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Dossier - Mittelstandsfinanzierung

INVEST - Zuschuss für Wagniskapital

Einleitung

INVEST bringt Start-ups und private Investoren zusammen, die an mutige Ideen glauben. Das Förderprogramm mobilisiert mehr privates Wagniskapital von Business Angels und hilft somit Start-ups, leichter einen Investor zu finden.

Start-ups scheitern häufig bereits in der Anfangsphase, weil ihnen das nötige Wagniskapital fehlt. Genau hier setzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit dem Förderprogramm INVEST an: Mit dem Erwerbszuschuss erhalten Business Angels 20 Prozent ihrer Investition steuerfrei erstattet, wenn sie sich mit mindestens 10.000 Euro Wagniskapital an Start-ups beteiligen. Außerdem können mit dem Exitzuschuss auch Steuern auf Gewinne aus den Investments pauschal erstattet werden.

Wagniskapital mobilisieren und Zugang verbessern

Auf diese Weise unterstützt INVEST einerseits junge innovative Unternehmen bei der Suche nach einem Kapitalgeber für das benötigte Startkapital. Andererseits motiviert das Förderprogramm private Investoren - insbesondere Business Angels - überhaupt oder mehr als bisher Wagniskapital für diese Unternehmen zur Verfügung zu stellen.

Zahlen und Fakten Stand: 30.07.2017

288
Symbolicon für Geld

Millionen Euro
Wagniskapital hat INVEST seit Mai 2013 mobilisiert

3.705
Symbolicon für Summe in Euro

Investments
wurden seit Mai 2013 bewilligt

78.000
Symbolicon für Eurostapel

Euro
Wagniskapital hat jeder Kapitalgeber durchschnittlich in ein Start-up investiert

64
Symbolicon für WLAN

Prozent
aller Unternehmen, an denen sich ein Investor beteiligt hat, kommen aus der IKT-Branche.

Funktionsweise und Neuerungen 2017

INVEST im Detail

Aufgrund des großen Erfolgs des INVEST-Programms hat das BMWi das Programm zum 1. Januar 2017 fortgesetzt und noch attraktiver gemacht. Passgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten kann INVEST damit den Besonderheiten des privaten Wagniskapitalmarkts in Deutschland noch besser gerecht werden.

Die INVEST-Förderung besteht aus einem Erwerbszuschuss und zusätzlich aus einem Exitzuschuss.

Erwerbszuschuss fällt direkt beim Kauf der Anteile an

Den Erwerbszuschuss erhalten private Investoren (Business Angels), die Geschäftsanteile an jungen innovativen Unternehmen erwerben und die Beteiligung mindestens drei Jahre lang halten. Er beträgt 20 Prozent der Investitionssumme bei Anteilserwerb. Der Investor muss dem Unternehmen mindestens 10.000 Euro zur Verfügung stellen. Ist die Zahlung daran geknüpft, dass das Unternehmen bestimmte Meilensteine erreicht, muss jede einzelne Zahlung mindestens 10.000 Euro betragen. Jeder Investor kann pro Kalenderjahr für Beteiligungen in Höhe von bis zu 500.000 Euro an Erwerbszuschüssen erhalten.

Exitzuschuss kompensiert Steuer auf Veräußerungsgewinn

Zusätzlich kann seit 2017 die Steuer, die auf einen Veräußerungsgewinn entfällt, pauschal mit einem Exitzuschuss kompensiert werden. Dabei erhält der Investor eine pauschale Steuerkompensation in Höhe von 25 Prozent des Gewinns, der aus der Veräußerung seiner mit dem Erwerbszuschuss geförderten Anteile erzielt wurde. Der Exitzuschuss ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrages der INVEST-Anteile begrenzt und natürlichen Personen vorbehalten.

Erwerbszuschuss und Exitzuschuss dürfen den ursprünglichen Investitionsbetrag nicht übersteigen. Pro Unternehmen können Beteiligungen mehrerer Investoren von insgesamt bis zu 3 Millionen Euro pro Kalenderjahr mit dem Erwerbszuschuss gefördert werden. Der Erwerbszuschuss ist von den Ertragssteuern befreit und verbessert so den Anreiz zur Mobilisierung von privatem Wagniskapital deutlich.

