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Dossier - Industriepolitik

Moderne Industriepolitik

Einleitung

Die Industrie ist in Deutschland in weit stärkerem Maße als in vergleichbaren Ländern das Fundament für Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. Mit hochwertigen und innovativen Erzeugnissen hat sich die deutsche Industrie über Jahrzehnte einen hervorragenden Ruf erarbeitet – dank ihrer hochqualifizierten Fachkräfte und einer exzellenten industriellen Forschung und Entwicklung.

Die Industrie bildet den Kern der deutschen Exportstärke. In vielen Bereichen wie in der Fahrzeugindustrie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der chemischen und pharmazeutischen Industrie nimmt Deutschland weltweit eine führende Position ein. Das zeigt eindrucksvoll die hohe Wertschätzung, die Produkte "Made in Germany" überall auf der Welt genießen.

Globale Herausforderungen meistern, Chancen nutzen

Globale Fragen wie der Klimawandel, die Ressourcenknappheit, die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie der demografische Wandel fordern von der deutschen Industrie eine hohe Veränderungs- und Anpassungsbereitschaft, bieten ihr zugleich aber auch große Chancen. Denn viele Folgen oder Begleiterscheinungen dieser Entwicklungen können nur zusammen mit der Industrie bewältigt werden. Sie kann mit ihren Kompetenzen und ihrem innovativen Potenzial maßgeblich dazu beitragen, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.

Für einen innovativen Industriestandort Deutschland                  

Die Industrie kann nur dann weiterhin ein Garant für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg sein, wenn sie wettbewerbsfähig ist - und zwar nicht nur in Europa, sondern weltweit. Dafür sind innovationsfreundliche  Rahmenbedingungen notwendig, die eine moderne Industriepolitik schaffen kann. Wichtig sind aber auch faire Wettbewerbsbedingungen auf den internationalen Märkten, für die sich die Bundesregierung einsetzt, und eine auf die Zukunft gerichtete Politik zur Sicherung des Fachkräftebedarfs.

Um die Innovationskraft der in Deutschland ansässigen Unternehmen zu stärken, gilt es, zukunftsweisende Impulse zu setzen. Die Förderung von Innovationsprozessen soll alle für Deutschland relevanten Leitmärkte und Schlüsseltechnologien in den Blick nehmen. Dazu gehören zum Beispiel der Maschinen- und Anlagenbau, die Mikroelektronik, die Produktionstechnik, die Werkstofftechnologie, die Bio- und Nanotechnologie, die Energie- und Umwelttechnik, Mobilität und Logistik, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie. Die technologische Transformation und der ständig zunehmende Wissens- und Informationsaustausch gehen mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. Auch die Herstellung wissens- und forschungsintensiver Güter und Dienstleistungen wird durch die Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien erheblich beeinflusst. Komplexe Fertigungsprozesse werden zunehmend digital steuerbar.

Wie die Industrie muss auch die Politik offen und flexibel auf neue Herausforderungen reagieren, damit der Innovations- und Produktionsstandort Deutschland dauerhaft attraktiv und zukunftsfähig bleibt.

Umwelt und Klima schützen

Bei der Bewältigung der ökonomischen Folgen des Klimawandels, der Erhöhung der Ressourcen- und Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien kommt der Industrie eine herausragende Rolle zu. Die Bioökonomie setzt auf ein nachhaltiges Wirtschaften in industriellen Prozessen mit biobasierten Rohstoffen und damit auf einen zukunftsweisenden Weg aus dem Erdöl. Umweltschutz ist einerseits ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, andererseits bietet er aber auch neue Marktchancen.

Die deutsche Industrie, insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau, die Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie die Elektrotechnik, belegt beim Export potenzieller Umwelt- und Klimaschutzgüter internationale Spitzenplätze. Sie kann deshalb einerseits von dieser Entwicklung in besonderer Weise profitieren, anderseits durch ihr Know-how aber auch einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Herausforderungen zu meistern. Indem das BMWi marktorientierte und technologieoffene Rahmenbedingungen schafft, wird es der besonderen Bedeutung der Industrie bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung gerecht. Lesen Sie hier mehr zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung.

Wenn die Rahmenbedingungen des Umwelt- und Klimaschutzes weiterentwickelt werden, gilt es, Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten des Industriestandortes Deutschlands zu vermeiden. Kosteneffizienz und Verhältnismäßigkeit müssen dabei beachtet werden.

