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Dossier - Rüstungsexportkontrolle

Für eine zurückhaltende und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik

Einleitung

Rüstungsexporte sind kein Mittel der Wirtschaftspolitik und keine Exporte wie alle anderen. Die Bundesregierung hat sich daher in diesem sensiblen Bereich besonders strenge Regeln auferlegt und verfolgt eine äußerst restriktive Genehmigungspolitik.

Der Export von Rüstungsgütern bedarf stets einer Genehmigung, die erst nach eingehender Einzelfallprüfung erteilt wird. Dabei legt die Bundesregierung besonderes Augenmerk darauf, dass die Güter nicht für Menschenrechtsverletzungen missbraucht werden oder zur Verschärfung von Krisen beitragen. Die Entscheidungen über Genehmigungen für Rüstungsexporte richten sich in erster Linie nach außen- und sicherheitspolitischen und nicht nach wirtschaftlichen oder beschäftigungspolitischen Erwägungen.

Für Rüstungsexporte gilt dabei noch mehr als sonst: Es gibt keine einfachen Lösungen und keine "Schwarz-Weiß-Entscheidungen". Vielmehr lohnt ein differenzierter Blick auf die genauen Umstände: So beliefert Deutschland andere Staaten mit Rüstungsgütern zum Beispiel zum Schutz von Küstengewässern oder für die Terrorismusbekämpfung. Auch ist Deutschland in internationale Sicherheitsstrukturen und Bündnisverpflichtungen eingebunden. Es kann also im Einzelfall legitime sicherheits- und bündnispolitische Interessen geben, die auch die Lieferung von Rüstungsgütern und Kriegswaffen rechtfertigen können.

Auch in Bezug auf so genannte Dual-Use-Güter, also Güter, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können, betreibt die Bundesregierung auf der Basis eines parteiübergreifenden politischen Grundkonsens seit jeher eine restriktive Exportkontrollpolitik. Das gleiche gilt für den Export von Überwachungstechnologien, für den die Bundesregierung auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums über das Wassenaar-Abkommen hinaus zusätzliche nationale Kontrollen eingeführt hat. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Vier Zahlen zu Rüstungsexporten

6,85
Symbolicon für Geldscheine

Milliarden Euro
betrug der Gesamtwert der Einzelgenehmigungen für Rüstungsexporte im Jahr 2016

46,4
Symbolicon für Tortendiagramm

Prozent
der Einzelgenehmigungen entfielen im Jahr 2016 auf EU/NATO und NATO-gleichgestellte Staaten

130
Symbolicon für Notizen

Staaten
haben den Vertrag über den Waffenhandel (Arms Trade Treaty - ATT) unterzeichnet

12
Symbolicon für eine Aufgabenliste

Sammelausfuhrgenehmigungen
wurden im Jahr 2016 erteilt

Aktuelle Zahlen

Bundesregierung legt Rüstungsexportbericht 2016 vor

Am 14. Juni 2017 hat das Bundeskabinett den Rüstungsexportbericht 2016 beschlossen.

Der aktuelle Rüstungsexportbericht 2016, den die Bundesregierung am 14. Juni 2017 vorgelegt hat, zeigt, dass auch 2016 und 2017 der Kurs einer verantwortungsvollen und restriktiven Rüstungsexportpolitik fortgesetzt wurde. So wurden im Gesamtjahr 2016 Einzelgenehmigungen in Höhe von insgesamt 6,85 Milliarden Euro erteilt (2015: 7,86 Milliarden Euro). Der endgültige Genehmigungswert ist damit etwas geringer ausgefallen, als die bereits im Januar 2016 veröffentlichten vorläufigen Genehmigungszahlen für 2016 (6,88 Milliarden Euro) erwarten ließen.

Für eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema Rüstungsexporte ist es außerdem entscheidend, nach der Art des genehmigten Rüstungsguts, seinen Verwendungsmöglichkeiten und dem konkreten Empfängerland zu unterscheiden. So entfiel ein hoher Anteil von 46,4 Prozent der Ausfuhrgenehmigungen (2015: 41 Prozent) auf Genehmigungen für Lieferungen in EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Länder in die der Export von Rüstungsgütern - nach den Politischen Grundsätzen der Bundesregierung - grundsätzlich nicht zu beschränken ist.