Alle Änderungen ab 2017

Um den Besonderheiten des privaten Wagniskapitalmarkts in Deutschland noch besser gerecht zu werden, wurde das INVEST-Programm im Jahr 2016 von Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) umfassend evaluiert (Langfassung (PDF: 1,92 MB), Kurzfassung (PDF: 292 KB)). Auf Basis der Empfehlungen wurde die Förderrichtlinie (PDF: 771 KB) entsprechend angepasst.

Die wesentlichen Änderungen in aller Kürze:

  1. Verdopplung der förderfähigen Investitionssumme auf 500.000 Euro
    Die förderfähige Investitionssumme pro Investor wird auf 500.000 Euro pro Jahr verdoppelt. Damit beträgt der maximale jährliche Erwerbszuschuss pro Investor 100.000 Euro statt bisher 50.000 Euro.
  2. Erstattung der Steuer auf Veräußerungsgewinne (Exitzuschuss)
    Zusätzlich zum bisherigen Erwerbszuschuss gibt es nun den Exitzuschuss, der die zu zahlende Steuer auf Veräußerungsgewinne für natürliche Personen pauschal erstattet. Der Exitzuschuss beträgt 25 Prozent des Veräußerungsgewinns und ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrags der Anteile begrenzt.
  3. Erweiterung der zulässigen Beteiligungsgesellschaften für Business Angels
    Zusätzlich zur GmbH zählt nun auch die UG (haftungsbeschränkt) zu den Business-Angel-Gesellschaften, für die eine INVEST-Förderung möglich ist.
  4. Förderfähigkeit von Anschlussfinanzierungen
    Sofern die vom Investor bereits gehaltenen Anteile bei ihrem Erwerb mit einem INVEST-Zuschuss gefördert wurden, sind nun auch Anschlussfinanzierungen INVEST-förderfähig.
  5. Förderfähigkeit von Wandeldarlehen
    Auch Wandeldarlehen sind nun INVEST-förderfähig. Die Wandlung muss innerhalb von 15 Monaten nach Ausstellung des Bewilligungsbescheides erfolgt sein.
  6. Erweiterung der Innovationskriterien
    Unternehmen, die aufgrund der Branchenklassifikation bislang nicht als innovativ eingestuft werden konnten, können sich nun ihre Innovativität durch ein externes unabhängiges Kurzgutachten bescheinigen lassen.

Eine ausführliche Beschreibung der Änderungen finden Sie hier (PDF: 35 KB).

Interviews mit INVEST-geförderten Investoren und Start-ups

Voraussetzungen und Förderbedingungen

Fördervoraussetzungen für Start-ups und Investoren

Vom INVEST-Förderprogramm profitieren einerseits junge innovative Unternehmen, die auf der Suche nach Wagniskapital/Startkapital sind, andererseits private Investoren (Business Angels), die sich mit Wagniskapital an einem jungen Unternehmen beteiligen wollen.

Voraussetzungen für Start-ups

Im Rahmen der Antragstellung für INVEST wird den Unternehmen bescheinigt, dass sie alle Voraussetzungen für eine förderfähige Beteiligung von Investoren erfüllen. Mit dieser Bescheinigung und Informationen zu INVEST können die Unternehmen dann bei potenziellen Investoren um Startkapital werben. Förderfähige Unternehmen können sich im INVEST-Verzeichnis listen lassen, um für potenzielle Investoren sichtbar zu sein. Zusätzlich stellt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Unternehmen ein Förderfähigkeitslogo zur Verfügung. Damit können sie auf ihre INVEST-Förderfähigkeit hinweisen. Voraussetzungen sind dabei:

