolicon für Windräder

Prozent
des Stromverbrauchs in Deutschland wurden 2016 durch erneuerbare Energien gedeckt.

9
Symbolicon für Bürogebäude in Deutschland

unmittelbare Nachbarländer
hat Deutschland, mit denen physikalisch Strom ausgetauscht wird.

Stromerzeugung

Zahlen und Fakten

Deutschland liegt inmitten eines vernetzten europäischen Stromsystems und ist aufgrund dieser zentralen geografischen Lage in Europa ein wichtiger Partner im europäischen Strommarkt und eine Drehscheibe der europäischen Stromflüsse. Zudem exportiert Deutschland immer mehr Strom in seine Nachbarländer. Treibende Kraft für die Import- und Exportflüsse sind die Großhandelspreise an den nationalen Strombörsen, die von der jeweiligen Stromnachfrage, der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien und den Brennstoffkosten für fossile Kraftwerke bestimmt werden.

Stromerzeugung europäisch

Der physikalische Stromaustausch erfolgt mit neun unmittelbaren Nachbarländern - Dänemark, Niederlande, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Polen und über ein Seekabel mit Schweden. Deutschland exportierte im Jahr 2016 80,7 Milliarden kWh Strom in seine Nachbarländer, während 27,0 Milliarden kWh Strom importiert wurden.

In Europa verfügt Deutschland über die höchste installierte Kraftwerksleistung und erzeugt und verbraucht am meisten Strom.
Weitere Informationen zu den Energiedaten der europäischen Staaten sind auf den Internetseiten von Eurostat, der europäischen Statistikbehörde, veröffentlicht

Stromerzeugung national

Mit der Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur (BNetzA) wird der Stromerzeugungsmarkt in Deutschland abgebildet.

Derzeit (Kraftwerksliste der BNetzA, Stand 31. März 2017) sind Erzeugungsanlagen mit einer Netto-Nennleistung von insgesamt rund 205,7 Gigawatt (GW) installiert. Von der Netto-Nennleistung entfällt ein Anteil von ca. 97,9 GW auf erneuerbare Energien, darunter ca. 39 GW auf Solar- und ca. 45 GW auf Windenergie. Die gesamte installierte Leistung von Photovoltaik- und Windenergieanlagen beträgt zusammen bereits rund 84 GW.

Dieses Leistungsangebot steht dem Strommarkt jedoch nicht jederzeit zur Deckung der Nachfrage zur Verfügung, sondern ist von den Wetterverhältnissen abhängig. Um die Versorgung zu sichern, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, werden konventionelle Kraftwerksanlagen eingesetzt.

Entwicklungen auf dem Strommarkt jederzeit nachvollziehen – mit SMARD

Strommarktdaten transparent, verständlich und übersichtlich aufbereitet – das bietet die die neue Informationsplattform Strommarkt SMARD.

Auf der Internetseite www.SMARD.de werden zentrale Strommarktdaten für Deutschland, teilweise auch für Europa, nahezu in Echtzeit dargestellt. Daten etwa zu Erzeugung, Verbrauch, Großhandelspreise, Im- und Export und Regelenergie können für unterschiedliche Zeiträume ermittelt und kombiniert abgerufen werden. Die Daten sind anwenderfreundlich aufbereitet, zudem profitieren Expertinnen und Experten von umfangreichen Analysefunktionen. Auf diese Weise können Nutzerinnen und Nutzer jederzeit die Entwicklungen am Strommarkt und den Fortgang der Energiewende nachverfolgen.

Erneuerbare immer wichtiger bei der Stromerzeugung

188 Milliarden Kilowattstunden wurden im Jahr 2016 aus erneuerbaren Energien erzeugt und erreichten einen Anteil von 31,7 Prozent am Bruttostromverbrauch.