BMWi veröffentlicht Zwischenbericht über die Rüstungsexportgenehmigungen der ersten vier Monate des Jahres 2017

Zusätzlich zum Rüstungsexportbericht über die Exportpolitik für Rüstungsgüter im Jahr 2016 hat die Bundesregierung am 14. Juni 2017 auch den Zwischenbericht über die Rüstungsexportgenehmigungen der ersten vier Monate des Jahres 2017 vorgelegt. Auch in diesem Zeitraum wurde der Kurs einer restriktiven und verantwortungsvollen Rüstungsexportpolitik fortgesetzt. Insgesamt wurden bis einschließlich April 2017 Exportgenehmigungen mit einem Gesamtwert von 2,42 Milliarden Euro erteilt (2016: 3,30 Milliarden Euro). Davon entfallen 1,1 Milliarden Euro (rund 46 Prozent) auf EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Länder. Der Zwischenbericht kann hier abgerufen werden.

Deutsche Rüstungsexporte sind im globalen Vergleich gesunken

Auf Grundlage der Berechnungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI sind die Rüstungsexporte Deutschlands im globalen Vergleich im Zeitraum 2012-2016 um 36 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2007 bis 2011 zurückgegangen, während das globale Rüstungsexportvolumen um 8,4 Prozent zunahm. Unter den 20 größten exportierenden Nationen verzeichnet Deutschland den größten Rückgang im zurückliegenden Fünfjahreszeitraum (Quelle: SIPRI- Trends in international arms transfers, 2016, PDF: 526 KB).

Danach fiel der Anteil Deutschlands an den globalen Rüstungsexporten in den genannten Vergleichszeiträumen von 9,4 Prozent auf 5,6 Prozent. Deutschland wird von SIPRI in der Rangliste der größten Exporteure auf Rang fünf hinter den USA, Russland, China und Frankreich geführt.

Ausgewählte Infografiken zu Rüstungsexporten

Glossar

Symbolicon für Buch

Von Außenwirtschaftsgesetz bis Voranfrage: Das Glossar erläutert wichtige Begriffe aus dem Bereich der Rüstungsexportpolitik.

Übersicht

Prinzipien und Verfahren

Jeder Einzelfall wird geprüft

Entscheidungen über Rüstungsexporte sind stets Einzelfallentscheidungen. Deutschland hat hierfür strenge Regeln. Genehmigungen können unter anderem nur dann erteilt werden, wenn keine Gefahr besteht, dass die Rüstungsgüter bei einer friedensstörenden Handlung verwendet werden.

Grundlage für das Handeln der Bundesregierung sind die rechtlichen Vorgaben des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG), des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) sowie die "Politischen Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern vom 19. Januar 2000" (PDF, 90KB), der Gemeinsame Standpunkt der EU betreffend gemeinsame Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern vom 8. Dezember 2008 und der Vertrag über den Waffenhandel (Arms Trade Treaty). Mit der Einführung der Kleinwaffengrundsätze und der Eckpunkte für Post-Shipment-Kontrollen im Jahr 2015 hat die Bundesregierung die strengsten Regeln für Kleinwaffenexporte geschaffen, die es je in Deutschland gab. Das deutsche Regelwerk legt dabei zum Teil strengere Kriterien an, als dies vom Gemeinsamen Standpunkt der EU für Waffenausfuhren gefordert wird.

Besondere Strenge bei Ausfuhren in Drittländer

Auf der Grundlage dieser Vorschriften prüft die Bundesregierung Exportanträge sehr gründlich. Bei der Prüfung spielen die Aufrechterhaltung von Frieden, Sicherheit und Stabilität sowie die Achtung der Menschenrechte eine besonders große Rolle. Im Rahmen der Prüfkriterien wird u. a. differenziert nach EU-, NATO- und deren gleichgestellten Staaten (Australien, Japan, Neuseeland, Schweiz) einerseits und Drittländern andererseits.

Die Bundesregierung legt bei Rüstungsexporten in sogenannte Drittstaaten - also außerhalb von EU, NATO und gleichgestellten Staaten - sehr strenge Grundsätze an: Der Export von Kriegswaffen wird nicht genehmigt, es sei denn, dass im Einzelfall besondere außen- oder sicherheitspolitische Interessen für eine Genehmigung sprechen. Die Herstellung, der Handel oder die Vermittlung sowie die Ausfuhr von Kriegswaffen unterliegen den strengen Bestimmungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG). In diesem Gesetz wird ausdrücklich festgestellt, dass niemand einen Anspruch auf Erteilung einer Genehmigung hat.