  • nicht älter als sieben Jahre
  • weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
  • Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens zehn Millionen Euro
  • Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz im EWR und mindestens einer Zweigniederlassung in Deutschland, die im Handelsregister eingetragen ist, oder einer Betriebsstätte, die im Gewerberegister eingetragen ist
  • nachweislich innovativ: Das Unternehmen gehört gemäß Handelsregister einer als innovativ definierten Branche an, ist Inhaber eines Patentes oder hat in den zwei Jahren vor Antragstellung eine öffentliche Förderung für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt in Anspruch genommen. Die Innovativität kann auch durch ein gesondertes Kurzgutachten eines benannten unabhängigen Gutachters nachgewiesen werden.
  • fortlaufend wirtschaftlich aktiv bzw. nimmt seine Geschäftstätigkeit spätestens ein Jahr nach Abschluss der Beteiligung auf

Voraussetzungen für einen förderfähigen Investor

Für private Investoren (Business Angels), die sich mit Wagniskapital an einem jungen Unternehmen beteiligen wollen, verringert INVEST das Risiko einer Kapitalbeteiligung. Durch den Erwerbszuschuss erwirbt der Investor die Geschäftsanteile günstiger, sie verbleiben jedoch komplett bei ihm. Scheitert das Unternehmen, muss er den Erwerbszuschuss nicht zurückzahlen. Verkauft der Investor nach einer Mindesthaltedauer von drei Jahren seine Anteile mit Gewinn, wird die fällige Steuer auf den Veräußerungsgewinn pauschal mit dem Exitzuschuss (25 Prozent des Gewinns) erstattet. Die Voraussetzungen für die Einstufung als förderfähiger Investor sind:

  • natürliche Person, deren Hauptwohnsitz im EWR liegt und die nicht mit dem Unternehmen verbunden ist
  • alternativ: Investition über Beteiligungs-GmbH oder UG: Der Investor kann für die Bewilligung des Erwerbszuschusses die Anteile am Unternehmen auch über eine Beteiligungs-GmbH oder auch UG (haftungsbeschränkt) mit maximal sechs Gesellschaftern zeichnen. Der Geschäftszweck der GmbH/UG muss das Eingehen und Halten bzw. Veräußern von Beteiligungen enthalten. Weitere zulässige Geschäftszwecke sind Vermögensverwaltung und Beratung. Beteiligungs-GmbHs oder UGs haben jedoch keinen Anspruch auf den Exitzuschuss.
  • Erwerb von neu ausgegebenen Anteilen (kein Erwerb von bereits bestehenden Anteilen von einem anderen Gesellschafter)
  • Erwerb auf eigene Rechnung und vom eigenen Geld (keine Kreditfinanzierung der Anteile)
  • Dauer der Beteiligung: mindestens drei Jahre lang (sog. Mindesthaltedauer)
  • Investitionsentscheidung auf Basis eines vorgelegten Businessplans
  • Beteiligung an allen Chancen und Risiken des Unternehmens. Marktübliche Liquidationspräferenzen und Anti-Dilution-Regelungen sind zulässig.
  • Anteile können auch über ein Wandeldarlehen erworben werden. In diesem Fall erfolgt die Auszahlung des Erwerbszuschusses (auf den gewandelten Betrag) erst nach der Wandelung.
  • Auch Anschlussinvestitionen sind förderfähig, sofern der Erwerb der vom Investor gehaltenen Anteile bereits durch den Erwerbszuschuss gefördert wurde.
  • Um den Exitzuschuss zu erhalten, muss der Investor eine natürliche Person sein, beim Erwerb der Anteile den Erwerbszuschuss erhalten haben, die dreijährige Mindesthaltedauer einhalten und darf die Anteile nicht länger als zehn Jahre halten.
Junge Gründerinnen und Gründer sprechen über eine Zeichnung; Thema Existenzgründung; Quelle: Getty Images/Emely

© Getty Images/Emely

Existenzgründung - Motor für Wachstum und Wettbewerb

Zum Dossier

Antragsverfahren

Schritt für Schritt: So funktioniert das Antragsverfahren

Antrag auf Förderfähigkeit

Im normalen Antragsverfahren reicht zunächst das Unternehmen einen Online-Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ein. Zu diesem Zeitpunkt kann das Unternehmen entweder noch auf der Suche nach Investoren sein oder bereits einen Investor für Wagniskapital gefunden haben. Das BAFA bescheinigt dem Unternehmen die Förderfähigkeit.

