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Dossier - Fachkräftesicherung

Fachkräfte für Deutschland

Einleitung

Fachkräfte sichern Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität. Angesichts der demografischen Entwicklung - aber auch globalen Herausforderungen wie dem digitalen Wandel - ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte für alle Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Es gibt in Deutschland derzeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel. Allerdings verstärkt der demografische Wandel die Tendenz zu Fachkräfteengpässen zunehmend. Die Alterung der Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten zu einem geringeren Potenzial an Erwerbspersonen führen.

Aufgrund des demografischen Wandels wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (20 bis unter 65 Jahre) nach der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung um 4,4 Millionen bis zum Jahr 2030 und um 11 bis 15 Millionen bis zum Jahr 2060 abnehmen.

43 Prozent der Unternehmen sehen den Fachkräftemangel daher bereits heute als Risiko für ihre Geschäftstätigkeit, siehe DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2016. Die Bundesregierung will deshalb weiterhin die Erwerbsbeteiligung stärken. Auch die Zuwanderung von Fachkräften und die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sind Teil der Maßnahmen zur Stärkung der Fachkräftebasis. Immer mehr Unternehmen entdecken vor diesem Hintergrund die Vorteile einer vielfältigen Arbeitnehmerschaft, die aus Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters sowie verschiedener Herkunft besteht und die auch Menschen mit Behinderungen einschließt. Das BMWi unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei - zum Beispiel mit dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA).

Vier Zahlen zum demografischen Wandel und zu Fachkräfteengpässen

1/3
Symbolicon für Wachstumskurve

Anstieg der Anzahl
der Menschen über 65 Jahre bis 2060

11-15
Symbolicon für Wachstumskurve

Millionen Menschen weniger
leben bis zum Jahr 2060 in Deutschland

96
Symbolicon für Arbeiter

von 619 Berufsgattungen
sind aktuell mit Fachkräfteengpässen konfrontiert

34
Symbolicon für Bürogebäude in Deutschland

Prozent der Unternehmen
sehen Fachkräftemangel bereits heute als Risiko

Diagnose und Trends

Engpässe sind schon heute spürbar

Aktuell besteht noch kein flächendeckender Fachkräftemangel, jedoch sind bereits Engpässe in einzelnen Regionen, Branchen und Berufen festzustellen. Gerade in dem für Deutschland wichtigen Ingenieursbereich können bereits jetzt viele Stellen nicht besetzt werden.

Zu den von Fachkräfteengpässen besonders betroffenen Berufen zählen insbesondere:

  • Akademische Berufsgruppen: Ärzte, Ingenieure im Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Versorgungs- und Entsorgungstechnik, IT-Experten für Softwareentwicklung/ Programmierung, MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
  • Handwerker/Facharbeiter: z. B. Elektroinstallateure/-monteure, Fräser, Rohrinstallateure, Dreher, Werkzeugmacher, Kunststoffverarbeiter, Rohrnetzbauer/Rohrschlosser, Schweißer/Brennschneider, Maschinenbautechniker.
  • Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger und Altenpflegerinnen und -pfleger.

Die Studie (02/2017) "Fachkräfteengpässe in Unternehmen: Regionale Fachkräftesituation und Mobilität" des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) zeigt, dass Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung vielerorts bereits zur Regel geworden sind. Während im Jahr 2011 etwa vier von zehn Stellen in Engpassberufen ausgeschrieben waren, betraf dies 2016 bereits jede zweite Stelle. Alternde Belegschaften und fehlende Nachwuchskräfte verschärfen die Situation in zahlreichen Regionen Deutschlands. Auch auf dem Ausbildungsmarkt ist die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen weiter gestiegen - sowohl für den wirtschaftlich starken Süden als auch für die demografisch benachteiligten Regionen im Osten Deutschlands.