Der Strommix verändert sich

In Deutschland wurden im Jahr 2016  rund 648 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugt - das sind 648 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Bei stetig wachsendem Anteil von erneuerbaren Energien geht der Anteil von Kernenergie, Braun- und Steinkohle am Energieträgermix der deutschen Stromversorgung zurück.

Energieträger2012201320142015 2016 [1] 
Mrd. kWhin %Mrd. kWhin %Mrd. kWhin %Mrd. kWhin %Mrd. kWhin %
Bruttostromerzeugung insgesamt628,6100,0637,7100,0626,7100,0646,9100,0648,4100,0
Braunkohle160,725,6160,925,2155,824,9154,523,9150,023,1
Kernenergie99,515,897,315,397,115,591,814,284,613,0
Steinkohle116,418,5127,3 [5]20,0118,618,9117,718,2111,517,2
Erdgas76,412,267,510,661,19,762,09,680,512,4
Mineralöl7,61,27,21,15,70,96,21,05,90,9
Erneuerbare Energien142,322,6151,323,7161,425,8187,429,0188,329,0
Windkraft an Land50,78,150,88,055,98,970,911,065,010,0
Windkraft auf See0,90,11,40,28,31,312,41,9
Wasserkraft [2]22,13,523,03,619,63,119,02,921,03,2
Biomasse38,26,140,16,342,26,744,66,945,67,0
Photovoltaik26,44,231,04,936,15,838,76,038,25,9
Hausmüll [3]5,00,85,40,86,11,05,80,96,00,9
andere
25,7
4,126,2
4,127,0
4,327,3
4,227,5
4,2
Stromaustauschsaldo Ausland-21,3-33,8-35,6-51,8-53,7
Brutto-Inlandsstromverbrauch [4]605,6603,9591,1595,1594,7

Stand: 07. Februar 2017; Abweichungen in den Summen durch Rundungen
1) Vorläufige Angaben, z.T. geschätzt
2) Erzeugung in Lauf- und Speicherwasserkraftwerken sowie Erzeugung aus natürlichem Zufluss in Pumpspeicherkraftwerken
3) Nur Erzeugung aus biogenem Anteil des Hausmülls (ca. 50 %)
4) Einschließlich Netzverluste und Eigenverbrauch
5) Im Gegensatz zur amtlichen Statistik um 5,6 TWh höher. Nachträgliche Korrektur 2015 wurde in der amtlichen Statistik für 2013 nicht mehr berücksichtigt.

Quellen: Statistisches Bundesamt; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie; BDEW Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V.; Statistik der Kohlenwirtschaft e.V.; Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW); AG Energiebilanzen e.V.

Bundesminister Gabriel vor dem Deutschen Bundestag zur Weiterentwicklung der EEG-Reform
Bundesminister Gabriel vor dem Deutschen Bundestag zur Weiterentwicklung der EEG-Reform am 8.7.2016, © Bundestag

Strommarkt 2.0

Ein Strommarkt für die Energiewende

Erneuerbare Energien wie Sonne und Windkraft sinnvoll integrieren, gleichzeitig sicher, kostengünstig und umweltverträglich Strom bereitstellen: das sind die zentralen Aufgaben eines neuen Strommarkts für das 21. Jahrhundert, eines Strommarkt 2.0.

Im Juni und Juli 2016 haben Bundestag und Bundesrat die Gesetze zur Weiterentwicklung des Strommarktes und zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen. Mit diesen Gesetzen werden die Weichen für einen Wettbewerb von flexibler Erzeugung, flexibler Nachfrage und Speichern gestellt sowie innovative Geschäftsmodelle im Strommarkt 2.0 ermöglicht.

Erneuerbare Energien sollen in Deutschland zukünftig den Hauptanteil der Energieversorgung übernehmen. Bis 2050 soll ihr Anteil am Bruttostromverbrauch mindestens 80 Prozent betragen. Die erneuerbaren Energien müssen daher kontinuierlich in das Stromversorgungssystem integriert werden, damit sie die konventionellen Energieträger mehr und mehr ersetzen. Die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen müssen einem sich im Wandel befindlichen Stromsystem gerecht werden und den Transformationsprozess intelligent steuern. Ein weiterentwickelter Strommarkt integriert Sonne, Wind und Co. optimal in den Markt - und sorgt gleichzeitig für Versorgungssicherheit.