Europäischer Kontext: Gemeinsam mehr erreichen

Die Industrie nimmt im Wirtschaftsgefüge der Europäischen Union (EU) einen hohen Stellenwert ein: Sie steht für über 85 Prozent der EU-Exporte, und über 32 Millionen Arbeitsplätze. Eine konsistente und zielgerichtete Industriepolitik gehört damit zu den zentralen Aufgaben der EU, um Wachstum und Wohlstand in der EU zu beflügeln sowie sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu gewährleisten. Der für die Industrie relevante Rechtsrahmen wird schon seit geraumer Zeit zu einem großen Teil auf europäischer Ebene gesetzt.

Zur besseren Abstimmung in zentralen industriepolitischen Fragen treffen sich seit 2013 die Industrieminister verschiedener EU-Mitgliedstaaten jährlich zur "Friends of Industry"-Konferenz. Im Jahr 2017 war die Bundesregierung Gastgeberin des Ministertreffens. Erfahren Sie mehr zu den Themen der europäischen Industriepolitik.

Vier Zahlen zur deutschen Industrie

6,1
Symbolicon für Arbeiter

Millionen Beschäftigte
arbeiteten 2016 in Deutschland in 44.788 Industriebetrieben mit 20 und mehr Beschäftigten

89,6
Symbolicon für Bürogebäude in Deutschland

Prozent aller Industriebetriebe
kamen 2016 aus dem deutschen Mittelstand mit weniger als 250 Mitarbeitern

22,6
Symbolicon für Tortendiagramm

Prozent der Bruttowertschöpfung
erwirtschaftete in Deutschland 2016 die Industrie

48
Symbolicon für Dampfer

Prozent beträgt die Exportquote in der Industrie
2016 hat Deutschland Waren im Wert von insgesamt 1,2 Billionen Euro ausgeführt

Industrie in Deutschland

Der starke Kern der deutschen Wirtschaft

Das Verarbeitende Gewerbe beschäftigte 2016 in fast 45.000 Betrieben mit 20 oder mehr Beschäftigten rund 6,12 Millionen Menschen in Deutschland und erzielte dabei insgesamt einen Umsatz von fast 1,8 Billionen Euro. Die deutsche Industrie zeichnet sich dabei durch eine gute Mischung aus international agierenden Konzernen und gut aufgestellten mittelständischen Unternehmen aus.

Der Anteil des Verarbeitenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche ist in Deutschland seit 20 Jahren nahezu konstant und lag 2016 bei 22,6 Prozent. Demgegenüber betrug der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung in der EU-insgesamt 2016 nur rund 16 Prozent; in wichtigen Industrienationen wie Frankreich oder Großbritannien lag er sogar noch deutlich darunter (siehe Infografik).

Regionale Cluster, starker Mittelstand

Diese vergleichsweise große Bedeutung der Industrie in Deutschland ist Ausdruck der gewachsenen Spezialisierungsstruktur der deutschen Wirtschaft aufgrund spezifischer Vorteile. Zu diesen zählen unter anderem die gewachsenen regionalen Cluster-Strukturen aus leistungsfähigen Klein-, Mittel- und Großunternehmen und Forschungseinrichtungen sowie die Verfügbarkeit hoch qualifizierter Facharbeiter und Ingenieure.

Die größten Industriebranchen 2016
BrancheUmsatz in Mrd. EuroBeschäftigte in Tsd.
Kfz-Industrie407828
Maschinenbau2401.025
Metallindustrie203916
Chemische/Pharmazeutische Industrie184447
Ernährungsgewerbe171580
Elektroindustrie168706

Quelle: Statistisches Bundesamt (erfasst werden jeweils nur Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen, außer Bauhauptgewerbe)


Stark im Export

Deutschland zählt zu den weltweit führenden Exportnationen. Im Jahr 2016 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1.207 Milliarden Euro ausgeführt (+1,1 Prozent gegenüber 2015). Die Außenhandelsbilanz schloss mit dem bisher höchsten Überschuss (252 Milliarden Euro) ab. Diese Exportstärke beruht vor allem auf der Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie. Das Verarbeitende Gewerbe verkauft fast 50 Prozent seiner Erzeugnisse ins Ausland, in vielen Branchen ist die Bedeutung des Auslandsgeschäfts jedoch noch erheblich größer: So lag 2016 die Exportquote in der pharmazeutischen Industrie bei knapp 67 Prozent, in der Kfz-Industrie bei über 63 Prozent, und im Maschinenbau bei 61 Prozent.