Regionale Unterschiede

Bereits heute sind die Folgen des demografischen Wandels für den Arbeitsmarkt in einzelnen Regionen sichtbar. Von Fachkräfteengpässen sind besonders die wirtschaftsstarken Bundesländer Süddeutschlands betroffen. Wie die aktuelle KOFA-Studie zeigt, liegen in Bayern und Baden-Württemberg zwei Drittel aller Stellen in Engpassberufen. Entspannung gibt es aus Sicht der Unternehmen kaum. Vor allem in Osten Deutschlands hat sich die Situation in den letzten fünf Jahren zugespitzt.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das IAB-Betriebspanel 2016 für Ostdeutschland. 36 Prozent der im ersten Halbjahr 2016 verfügbaren Fachkräftestellen blieben in Ostdeutschland bis zum Befragungszeitpunkt unbesetzt. Damit lag die Nichtbesetzungsquote 2016 zum vierten Mal in Folge über der für Westdeutschland (2016: rund 30 Prozent). Zudem fand sich für etwa ein Drittel der Ausbildungsplätze kein geeigneter Bewerber.

Dennoch sind Berufe auch in den einzelnen Bundesländern in den meisten Fällen nicht flächendeckend, sondern lediglich in bestimmten Arbeitsagenturbezirken von Engpässen betroffen. Mithilfe einer interaktiven Karte zeigt das KOFA, in welchen Regionen Deutschlands der Anteil der Stellen mit Besetzungsschwierigkeiten bezogen auf alle offenen Stellen in der Region besonders hoch ist.

Arbeitsmarktszenarien auf Basis von Modellrechnungen zeigen, dass die Zahl der Erwerbspersonen in Ostdeutschland bis 2020 um bis zu 13 Prozent schrumpfen wird. Längerfristig werden die Folgen der demografischen Entwicklung aber in allen Bundesländern spürbar sein. Bis zum Jahr 2025 werden dem deutschen Arbeitsmarkt bis zu sechs Millionen Erwerbspersonen weniger als im Jahr 2010 zur Verfügung stehen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Details hierzu finden Sie in der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit und in der KOFA-Studie (2/2015) "Fachkräfteengpässe in Unternehmen: Geschlechterunterschiede in Engpassberufen".

Publikationen

Potenziale heben

Wo bestehen die größten Fachkräftepotenziale?

Besonders die Potenziale bei Frauen, Älteren, Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendlichen ohne Ausbildung sowie Menschen mit Behinderung können stärker genutzt werden. Vielfalt ist ein wichtiger Beitrag zum Unternehmenserfolg. Daneben steht besonders bei Engpassberufen die Ansprache internationaler Fachkräfte im Fokus.

Frauen

Das größte Beschäftigungspotenzial zur Fachkräftesicherung sind Frauen. Deutschland steht mit einer Erwerbsbeteiligung von über 72 Prozent gut dar. Viele Frauen arbeiten jedoch in Teilzeit. In fast allen anderen EU-Ländern ist die Vollzeitquote höher. Zahlreiche Frauen mit Teilzeitjobs würden gerne ihre Stundenzahl erhöhen. Und noch mehr: knapp 42 Prozent der Frauen im Alter zwischen 25 und 49 Jahre, die nicht am Erwerbsleben teilnehmen, gaben als Grund die Betreuung von Kindern und anderen Familienangehörigen an.

Unter den knapp fünf Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter, die derzeit nicht arbeiten und nicht aktiv auf Jobsuche sind, verfügt die Mehrzahl über eine gute Ausbildung. Es liegt also im Interesse der Wirtschaft, das Leistungs- und Qualifikationspotenzial der Frauen noch besser zu nutzen. Wichtig sind dafür bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ältere Menschen

Jung und Alt - für Deutschlands Zukunft werden alle Generationen benötigt. Gerade ältere Beschäftigte verfügen über umfassendes Fachwissen und langjährige Berufserfahrung. Das ZEW in Mannheim hat im Auftrag des BMAS bei Älteren von 55 bis 64 Jahren ein Fachkräftepotenzial bis 2025 von 600.000 bis 1,1 Millionen berechnet, verglichen mit einem Szenario für das Jahr 2025 mit einer Erwerbsbeteiligung und durchschnittlichen Arbeitszeit auf dem Niveau des Jahres 2013. In den vergangenen Jahren ist die Erwerbsbeteiligung von Älteren von 55 bis 64 Jahren stark angestiegen.

Jeder Betrieb hat es in der Hand, durch gezielte Maßnahmen vom Potenzial Älterer zu profitieren: Eine altersgerechte Gestaltung der Arbeit, eine Verbesserung der Balance zwischen Beruf und Privatleben, eine stärkere Weiterbildungsbeteiligung Älterer, aber auch eine gezielte Rekrutierung von Älteren oder ein aktives Gesundheitsmanagement - all dies sind Investitionen, die sich gleichermaßen für Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Deutschland als Ganzes auszahlen.