Die Ausfuhr der sogenannten sonstigen Rüstungsgüter (Rüstungsgüter, die keine Kriegswaffen sind) richtet sich nach den Vorschriften des AWG und der AWV. Nach dem AWG gilt der Grundsatz der Freiheit des Außenwirtschaftsverkehrs. Deshalb hat der Antragsteller grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung der Ausfuhrgenehmigung, es sei denn, wesentliche Sicherheits- bzw. außenpolitische Interessen der Bundesrepublik Deutschland oder andere Gründe (§ 4 AWG) sprechen dagegen. Nach § 4 AWG kann eine Genehmigung versagt werden, wenn die Sicherheitsinteressen Deutschlands gefährdet sind, das friedliche Zusammenleben der Völker gestört wird oder eine erhebliche Störung der auswärtigen Beziehungen Deutschlands zu erwarten sind.

Wer entscheidet über Exportanträge?

Abgesehen von den Bereichen Bundeswehr, Zollgrenzdienst und Behörden für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit wurde die Befugnis zur Erteilung von Genehmigungen für die Ausfuhr von Kriegswaffen auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übertragen. Es entscheidet über Anträge auf Ausfuhren von Kriegswaffen im Benehmen mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium der Verteidigung. Für sonstige Rüstungsgüter ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zuständige Genehmigungsbehörde.

Entscheidungen über Rüstungsexportvorhaben werden unter Beteiligung des BMWi und des Auswärtigen Amtes nach einer sorgfältigen Abwägung der jeweiligen außen-, sicherheits- und menschenrechtspolitischen Argumente getroffen. Bei unterschiedlichen Auffassungen der am Entscheidungsfindungsprozess beteiligten Ressorts oder besonders bedeutsamen Fällen entscheidet in der Regel der Bundessicherheitsrat über die Erteilung oder Untersagung von Ausfuhrgenehmigungen.

Eine einheitliche Rüstungsexportpolitik in der EU schaffen

Rüstungsexportpolitik liegt in nationaler Kompetenz. Allerdings richten sich die EU-Mitgliedstaaten nach dem im Dezember 2008 verabschiedeten, rechtlich verbindlichen „Gemeinsamen Standpunkt 2008/944/GASP des Rates der Europäischen Union betreffend gemeinsame Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern“. Darüber hinaus setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass es innerhalb der EU zu einer vergleichbaren Handhabung von Rüstungsexportentscheidungen kommt. So wirbt die Bundesregierung auf europäischer und internationaler Ebene für Regelungen, die den in der Europäischen Union bislang einzigartigen deutschen Kleinwaffen- und Post-Shipment-Grundsätzen entsprechen.

Häufig gestellte Fragen zu Rüstungsexporten

Sind Rüstungsexporte ein Mittel der Wirtschaftspolitik?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie wird der Export von Gütern kontrolliert, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können (sog. "Dual-Use-Güter")?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wird die jetzige Bundesregierung mit Rüstungsexportgenehmigungen restriktiver umgehen?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Strengere Regeln

Neue Kleinwaffengrundsätze, bessere Endverbleibskontrolle

Die Ausfuhr von ‪‎Kleinwaffen erfordert eine besonders strenge Kontrolle, da sie in inneren und grenzüberschreitenden Konflikten zu den meisten Opfern führen und leichter in falsche Hände geraten und missbraucht werden können. Auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums regeln neue Kleinwaffengrundsätze den Export in Drittländer strenger. Mit neuen Post-Shipment-Kontrollen kann direkt im Empfängerland kontrolliert werden, um einer unerlaubten Weitergabe von Rüstungsgütern vorzubeugen.

Stärkte Regulierung von Kleinwaffen

Zur weiteren Verbesserung der Kontrolle von Kleinen und Leichten Waffen (dazu gehören insbesondere Maschinengewehre, Maschinenpistolen und Sturmgewehre) hat die Bundesregierung im März 2015 die sogenannten Kleinwaffengrundsätze (PDF, 40KB) beschlossen ("Grundsätze für die Erteilung von Genehmigungen für die Ausfuhr von Kleinen und Leichten Waffen, dazugehöriger Munition und entsprechender Herstellungsausrüstung in Drittländer").