Strommarkt fit für die erneuerbaren Energien

Mit dem am 8. Juli 2016 beschlossenen Gesetz zur Weiterentwicklung des Strommarktes (PDF: 1,08 MB) machen wir den Strommarkt fit für wachsende Anteile erneuerbarer Energien und stellen die Weichen für einen Wettbewerb von flexibler Erzeugung, flexibler Nachfrage und Speichern. Dies ist die größte Reform des Strommarktes seit der Liberalisierung in den neunziger Jahren. Der optimierte Strommarkt 2.0 sorgt dafür, dass die Stromversorgung in Deutschland auch bei weiter zunehmenden Mengen an Wind- und Sonnenstrom kostengünstig und verlässlich bleibt. Wir nehmen die Stromhändler in die Pflicht: Wenn niemand Strom verkaufen darf, den er nicht zeitgleich auch ins Netz einspeist, gibt es keine Defizite und die Versorgung bleibt sicher.

Eine freie Preisbildung am Stromgroßhandelsmarkt sorgt für Investitionen in die benötigten Kapazitäten. Es werden die Kapazitäten vorgehalten, die von Kunden nachgefragt werden - nicht mehr aber auch nicht weniger. Eine neu geschaffene Kapazitätsreserve, die strikt vom Strommarkt getrennt wird, wird ein Sicherheitsnetz für unvorhersehbare Ereignisse darstellen - sie sichert den Strommarkt 2.0 ab.

Die Kapazitätsreserve wird zunächst einen Umfang von 2 Gigawatt haben. Das BMWi wird den Umfang der Kapazitätsreserve mindestens alle zwei Jahre überprüfen. Der Entwurf der Kapazitätsreserveverordnung wurde am 01. November 2016 den Bundesländern und Verbänden zur Kenntnis- und Stellungnahme übersandt, die ihre Stellungnahmen bis zum 11. November 2016 übersenden konnten. Alle übersandten Stellungnahmen werden hier veröffentlicht, sofern bei der Übersendung nicht ausdrücklich um vertrauliche Behandlung gebeten wird.

Im Kontext der Gespräche des BMWi mit der Europäischen Kommission über die beihilferechtliche Genehmigung der Kapazitätsreserve hat die Kommission am 19. Mai 2017 das sogenannte Hauptprüfverfahren eröffnet. Es ist das erste Mal, dass sie über die Genehmigung eines Reserve-Konzepts zu entscheiden hat. Die Öffentlichkeit hatte bis zum 19. Juni 2017 Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Die Bundesregierung hat der Europäischen Kommission bereits ihre Stellungnahme übermittelt.

Die Überführung von 13 Prozent der Braunkohlekapazitäten in eine "Sicherheitsbereitschaft" mit anschließender endgültiger Stilllegung trägt dazu bei, unsere Klimaziele im Stromsektor bis 2020 zu erreichen. Am 1. Oktober 2016 wurde das Braunkohlekraftwerk Buschhaus als erstes Kraftwerk für vier Jahre vorläufig stillgelegt und damit in die Sicherheitsbereitschaft überführt.

Wir denken und verankern die Energiewende europäisch

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn sie europäisch gedacht und EU-rechtskonform ausgestaltet wird. Zumal Deutschland inmitten eines vernetzten europäischen Stromsystems liegt, das den Regeln des Binnenmarktes unterliegt.
Wir haben unsere energiepolitischen Maßnahmen europarechtlich abgesichert, intensive Gespräche mit der Europäischen Kommission geführt und uns vorbehaltlich der förmlichen Kommissions-Verfahren auf ein Energiepaket verständigt. Am 15. Dezember 2016 hat der Bundestag das Gesetz beschlossen, mit dem die Verständigung zu den wichtigsten Energie-Beihilfedossiers umgesetzt wurde. Detaillierte Informationen zu dieser Verständigung mit der EU-Kommission und dem hieraus resultierenden Umsetzungsbedarf in nationales Recht finden Sie hier (PDF: 68 KB).