Menschen mit Migrationshintergrund

Ein großes Potenzial liegt auch bei Menschen mit Migrationshintergrund. Viele tausende zusätzliche Erwerbstätige könnten gewonnen werden, wenn Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker bei der Integration und Ausbildung unterstützt werden. Dabei geht es zum einem um die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Zum anderen um eine verstärkte Zuwanderung hochqualifizierter internationaler Fachkräfte insbesondere in Engpassberufen.

Deshalb wurde die Zuwanderung von Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung nach Deutschland erleichtert. Durch die Ausrichtung der sogenannten Positivliste von Engpassberufen an regionalen Arbeitsmarktbedürfnissen können nunmehr Fachkräfte mit einer in Deutschland anerkannten Berufsausbildung in über 130 Berufen arbeiten.

Inklusion: Menschen mit Behinderung einstellen

Rund 177.000 Menschen mit Schwerbehinderung würden laut der Bundesagentur für Arbeit gerne arbeiten. Viele Menschen mit Behinderung sind überdurchschnittlich gut qualifiziert und ihre Behinderung bedeutet kaum Einschränkung für ihre Arbeitsleistung.

Das BMWi geht mit gutem Beispiel voran: So sind derzeit knapp 10 Prozent der Beschäftigten Menschen mit Behinderungen – deutlich mehr, als die gesetzlich vorgeschriebene Quote von 6 Prozent (Stand Mai 2017).

Mehr zum Thema Inklusion in Unternehmen erfahren Sie auf der Internetseite des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung.

Deutsche Spitzenkräfte im Ausland

Nach Schätzungen arbeiten derzeit mindestens 200.000 hoch qualifizierte Deutsche in den USA, der Schweiz und der EU. Es ist erfreulich, dass deutsche Fachkräfte im Ausland einen Spitzenruf genießen. Gleichwohl können wir stärker als bisher versuchen, von diesem Erfahrungsschatz zu profitieren und diese Fachkräfte für eine Karriere in Deutschland zu begeistern. Deutschen Rückkehrern aus dem Ausland muss daher stärker als bisher eine Brücke gebaut werden. Hilfreich dafür sind u.a. mehr Transparenz über Angebote und Chancen für Rückkehrinteressierte sowie mehr Unterstützung bei der Rückkehr und Reintegration.

Auszubildende bei der Arbeit zum Thema Ausbildung und Beruf; Quelle: Franz Bischof/Laif

© Franz Bischof/Laif

Erfolgsmodell Duale Ausbildung

Zum Dossier

Fachkräfte-Offensive

Informieren, sensibilisieren, fördern

Die Fachkräfte-Offensive ist eine gemeinsame Informations- und Mobilisierungskampagne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit. Sie informiert Öffentlichkeit, Unternehmen und Fachkräfte über den Fachkräftebedarf und bündelt alle Informations- und Unterstützungsangebote. Begleitet wird sie durch den Aufbau von Netzwerken, Kooperationen und Projekten. Sie unterstützt das Fachkräftekonzept der Bundesregierung.

Die Fachkräfte-Offensive unterstützt Unternehmen darin, ihren Bedarf an qualifiziertem Personal zu decken und hilft Fachkräften dabei, sich erfolgreich am Arbeitsmarkt zu positionieren und weiterzuentwickeln. Außerdem

  • sensibilisiert sie Unternehmen, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, für das Thema Fachkräftesicherung und zeigt Handlungsoptionen für eine zukunftsorientierte Personalpolitik auf.
  • weist sie unter anderem Frauen und Älteren sowie Menschen mit Migrationshintergrund auf Chancen zum (Wieder-)Einstieg in den Beruf und zur Erweiterung ihrer Kompetenzen hin.
  • fördert sie die Zusammenarbeit von Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden in regionalen Netzwerken.