Sie ergänzen die strengen Kriterien der bestehenden Politischen Grundsätze. Die neuen Kleinwaffengrundsätze sehen u. a. vor, dass grundsätzlich keine Genehmigungen für die Ausfuhr von Komponenten und Technologie in Drittländer (z. B. im Zusammenhang mit Lizenzvergaben) erteilt werden, die in dem betreffenden Land eine neue Herstellungslinie für Kleinwaffen oder passende Munition eröffnen. Es greift grundsätzlich das Prinzip „Neu für Alt“. Möchte der Empfänger Kleinwaffen erhalten, muss er aufgrund der Neulieferung alte Kleinwaffen aussondern und vernichten. So soll die Weiterverbreitung von Kleinwaffen verhindert werden. In Fällen, in denen die Neubeschaffung einen plausiblen Mehrbedarf des Empfängers deckt und Altwaffen deshalb nicht vernichtet werden, muss der Empfänger verbindlich zusagen, dass die zu liefernden Neuwaffen nach ihrer Aussonderung vernichtet werden (sog. alternativer Grundsatz „Neu, Vernichtung bei Aussonderung“). Zudem müssen Empfänger in Drittstaaten, bevor sie Kleinwaffen innerhalb des Empfängerlandes an andere als die genehmigten Empfänger weitergeben dürfen, künftig auch eine Zustimmung der Bundesregierung einholen.

Einführung von Post-Shipment-Kontrollen

Um künftig den Endverbleib von Kriegswaffen und sonstigen Rüstungsgütern besser kontrollieren zu können, hat die Bundesregierung die pilotmäßige Einführung sogenannter "Post-Shipment-Kontrollen" in Drittländern beschlossen. Staatliche Empfänger von Kleinwaffen in Drittländern müssen künftig vor Genehmigungserteilung zustimmen, dass der angegebene Endverbleib der Rüstungsgüter im Empfängerland tatsächlich später geprüft werden kann. So kann nach der Ausfuhr vor Ort überprüft werden, ob die gelieferten Kleinwaffen noch beim Endverwender im Empfängerland vorhanden sind. Unerlaubten Weitergaben an Dritte kann vorgebeugt werden. Dadurch wird die Endverbleibsicherung für aus Deutschland exportiertes Rüstungsmaterial weiter verbessert.

Die notwendigen Grundlagen hat die Bundesregierung im Juli 2015 mit den Eckpunkten zur Einführung von Post-Shipment-Kontrollen (PDF, 38KB) und im März 2016 mit Änderungen der Außenwirtschaftsverordnung geschaffen. Deutschland führt damit ein System ein, bei dem die Rüstungsexportkontrolle nicht mit dem Erteilen einer Genehmigung endet und nimmt damit auf europäischer und internationaler Ebene mit nur wenigen anderen Ländern eine Vorreiterrolle ein.

Um erste Erfahrungen mit Vor-Ort-Kontrollen sammeln zu können, konzentriert sich die Bundesregierung in einer Pilotphase auf die Kontrolle von Kleinwaffen. Vor-Ort-Kontrollen können naturgemäß erst dann durchgeführt werden, wenn die Waffen produziert und exportiert sind, die unter der Auflage von Post-Shipment-Kontrollen genehmigt wurden. Die erste Vor-Ort-Kontrolle im Rahmen der Pilotphase wurde Ende Mai 2017 durchgeführt. Weitere Kontrollen werden bereits vorbereitet.

Dual-Use-Güter und Überwachungstechnologie

Dual-Use-Güter sind keine Rüstungsgüter. Es handelt sich um Güter, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können wie zum Beispiel Werkzeugmaschinen, Prüf- und Messvorrichtungen, Werkstoffe, Ventile, Elektronik und eine Vielzahl weiterer industrieller Produkte. Ihre Ausfuhr ist auf europäischer Ebene durch die Dual-Use-Verordnung geregelt. Mehr zum Thema Dual-Use-Güter finden Sie hier.

Parlamentarische Anfragen

Symbolicon für Parlamentarische Anfragen

Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus dem Bundestag zu Rüstungsexporten

Übersicht

Mehr Transparenz

Umfassender und schneller über Rüstungsexporte informieren

Rüstungsgüter sind kein Exportgut wie jedes andere - daher legt die Bundesregierung besonderen Wert auf mehr Transparenz. Dazu gehört, die Öffentlichkeit und den Bundestag noch umfassender und früher zu informieren.

Die Veröffentlichung des Rüstungsexportberichts 2016 erfolgte am 14. Juni 2017 und damit zum vierten Mal bereits vor der parlamentarischen Sommerpause. Das heißt: Die Zeitspanne zwischen den erteilten Genehmigungen und der Vorlage des Berichts wird so erheblich verkürzt - in der Vergangenheit wurde der Rüstungsexportbericht erst im Herbst oder Winter vorgelegt. Daneben hat die Bundesregierung zeitgleich einen zusätzlichen Zwischenbericht über die erteilten Ausfuhrgenehmigungen der ersten vier Monate des Jahres 2017 veröffentlicht.