Mit unseren Nachbarländern sind wir in einem ständigen Austausch über die Weiterentwicklung des Strommarktes, da wir überzeugt sind, dass die Energiewende effizient nur im Rahmen des Binnenmarktes gelingen kann. Auf diese Weise verbinden wir zum Beispiel Wasserkraft in Skandinavien und den Alpenländern mit Windkraft und Photovoltaik in Deutschland.

In einer "Gemeinsamen Erklärung zu regionaler Kooperation" hatte der ehemalige Bundesminister Sigmar Gabriel im Juni 2015 mit den Energieministerinnen und -ministern von elf Nachbarstaaten verabredet, dass weder in die freie Preisbildung noch in den grenzüberschreitenden Stromhandel eingegriffen wird - auch nicht in Zeiten von Knappheit und hohen Preisen an den Strombörsen. Deutschland und die Nachbarstaaten sehen große Vorteile im Binnenmarkt, weil mit ihm Versorgungssicherheit zu geringeren Kosten erreicht werden kann.

Diskussionsprozess „Strom 2030“

Deutschland hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Die Investitionen in Effizienztechnologien zu erhöhen und Treibhausgasemissionen bis 2050 weitgehend zu vermeiden. Dabei ist die Zeit bis 2030 entscheidend. Mit „Strom 2030“ richtet das BMWi daher den Blick nach vorne und hat im Sommer 2016 den Diskussionsprozess „Strom 2030“gestartet. Es skizziert auf der Grundlage aktueller Studien zwölf Trends für den Stromsektor, mit dem Ziel, die Klimaziele zu erreichen und eine sichere und kostengünstige Stromversorgung zu gewährleisten. Das Impulspapier wurde bis zum Frühjahr 2017 vertieft in den Plattformen Strommarkt und Energienetze diskutiert. Die Schlussfolgerungen wurden in einem Ergebnispapier veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie hier.

Einführung des Marktstammdatenregisters

Zur Verbesserung der Datenlage und der Transparenz in der Energiewirtschaft wird ein Marktstammdatenregister eingerichtet. Das Register ist ein von jedermann nutzbares Instrument, das erstmals sämtliche Erzeugungsanlagen – Neuanlagen und Bestandsanlagen, Anlagen zur Erzeugung von erneuerbarer und konventioneller Energie, von Strom und Gas – und bestimmte Verbrauchsanlagen sowie die Betreiber der Anlagen erfasst. Es kommt dem Monitoring zugute und trägt darüber hinaus zum Bürokratieabbau bei, indem es bestehende Meldepflichten ersetzt oder vereinfacht.

Rechtliche Grundlage dafür ist die sogenannte Marktstammdatenregisterverordnung (PDF, 132KB), die das Bundeskabinett am 8. März 2017 auf Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums verabschiedet hat und die am 1.Juli 2017 in Kraft getreten ist. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) wird das Marktstammdatenregister als online-basierte Datenbank betreiben. Das zugehörige Webportal befindet sich noch im Aufbau, die Nutzung wird voraussichtlich ab Herbst 2017 möglich sein. Stellungnahmen zum Referentenentwurf konnten bis zum 25. Januar 2017 an das BMWi gerichtet werden. Sofern ihrer Veröffentlichung nicht widersprochen wurde, sind die Stellungnahmen hier abrufbar.

Fragen und Antworten zum Strommarkt 2.0

Was bedeutet eigentlich "Strommarkt 2.0"?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie gewährleistet der Strommarkt 2.0 Versorgungssicherheit?