Zwei Internetportale sind zentraler Teil der Fachkräfte-Offensive:

  • Das Portal zur Fachkräfte-Offensive bündelt nützliche Informationsangebote und Tipps für inländische Fachkräfte und Unternehmen, darunter einen Navigator, der bundesweit agierende Fachkräftenetzwerke bzw. deren regionale Kontaktstellen bündelt.
  • "Make it in Germany" ist das mehrsprachige Willkommensportal für internationale Fachkräfte. Es informiert zuwanderungsinteressierte Fachkräfte über ihre Karrierechancen und enthält aktuelle Jobangebote in Engpassberufen. Zudem stellen sich internationale Fachkräfte vor, die bereits erfolgreich in Deutschland Karriere machen und erzählen, wie sie die Herausforderungen des Lebens in Deutschland gemeistert haben. Arbeitgeber in Deutschland erhalten Tipps bei der Rekrutierung internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, während sich Fachkräfte über Visumsfragen, Stellenangebote und über die deutsche Wirtschaft mit ihren Branchen informieren können. Seit Juni 2012 haben bereits mehr als 12 Millionen Nutzerinnen und Nutzer aus mehr als 200 Ländern das Portal besucht.

Themenportale für Fachkräfte

Partnerschaft für Fachkräfte

Gemeinsam Potenziale heben

Qualifizierte Beschäftigte zu sichern, ist angesichts des demografischen Wandels in Deutschland eine zentrale Herausforderung, um aktuellen und möglichen künftigen Engpässen entgegenzuwirken. Mit der Partnerschaft für Fachkräfte stimmen sich Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften über Maßnahmen zur Fachkräftesicherung ab.

Gemeinsam an einem Strang ziehen

Vorhandene Potenziale bei der Fachkräftesicherung erkennen und gemeinsam mobilisieren: Zusammen mit den Sozialpartnern, Kammern und Wirtschaftsverbänden gründete die Bundesregierung im November 2014 die "Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland". Zu den Partnern zählen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, IG Metall, IB Bergbau, Energie, Chemie, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Zentralverband des Deutschen Handwerks sowie die Bundesagentur für Arbeit.

In einer gemeinsamen Erklärung (PDF: 256 KB) haben sich die Partner auf mehrere Schwerpunktgruppen verständigt: Frauen, ältere Erwerbstätige und Menschen mit Migrationshintergrund. Um diese Gruppen besser und dauerhaft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wollen die Partner ihre Maßnahmen enger miteinander abstimmen und deren Weiterentwicklung regelmäßig überprüfen.

Duale Berufsausbildung im Ausland

Mit „Skills Experts“ Fachkräfte weltweit sichern

Jedes Unternehmen braucht qualifizierte Fachkräfte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das gilt auch für deutsche Firmen im Ausland. Das Programm "Skills Experts" unterstützt daher insbesondere kleine und mittlere deutsche Unternehmen bei der bedarfsgerechten betrieblichen Ausbildung von Jugendlichen vor Ort.

In vielen Ländern weltweit mangelt es in unterschiedlichen Branchen an gut ausgebildeten Fachkräften. Dadurch können sowohl lokal tätige Firmen als auch weltweit agierende deutsche Unternehmen die Potenziale, die ihnen die jeweiligen Märkte bieten, nicht vollständig nutzen. Hier setzen die an ausgewählten deutschen Auslandshandelskammern tätigen „Skills Experts“ an, indem sie interessierte Unternehmen unterstützen, selbst Fachkräfte nach dem Vorbild der deutschen Dualen Berufsausbildung auszubilden. Mehr erfahren.

Videos

Willkommenskultur und Zuwanderung

Internationale Fachkräfte für Karriere in Deutschland interessieren

Eine offenere Willkommenskultur zu entwickeln - auch für zugewanderte Fachkräfte – das ist ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung. Um weltweit Fachkräfte für eine Karriere in Deutschland zu interessieren, benötigen wir in Politik, Gesellschaft, Verwaltung und in Unternehmen eine Willkommenskultur, die zum Bleiben einlädt.

Hierzu hat die Bundesregierung bereits wichtige Änderungen im Zuwanderungsrecht auf den Weg gebracht. Mit diesen Öffnungen beschreitet Deutschland neue Wege hin zu einer modernen, an den wirtschaftlichen Notwendigkeiten ausgerichteten Zuwanderungspolitik.