Intensiver Austausch mit gesellschaftlichen Gruppen

Die Bundesregierung fördert nachdrücklich den intensiven Gedankenaustausch zur deutschen Rüstungsexportpolitik mit Kirchen, Gewerkschaften, Industrie, Nichtregierungsorganisationen und anderen gesellschaftlichen Gruppen. Zu diesem Zweck wurde erstmalig im Juli 2015 ein Dialogforum zur deutschen Rüstungsexportpolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ins Leben gerufen, das im April 2016 zum zweiten Mal getagt hat.

Zu einer Vielzahl von Aspekten der Rüstungsexportpolitik beantwortet die Bundesregierung parlamentarische Fragen - diese sind hier abrufbar.

Zeitnahe Unterrichtung des Parlaments über Exportgenehmigungen

Im Rahmen der Transparenzoffensive hat das Bundeskabinett im Juni 2014 eine Änderung der Geschäftsordnung des Bundessicherheitsrates (GOBSR) (PDF: 158 KB) beschlossen, um das Parlament erstmals über abschließende Genehmigungsentscheidungen bei Rüstungsexporten zu informieren. Damit geht die Bundesregierung über die Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts hinaus, indem sie das Parlament nicht nur auf Anfrage, sondern aktiv nach jeder BSR-Sitzung informiert.

Bundesregierung legt alle abschließenden Genehmigungsentscheidungen zum Export von Rüstungsgütern aus dem Bundessicherheitsrat seit 2002 offen

Der Bundessicherheitsrat befasst sich nur mit politisch sensiblen Rüstungsexporten - darunter insbesondere Kriegswaffen für Drittländer. Die Bundesregierung legt nun alle Genehmigungsentscheidungen dieses Gremiums seit 2002 offen: Mit ihrer Antwort auf die Parlamentarische Anfrage BT-Drucksache 18/3002 (PDF, 9MB) hat die Bundesregierung detailliert dargelegt, welche Rüstungsexporte seit 2002 vom Bundessicherheitsrat (BSR) genehmigt wurden. Die Bundesregierung zeichnet damit an Transparenz zeithistorisch nach, was für aktuelle Genehmigungsentscheidungen bereits Praxis ist. Neu ist, dass auch die betroffenen Rüstungsunternehmen angegeben werden.

Weitere Informationen finden Sie in den Erläuterungen zur Bundestagsdrucksache 18/3002 (PDF, 210KB).

Konsultationsprozess "Zukunft der Rüstungsexportkontrolle"

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen Konsultationsprozess zur Zukunft der Rüstungsexportkontrolle durchgeführt, in dem verschiedene mögliche Ansätze zur Weiterentwicklung der Rüstungsexportkontrolle mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft, von Forschungsinstituten und aus der Zivilgesellschaft erörtert und abgewogen wurden. Die Abschlussveranstaltung fand am 7. März 2017 statt. Die Ergebnisse des Konsultationsprozesses werden nun systematisch aufgearbeitet und sind Grundlage für die weitere Arbeit zum Thema. Ziel des Prozesses ist es, das System der Rüstungsexportkontrolle in Deutschland insgesamt in den Blick zu nehmen, um Möglichkeiten zur Modernisierung und Verbesserung auszuloten.

Nachstehend finden Sie die für die Konsultation bislang gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium abgegebenen schriftlichen Beiträge:

Pressemitteilungen

  • 14.06.2017 - Pressemitteilung - Rüstungsexportkontrolle

    Pressemitteilung: Verantwortungsvolle und restriktive Rüstungsexportpolitik

    Öffnet Einzelsicht
  • 20.01.2017 - Pressemitteilung - Rüstungsexportkontrolle

    Pressemitteilung: Vorläufige Zahlen für 2016: Rüstungsexportgenehmigungen sinken um eine Milliarde Euro. Bundesregierung setzt auf restriktive und verantwortungsvolle Rüstungsexportpolitik

    Öffnet Einzelsicht
  • 26.10.2016 - Pressemitteilung - Rüstungsexportkontrolle

    Pressemitteilung: Verantwortungsvolle und transparente Rüstungsexportpolitik auch im ersten Halbjahr 2016 fortgesetzt

    Öffnet Einzelsicht
  • 06.07.2016 - Pressemitteilung - Rüstungsexportkontrolle

    Pressemitteilung: Kabinett beschließt Rüstungsexportbericht 2015

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Güterbahnhof zum Thema Rüstungsexportkontrolle; Quelle: Getty Images/Fabian Wentzel