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Warum ist der Strommarkt 2.0 kostengünstiger als ein Kapazitätsmarkt?

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Versorgungssicherheit

Zuverlässige Stromversorgung für Wirtschaft und Verbraucher

Versorgungssicherheit ist gerade für einen hoch entwickelten Industriestandort wie Deutschland sehr wichtig. Bei der Versorgungssicherheit geht es um mehr als die Sorge um Licht und Komfort. Strom ist heute eine existenzielle Voraussetzung unseres Lebens. Im internationalen Vergleich ist die Stromversorgung in Deutschland sehr zuverlässig.

Zuverlässigkeit auf Rekordniveau

Die Gewährleistung eines sicheren Netzbetriebs ist in Deutschland die Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber (§ 12 EnWG). Sie planen und warten das Höchstspannungsnetz, regeln den Netzbetrieb und stimmen Stromerzeugung und -nachfrage aufeinander ab.
Ein Maß für die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ist die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit, d. h. die Zeit des Jahres, während derer ein Letztverbraucher nicht mit Elektrizität versorgt wird. Der Nichtverfügbarkeitswert wird in Deutschland durch die Bundesnetzagentur erfasst – er zeigt einen sinkenden Trend seit 2006. Im Jahr 2015 waren die Menschen und Unternehmen bundesweit im Schnitt nur ca. 12 Minuten ohne Strom. Das zeigt, dass die Stromversorgung auch durch einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien nicht beeinträchtigt wird.

Laufende Beobachtung der Versorgungssicherheit

Das BMWi führt nach § 51 des EnWG alle zwei Jahre ein Monitoring zur Versorgungssicherheit im Bereich der leitungsgebundenen Versorgung mit Elektrizität durch (den aktuellen Monitoring-Bericht finden Sie hier). Dabei werden unter Berücksichtigung der nationalen und internationalen Marktgegebenheiten die bestehende Versorgungslage und deren Entwicklung untersucht und in einem Bericht dargestellt. Im Zentrum des Berichts steht die Frage, ob und inwieweit die Unternehmen im Bereich der Stromerzeugung sowie bei der Stromübertragung und -verteilung ausreichend Vorsorge getroffen haben, um die Nachfrage nach Strom heute und in Zukunft jederzeit auch in extremen Situationen sicher zu decken.

Versorgungssicherheit in Deutschland auf hohen Niveau; Quelle: CEER 2016; EIA 2015; CEA 2015 Bild vergrößern

Versorgungssicherheit in Deutschland auf hohen Niveau - Durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrechungen je Letztverbraucher in Minuten im Jahr 2014

© Quelle: CEER 2016; EIA 2015; CEA 2015

Offshore-Windpark zum Thema Energiewende; Quelle: ABB

© ABB

Die nächste Phase der Energiewende kann beginnen

Zum Dossier

Moderne Kraftwerkstechnologien/KWK

Hoch effizient und dabei klimafreundlich

Moderne Kraftwerke mit hohen Umweltstandards sind ein Garant für eine zuverlässige Versorgung mit Energie. Auf dem langen Weg des Umbaus unserer Energieversorgung zu immer höheren Anteilen erneuerbarer Energien werden konventionelle Kraftwerke weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Bei KWK handelt es sich um eine CO2-arme Kraftwerkstechnologie, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme wird als Wärmeenergie vor Ort oder über Wärmenetze genutzt. Der eingesetzte Brennstoff wird doppelt und damit deutlich effizienter und sparsamer verwendet.

Grundlage der Förderung von Kraftwerken mit KWK-Technologie ist seit dem Jahr 2002 das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG). .Es regelt eine umlagefinanzierte Förderung für die gemeinsame und hocheffiziente Erzeugung von Strom und Wärme. Nach dem KWKG erhalten Betreiber geförderter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zeitlich befristete Zuschlagszahlungen pro Kilowattstunde KWK-Strom

Damit setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Anreize für Investitionen in hocheffiziente und CO2-arme KWK-Anlagen. Ziel ist ein höherer Anteil der Stromerzeugung aus KWK.

Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG)

Um sicherzustellen, dass die hocheffiziente und klimafreundliche KWK auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der weiteren Umsetzung der Energiewende in Deutschland spielt, wurde das KWKG mehrfach novelliert. Die Anfang 2016 in Kraft getretene Novelle (PDF: 309 KB) hat das Ziel, die Nettostromerzeugung aus KWK-Anlagen zu erhöhen und Investitionen in besonders effiziente, flexible und CO2-arme Anlagen zu steigern. Das Anfang 2017 in Kraft getretene KWK-Änderungsgesetz macht das KWKG beihilferechtlich wasserdicht und schafft damit langfristige Rechtssicherheit. Zusätzlich öffnet es die Förderung für mehr Wettbewerb: Die Förderhöhe für Strom aus KWK-Anlagen mit einer Leistung zwischen 1 und 50 Megawatt wird künftig per Ausschreibungen festgelegt. Eine zusätzliche Ausschreibung für innovative KWK-Systeme fördert besonders flexible und emissionssparende KWK-Systeme, die Wärme aus erneuerbaren Energien in ihren Betrieb integrieren. Diese neue Förderkategorie soll der KWK Zukunftsperspektiven eröffnen und notwendige Investitionen in flexible Technologien anreizen. Mehr erfahren.

Fragen und Antworten zur KWK-Novelle

Was sind die zentralen Ziele und Maßnahmen der Novellen?

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Wie funktioniert die Finanzierung der KWK-Umlage und wie hoch sind die Kosten für Verbraucher?

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Was ändert sich mit den Ausschreibungen der Förderung für mittelgroße KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme?

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Plattform Strommarkt

Gemeinsam den Strommarkt der Zukunft gestalten

Um Fragen der Weiterentwicklung des Strommarktes zu diskutieren, hat das Bundeswirtschaftsministerium ein Dialogforum gegründet: Die Plattform Strommarkt.

Die Plattform Strommarkt besteht aus dem Plenum sowie vier thematischen Arbeitsgruppen. Teilnehmer der Plattform sind Vertreter von Behörden, Verbänden, Nicht-Regierungs-Organisationen und wissenschaftlichen Einrichtungen. In den regelmäßig stattfindenden Plenarsitzungen werden vor allen Dingen Themen diskutiert, die für alle Arbeitsgruppen relevant sind. Mehr zur Plattform erfahren Sie hier.

Pressemitteilungen

  • 19.09.2017 - Pressemitteilung - Europäische und internationale Energiepolitik

    Pressemitteilung: Staatssekretär Baake beim Treffen der EU-Energieminister in Tallinn

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.07.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Strommarkt der Zukunft

    Pressemitteilung: SMARD, die neue Strommarkt-Plattform, ist online

    Öffnet Einzelsicht
  • 02.06.2017 - Pressemitteilung - Energiewende

    Pressemitteilung: Von der Stromwende zur Energiewende – BMWi veröffentlicht Ergebnisse der Konsultationen zum Grünbuch Energieeffizienz und zum Impulspapier Strom 2030

    Öffnet Einzelsicht
  • 23.05.2017 - Pressemitteilung - Strommarkt der Zukunft

    Pressemitteilung: Brüssel gibt grünes Licht für die Industrieausnahmen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.05.2017 - Pressemitteilung - Netze und Netzausbau

    Pressemitteilung: Staatssekretär Baake begrüßt zügigen Start der Antragskonferenzen für die Stromtrassen SuedLink und SuedOstLink und fordert konstruktiven Dialog

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Newsletter "Energiewende direkt"

Verteilernetz symbolisiert Strommarkt der Zukunft; Quelle: Getty Images/Hans-Peter Merten/The Image Bank

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