Antrag auf den Erwerbszuschuss

Anschließend stellt der Investor einen Online-Antrag beim BAFA. Das BAFA prüft diesen Antrag formal und erteilt dem Investor einen Bewilligungsbescheid.

Der Gesellschaftsvertrag, die Satzung oder der Beteiligungsvertrag zwischen Investor und Unternehmen beziehungsweise die Wandelung von Wandeldarlehen dürfen erst geschlossen oder vollzogen werden, wenn der Investor seinen Antrag auf den Erwerbszuschuss gestellt hat. Der Bewilligungsbescheid des BAFA muss dafür jedoch noch nicht vorliegen.

Auszahlung des Erwerbszuschusses

Nachdem der Investor die Zahlung für die Anteile vorgenommen hat, fordert er die Auszahlung des Erwerbszuschusses (steuerfreie Erstattung von 20 Prozent seiner Investition) beim BAFA an. Hierfür müssen dann auch entsprechende Verträge oder Dokumente vorliegen, aus denen die Beteiligung hervorgeht.

Beteiligt sich der Investor an einem Gründungsvorhaben, reicht zuerst der Investor seinen Antrag auf den Erwerbszuschuss ein. Das Unternehmen stellt dann seinen Antrag auf Förderfähigkeit, wenn es gegründet und in das Handelsregister eingetragen ist.

Antrag auf den Exitzuschuss

Für den Exitzuschuss kann der Investor frühestens nach Ablauf der dreijährigen Mindesthaltedauer dem BAFA nachweisen, dass er die Unternehmensanteile veräußert hat und welchen Gewinn er erzielt hat. Der Exitzuschuss ist auf 80 Prozent des Kaufpreises der erworbenen und INVEST-geförderten Anteile begrenzt. Somit sind Erwerbs- und Exitzuschuss zusammen auf 100 Prozent der Investition begrenzt.

Das onlinebasierte Antragsverfahren ist bewusst sehr schlank gehalten, damit die Investoren schnell und unbürokratisch ihre Unterstützung für die Bereitstellung von Wagniskapital erhalten können.

Die Förderrichtlinie zum Programm finden Sie hier (PDF: 709 KB).

Einen Überblick über die wesentlichen Änderungen der neuen Richtlinie, die am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist, finden Sie hier (PDF: 73 KB).

Das INVEST-Programm in 5 Schritten erklärt

Häufig gestellte Fragen zum Förderprogramm „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“

Wie läuft das Antragsverfahren des Förderprogramms "INVEST - Zuschuss für Wagniskapital“ (zum Erwerbszuschuss) ab?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Bis wann muss der Antrag des Investors spätestens gestellt sein? Welcher Antrag ist hierfür maßgeblich, der online gestellte Antrag oder der als Papierunterlage einzureichende Antrag?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wann kann frühestens die Investitionssumme bzw. die Darlehenssumme beim Wandeldarlehen an das Unternehmen überwiesen werden?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Pressemitteilungen

  • 27.04.2017 - Pressemitteilung - Bürokratieabbau

    Pressemitteilung: Zypries: Bundestag macht Weg zu Bürokratieabbau für den Mittelstand und bessere Wagniskapitalbedingungen frei

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  • 12.12.2016 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Pressemitteilung: Gabriel gibt Startschuss für INVEST 2.0 - Programmverbesserungen bringen weitere Vorteile für Investoren und Start-ups

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  • 15.07.2016 - Pressemitteilung - Mittelstandsfinanzierung

    Pressemitteilung: INVEST erreicht bereits nach drei Jahren die gesteckten Ziele

    Öffnet Einzelsicht
  • 31.08.2015 - Gemeinsame Pressemitteilung - Mittelstandsfinanzierung

    Pressemitteilung: INVEST mobilisiert über 100 Millionen Euro Wagniskapital für junge innovative Start-ups

    Öffnet Einzelsicht
Kampagnenmotiv INVEST - Zuschuss für Wagniskapital; Quelle: BMWi

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