Die weltweit bedeutendsten Warenexporteure und -importeure 2016 (Anteil am weltweiten Warenexport bzw. -import)
China13,2 %USA13,9 %
USA9,1 %China9,8 %
Deutschland8,4 %Deutschland6,5 %
Japan4,0 %Großbritannien3,9 %
Niederlande3,6 %Japan3,7 %
Hongkong3,2 %Frankreich3,5 %
Frankreich3,1 %Hongkong3,4 %
Südkorea3,1 %Niederlande3,1 %
Italien2,9 %Kanada2,6 %
Großbritannien2,6 %Südkorea2,5 %

Quelle: WTO

Industrienahe Dienstleistungen werden wichtiger

Die Struktur der deutschen Wirtschaft hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten tiefgreifend gewandelt. Während 1970 noch die Hälfte der Arbeitnehmer im Verarbeitenden Gewerbe tätig war gilt dies heute lediglich für rund 19 Prozent. Auch der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung, der 1970 noch bei 36,5 Prozent lag, war über viele Jahre rückläufig; seit Mitte der neunziger Jahre ist diese Entwicklung jedoch zum Stillstand gekommen. 2016 lag der Industrieanteil an der Bruttowertschöpfung in Deutschland bei 22,6 Prozent, und damit deutlich höher als in vergleichbaren Industrienationen.

Diese Verschiebung ist jedoch keineswegs Ausdruck einer schwindenden Bedeutung der Industrie, sondern ist vor allem das Ergebnis grundlegender Veränderungen im Wertschöpfungsprozess, an dem unternehmensnahe und produktbegleitende Dienstleistungen einen immer höheren Anteil gewinnen. Diese Entwicklung führt dazu, dass der reine Wertschöpfungsanteil die tatsächliche volkswirtschaftliche Bedeutung der Industrie nicht in vollem Umfang erkennen lässt. Die Industrie leistet mit ihrer starken Nachfrage nach Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung dieses Sektors. Dienstleister werden immer stärker zu Vorleistern für die Industrie und produktbegleitende Dienstleistungen gewinnen im Rahmen der Vermarktung von Industrieprodukten und -anlagen zunehmend an Bedeutung.

Alle Infografiken auf einen Blick

Schlüsseltechnologien und Leitmärkte

Innovative Technologien mit Zukunftspotenzial

Schlüsseltechnologien beschleunigen Innovationen: Sie sind Grundlage für vielfältige Anwendungen, innovative Produkte und neue Dienstleistungen in unterschiedlichen Industriebranchen.

Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands beruht maßgeblich auf der Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und insbesondere ihrer Innovationsfähigkeit. Um dies zu unterstützen, hat die Bundesregierung alle forschungs-, technologie- und innovationspolitischen Maßnahmen in der Hightech-Strategie gebündelt. In dieser Strategie arbeiten alle Bundesressorts zusammen und haben ihre jeweiligen Maßnahmen aufeinander abgestimmt. Die Strategie wird zusammen mit der Forschung, der Wirtschaft und den gesellschaftlichen Gruppen weiterentwickelt und an die Herausforderungen der Zukunft angepasst.

Dabei sollen die Potenziale der Schlüsseltechnologien genutzt werden, die aufgrund ihrer volkswirtschaftlichen Hebelwirkung von besonderer Bedeutung sind. Sie sind Grundlage für vielfältige Anwendungen in den unterschiedlichen Industriebranchen und befördern die Entwicklung neuer, marktfähiger Produkte. Neben den Schlüsseltechnologien gilt auch den sogenannten Leitmärkten mit großem Zukunftspotential besondere Beachtung.

Im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung wurden in Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Wissenschaft insbesondere die Bereiche Gesundheit, Mobilität, Klima/Energie, Sicherheit und Kommunikation als wichtige Märkte mit Zukunftspotential adressiert. Das BMWi unterstützt im Rahmen seiner Zuständigkeiten die Luft- und Raumfahrt, die maritime Wirtschaft, sowie die Bereiche Mobilität und Informations- und Kommunikationstechnik. Innovative KMU haben branchenübergreifend über die technologieoffenen Programme des BMWi Zugang zu staatlicher Förderung.