Unterstützung bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Seit dem Frühjahr 2016 unterstützen rund 170 sogenannte "Willkommenslotsen" Unternehmen bei der Besetzung von offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Geflüchteten. Sie vermitteln bundesweit Geflüchteten in Praktika, Hospitationen, Einstiegsqualifizierungen, Ausbildungen und Beschäftigungsverhältnisse in kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Willkommenslotsen helfen bei Fragen zu Sprachförderung, Aufenthaltsstatus, Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Das erfolgreiche Programm zur passgenauen Besetzung von freien Ausbildungsstellen hilft dabei, Ausbildungsplätze in kleinen und mittleren Unternehmen "passgenau" mit in- und ausländischen Jugendlichen ohne Flüchtlingsstatus zu besetzen. Das Programm unterstützt Betriebe bei der Etablierung und Weiterentwicklung einer Willkommenskultur und bei der Integration von ausländischen Auszubildenden und ausländischen Fachkräften, die nicht als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.

Hotline für internationale Fachkräfte

Mit der "Hotline Arbeiten und Leben in Deutschland" schafft die Bundesregierung erstmalig ein umfassendes, mehrsprachiges Beratungsangebot zu Fragen der Zuwanderung und Integration für zugewanderte und zuwanderungsinteressierte Fachkräfte, Studierende und Auszubildende. Sie erhalten unter der Rufnummer +49 30 1815-1111 eine persönliche Beratung zu den Themen Einreise und Aufenthalt, Deutsch lernen, Arbeitssuche sowie Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.

Anerkennung ausländischer Qualifikationen

Die Bewertung und Anerkennung ausländischer Qualifikationen hat sich seit 2012 mit dem "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" verbessert. Damit wurde ein Rechtsanspruch auf ein Verfahren zur Überprüfung der Gleichwertigkeit von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen mit einem deutschen Berufsabschluss eingeführt.

Zudem können zuwanderungsinteressierte Akademikerinnen und Akademiker, die nicht aus der EU stammen, sich für die Dauer von sechs Monaten in Deutschland zur Arbeitsplatzsuche aufhalten, wenn ihre Existenzgrundlage während dieser Zeit gesichert ist.

Praktisch: Das BQ-Portal des BMWi ist die umfangreichste Online-Wissens- und Arbeitsplattform zu ausländischen Berufsqualifikationen. Die Plattform bietet Beschreibungen von 82 Berufsbildungssystemen weltweit und über 2.770 ausländische Berufsprofile. Auf diese Weise können die zuständigen Stellen (die Berufskammern) mit dem BQ-Portal ausländische Berufsabschlüsse besser einschätzen sowie einheitlich und transparent bewerten.

Blaue Karte EU

Die im August 2012 eingeführte "Blaue Karte EU" ermöglicht es Akademikerinnen und Akademikern, die nicht aus der EU stammen und über ein Arbeitsplatzangebot verfügen, in Deutschland zu arbeiten und mit ihren Familien zu leben. Erfahren Sie mehr.

Pressemitteilungen

  • 12.12.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Flucht und Integration

    Pressemitteilung: 1500 Mitglieder im NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge! Gleicke: Mittelstand vorbildlich bei der Integration

    Öffnet Einzelsicht
  • 12.12.2017 - Pressemitteilung - Fachkräftesicherung

    Pressemitteilung: MINT– Zukunftskonferenz 2017 im BMWi

    Öffnet Einzelsicht
  • 03.11.2017 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Pressemitteilung: Zypries: „Mit einer guten Ausbildung durchstarten“

    Öffnet Einzelsicht
  • 26.10.2017 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Pressemitteilung: Zypries: Frühzeitige Berufsorientierung ist wichtig

    Öffnet Einzelsicht
  • 23.10.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Pressemitteilung: Deutschlands elf beste Ausbilder geehrt

    Öffnet Einzelsicht
  • 05.10.2017 - Pressemitteilung - Fachkräftesicherung

    Pressemitteilung: Zypries: „Skills Experts“ erfolgreich gestartet – Unterstützung deutscher Unternehmen im Ausland bei der dualen Berufsausbildung

    Öffnet Einzelsicht
  • 21.09.2017 - Pressemitteilung - Flucht und Integration

    Pressemitteilung: Ausweitung des Förderprogramms „Willkommenslotsen“ auf Großunternehmen - Antragstellung bis Ende Oktober möglich

    Öffnet Einzelsicht
  • 31.08.2017 - Pressemitteilung - Ausbildung & Beruf

    Pressemitteilung: Modellprojekt "Gemeinsam in die Ausbildung" bringt mehr als 50 Jugendliche in Ausbildung

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

Elektriker bei der Arbeit zum Thema Fachkräfte; Quelle: Getty Images/altrendo images