Eine Übersicht über die wichtigsten Leitmärkte mit Zukunftspotential finden Sie hier. Klicken Sie sich daneben durch die industriellen Schlüsseltechnologien:

Industrielle Schlüsseltechnologien

Icon eines Elektroautos auf einem Tankdeckel zum Thema Elektromobilität; Quelle: Getty Images/Lya_Cattel

© Getty Images/Lya_Cattel

Elektromobilität in Deutschland

Zum Dossier

Rohstoffe und Energie

Wichtige Faktoren im globalen Wettbewerb

Rohstoffe und Energie sind die Basis für die industrielle Wertschöpfung. Mit einer verantwortungsvollen Rohstoff- und Energiepolitik stärkt das BMWi die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Rohstoffe sichern und effizient nutzen

Deutschland zählt weltweit zu den größten Rohstoffkonsumenten und ist dabei in hohem Maße von Importen abhängig. Versorgungssicherheit, der Schutz der natürlichen Ressourcen, eine sparsame und effiziente Nutzung von Rohstoffen sowie deren Wiederverwertung sind daher von hoher Bedeutung für die Wirtschaft. Rohstoffpolitik und Ressourceneffizienz leisten damit einen wichtigen Beitrag für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland. Hierzu hat die Bundesregierung 2012 das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm – ProgRess verabschiedet und 2016 fortgeschrieben.

Die sichere Rohstoff- und Energieversorgung ist für die in Deutschland produzierende Industrie von zentraler Bedeutung. Bundesregierung und Wirtschaft sind sich dabei einig, dass es grundsätzlich Aufgabe der Unternehmen selbst ist, ihren Bedarf an Rohstoffen sicherzustellen. Die Bundesregierung unterstützt diese Bemühungen durch zahlreiche in ihrer Rohstoffstrategie verankerte Maßnahmen.

Strukturelle Maßnahmen wie die Einrichtung der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie oder der Interministerielle Ausschuss (IMA) Rohstoffe dienen der Stärkung und Beratung der Industrie, insbesondere auch von kleinen- und mittleren Unternehmen. Mit dem Monitoring kritischer Rohstoffe werden Informationen über Angebots- und Nachfragetrends für primäre mineralische Rohstoffe bereitgestellt, um potenzielle Preis- und Lieferrisiken sowie Fehlentwicklungen auf den Rohstoffmärkten frühzeitig zu erkennen.

Mehr zur Rohstoffpolitik erfahren Sie hier.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verknappung fossiler Ressourcen kommt der Bioökonomie auch für die industrielle Produktion große Bedeutung zu. Dabei gilt die Biotechnologie als eine der wichtigsten Impulsgeber für biobasierte Innovationen.

Rohstofftransparenz fördern

Deutschland ist seit dem 23. Februar 2016 Kandidatenland der globalen „Initiative für Transparenz im rohstoffgewinnenden Sektor" (Extractive Industries Transparency Initiative - EITI). Mit der Umsetzung von EITI in Deutschland setzt die Bundesregierung ein Signal, um Entwicklungs- und Schwellenländer im gemeinsamen Kampf gegen Korruption im Rohstoffsektor zu stärken. Am 23. August 2017 hat Deutschland den ersten EITI-Bericht eingereicht – ein wichtiger Schritt in Richtung EITI-Vollmitgliedschaft, über die der internationale Vorstand der EITI voraussichtlich im Frühjahr 2019 entscheidet. Mehr dazu finden Sie hier.

Sektorenübergreifend auf erneuerbare Energien setzen

Nicht bei der Erzeugung von Strom, sondern auch in der Industrie und den Bereichen Verkehr und Wärme sollen fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Mehr zur sogenannten Sektorkopplung, ihren Beitrag zur Energiewende und den Maßnahmen des BMWi erfahren Sie hier.

Kostenfaktor Energie

Energie und Stromeinsatz sind bei energieintensiven Industrien vielfach die bedeutendsten Kostenfaktoren. Da die Strompreise in Deutschland im internationalen Vergleich hoch sind, sind bei den darin enthaltenen Steuern, Abgaben und Umlagen einige Ausnahmen notwendig, um die internationalen Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrie und die industriellen Arbeitsplätze zu erhalten. Unternehmen der energieintensiven Industrien erhalten daher Ermäßigungen oder Kompensationen für Belastungen, die sie durch Umlagen (zum Beispiel im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes oder Regelungen zur Kraft-Wärme-Kopplung), Stromsteuern und Netzentgelte in besonderem Maße zu tragen haben.

Mehr zum Kostenfaktor Energie und zur Energiebesteuerung.

Branchenfokus Industrie

Symbolicon für Fabrik

Deutschlands Industriebranchen im Fokus

Übersicht

Umweltschutz

Industrie und Umwelt

Der Schutz der Umwelt und des Klimas ist eine entscheidende Herausforderung unserer Zeit. Mit innovativen Herstellungsmethoden und umweltgerechten Produkten leistet die deutsche Industrie einen wertvollen Beitrag zu nachhaltigem Wachstum. Das BMWi unterstützt die Entwicklung von energieeffizienten und klimaschonenden Produktionsprozessen und setzt Impulse für mehr Klimaschutz und industrielles Wachstum.

Um den Ausstoß von CO2 bei der Stromerzeugung, bei der Heizung von Gebäuden, im Verkehr und in Industriebetrieben zu  mindern, setzt Deutschland auf mehr erneuerbare Energien, eine Steigerung der Energieeffizienz sowie auf klimaschonende Produktionsprozesse. Die Bundesregierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die klimaschädlichen CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent und bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent zu senken. Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen, das am 4. November 2016 in Kraft getreten ist,haben sich die Staaten ein globales Klimaregime für die Zeit ab 2020 angenommen, das einen umfassenden Handlungsrahmen vorgibt. Mehr zum Klimaschutzplan 2050.

Klimacheck

Der globale Klimawandel wird sich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auch in Deutschland auf vielfältige Weise auswirken. So stellen Extremwetterereignisse aufgrund von zunehmend enger vernetzten globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten für die Industrie ein potenzielles Risiko dar. Im Auftrag des BMWi wurde daher der Klimacheck entwickelt. Er soll Unternehmen bei der Identifikation klimabedingter Risiken und der Entwicklung erster Ansätze zum Umgang mit diesen Risiken unterstützen.

Beitrag zum Klimaschutz

Im EU-Emissionshandelssystem, dem alle energieintensiven Industrien unterliegen, wird die EU-weite Gesamtmenge der erfassten Treibhausgasemissionen Jahr für Jahr abgesenkt und somit ein effektiver Betrag dieser Sektoren zum Klimaschutz sichergestellt. Zudem sind auch die übrigen Umweltschutzstandards sowie die Energieeffizienz in Deutschland überdurchschnittlich hoch. Für die gesamte Industrie wurde zwischen 1990 und 2013 eine Einsparung um gut ein Viertel festgestellt.

International haben sich die Vertragsparteien der UN-Klimarahmenkonvention Ende 2010 in Cancún (Mexiko) auf die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich klimarelevanter Technologien verständig und beschlossen, den sogenannten Technologiemechanismus einzurichten. Dieser besteht aus einem politischen Teil, dem Technologie-Exekutivausschuss (TEC), sowie einem Implementierungsteil, dem Klimatechnologiezentrum- und netzwerk (CTCN). Das TEC gibt seit 2011 Empfehlungen für Beschlüsse der Klimarahmenkonvention. CTCN ist seit 2013 tätig und soll die Zusammenarbeit bei klimarelevanten Technologien verbessern.

Bei der Weiterentwicklung der Klimaschutzpolitik müssen wir aber auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer energieintensiven Industrien im Blick haben. Daneben muss verhindert werden, dass es durch sehr strenge Klimaschutzvorschriften zu "Carbon Leakage" kommt – dabei geht es um Verlagerung von CO2-Emmissionen aufgrund der Verlagerung von Produktionsstandorten von Unternehmen aus der EU in Drittstaaten mit dem Ziel der Kostenvermeidung. Das gilt auch für "Investment Leakage"- darunter versteht man die Abwanderung von Investitionen aufgrund weniger strenger Klimaschutzvorgaben in anderen Ländern.

CCS-Technologien

CO2 Capture and Storage (CCS) steht für die Abscheidung von Kohlendioxid an Kraftwerken oder Industrieanlagen und die nachfolgende Speicherung in tief liegenden geologischen Gesteinsschichten. Laut Internationaler Energieagentur (IEA) könnte die CCS-Technologie etwa 14 Prozent der global bis 2050 notwenigen CO2-Emissionsreduzierung ermöglichen. In Deutschland befindet sich die Technologie derzeit in der Erprobung.

Frau an einem Monitor zum Thema Industrie 4.0; Quelle: Getty Images/Bloomberg

© Getty Images/Bloomberg

Digitale Transformation in der Industrie

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Industrie 4.0

Digital angetrieben und intelligent vernetzt

Digital gesteuerte Produktionsprozesse, intelligente Fabriken und eine Vernetzung von Vertrieb, Produktion und Logistik: Der Begriff "Industrie 4.0" beschreibt eine vierte industrielle Revolution, die durch die rasante Digitalisierung an Dynamik gewinnt.

In der Industrie 4.0 ist die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt. Das ermöglicht maßgeschneiderte Produkte nach individuellen Kundenwünschen - kostengünstig und in hoher Qualität. Die Produkte stark zu individualisieren, wird durch eine sehr flexible Produktion und Logistik möglich. Auch werden Kunden und Geschäftspartner zukünftig unmittelbar in die Geschäfts- und Produktionsprozesse einbezogen. Produktion und Produkte werden mit hochwertigen wissensintensiven Dienstleitungen (hybride Produktion, hybride Produkte) verknüpft.

Plattform Industrie 4.0: Gemeinsam die Digitalisierung der Industrie gestalten

Das BMWi begleitet die Gestaltung des digitalen Strukturwandels – mit der Plattform Industrie 4.0. Die bisherige Verbände-Plattform wurde unter der Leitung des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Gabriel (BMWi) und Bundesforschungsministerin Wanka (BMBF) erweitert - in der breiten Allianz beteiligen sich neben der Politik Vertreter von Verbänden (VDMA, ZVEI, BITKOM, BDI, VDA, BDEW) und Gewerkschaften (IG Metall) sowie der Wissenschaft (Fraunhofer Gesellschaft).

Mehr Information finden Sie auf dem Internetportal der Plattform Industrie 4.0.

Turbine symbolisiert Bündnis "Zukunft der Industrie"; Quelle: Getty Images/Jonathan Knowles

© Getty Images/Jonathan Knowles

Gemeinsam die Industrie stärken

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Bündnis Zukunft Industrie

Moderne Industrie gestalten und Herausforderungen angehen

Digitalisierung, Klimawandel, demografischer Wandel: Was bedeutet das für unsere Industrie? Wie kann sie ihre Stärke in der Zukunft bewahren und ausbauen? Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat das BMWi gemeinsam mit Industrie- und Arbeitgeberverbänden sowie Gewerkschaften das Bündnis "Zukunft der Industrie" ins Leben gerufen. Sein Ziel: Maßnahmen zu entwickeln, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.

Damit die Industrie ein starker Kern der deutschen Wirtschaft bleibt, muss die Industriepolitik neu gestaltet werden. Denn Megatrends wie die Digitalisierung treiben strukturelle Wandlungsprozesse voran. Diese Neugestaltung kann nur im Dialog zwischen allen relevanten Partnern gelingen. Deshalb hat das BMWi zusammen mit den Sozialpartnern und Industrieverbänden das Bündnis "Zukunft der Industrie" gegründet.

Mit dem Bündnis werden zentrale industriepolitische Kompetenzen gebündelt und industriepolitische Belange besser abgestimmt. Wichtige Bereiche der Forschungs- und Förderpolitik sowie der Industrie- und Wettbewerbspolitik in Deutschland und Europa sollen hier zusammengeführt werden.

Mehr zur Arbeit des Bündnisses "Zukunft der Industrie" erfahren Sie hier.

Weiterführende Informationen

  • 18.05.2017 - Rede - Industriepolitik

    Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, anlässlich des Berliner Stahldialogs

    Öffnet Einzelsicht

Pressemitteilungen

  • 13.09.2017 - Pressemitteilung - Europäische Industriepolitik

    Pressemitteilung: Zypries: Juncker-Vorschlag für eine europäische Industriestrategie wichtiges Signal für den Industriestandort Europa

    Öffnet Einzelsicht
  • 06.09.2017 - Pressemitteilung - Rohstoffe und Ressourcen

    Pressemitteilung: Erster Bericht zur Transparenz im deutschen Rohstoffsektor wird heute vorgestellt

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.07.2017 - Pressemitteilung - Neue Bundesländer

    Pressemitteilung: Innovationen als Chance für die ostdeutsche Industrie

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.06.2017 - Pressemitteilung - Europäische Industriepolitik

    Pressemitteilung: Machnig: „Europa braucht eine starke Industrie und eine klare EU-Industrie-Strategie“

    Öffnet Einzelsicht
Frau mit Arbeitshelm vor Turbine zum Thema Moderne Industriepolitik; Quelle: mauritius images/Cultura

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