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Dossier - Europäische Wirtschaftspolitik

Europäische Wirtschaft und Binnenmarkt

Einleitung

Die Europäische Union (EU) ist Garant für Frieden, Stabilität, Sicherheit und nicht zuletzt Wohlstand in Europa. Sie bietet für Deutschland, seine Bürgerinnen und Bürger sowie für die Wirtschaft unschätzbare Vorteile, allen voran den Zugang zum EU-Binnenmarkt, dem Fundament der EU.

Junge Menschen halten die EU-Flagge zum Theme EU-Werte und Wirtschaftsgemeinschaft; Quelle: Fotolia.com/Photographee.eu

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Der EU-Binnenmarkt ist der größte gemeinsame Markt der Welt. Und er funktioniert nach einem einfachen Grundprinzip: Er gewährt allen deutschen und EU-Bürgern und Unternehmen nicht nur den freien Warenverkehr, sondern auch den freien Verkehr von Personen, Dienstleistungen und Kapital. Innerhalb des Binnenmarktes können EU-Bürger in anderen EU-Staaten leben und arbeiten - Unternehmen können ihre Waren und Dienstleistungen frei produzieren und verkaufen. So kann beispielsweise ein Deutscher in Belgien ein Reisebüro eröffnen und sein Konto bei einer niederländischen Bank führen. EU-weite Standards sorgen für eine breite Auswahl sicherer Produkte zu günstigen Preisen.

Vom Binnenmarkt profitiert auch unsere exportstarke Wirtschaft: Deutsche Unternehmen können dank des freien Marktzuganges und ohne Zölle aus der EU importieren und in sie exportieren. Der Anteil des deutschen Warenaustausches mit anderen Ländern der EU liegt mittlerweile bei knapp 60 Prozent. Das zeigt: Ohne den EU-Binnenmarkt wäre die deutsche Wirtschaft längst nicht so erfolgreich, wie sie das heute ist. Mehr zur Geschichte und der Funktionsweise des Binnenmarktes erfahren Sie hier.

Mehr als nur eine Wirtschaftsgemeinschaft

Die EU ist aber noch mehr: Sie ist eine Grundrechts- und Wertegemeinschaft. Ende 2009 ist die Europäische Grundrechtecharta in Kraft getreten. Mit ihr verfügt die EU erstmal über einen eigenen geschriebenen Grundrechtskatalog, der die bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte der europäischen Bürgerinnen und Bürger sowie aller im Hoheitsgebiet der Union lebenden Personen zusammenfasst.

Nach dem britischen Referendum über einen möglichen EU-Austritt gilt es nun, die zentralen Versprechen der europäischen Einigung, wie Frieden, Demokratie und Wohlstand, wieder sichtbarer zu machen und sie mit neuem Leben zu füllen. Dabei geht es vor allem um eine konstruktive Debatte für ein besseres Europa. Insbesondere muss die Beschäftigungs- und Investitionskrise in Europa überwunden werden, damit Europa in Zukunft mehr wirtschaftliche und soziale Sicherheit bieten kann.

Was ist Europa für Sie?

Zahlen und Fakten zum Europäischen Binnenmarkt

510
Symbolicon für Menschen

Millionen Einwohner
zählen alle 28 Mitgliedsstaaten, die den Europäischen Binnenmarkt bilden (Stand: Februar 2017)

24
Symbolicon für Besprechung

Amtssprachen
gibt es innerhalb der EU

14,8
Symbolicon für Geld

Billionen Euro
beträgt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des europäischen Binnenmarkts (2016)

15,9
Symbolicon für Dampfer

Prozent
beträgt der Anteil der EU-28 am weltweiten Warenexport (2014)

Europäischer Binnenmarkt

Ein gemeinsamer Markt für 500 Millionen Menschen

Der Europäische Binnenmarkt ist das Kernstück der EU. Über 60 Prozent des gesamten Handels der EU-Mitgliedstaaten entfallen allein auf den Handel zwischen den Mitgliedstaaten.

Ein Raum "ohne Binnengrenzen, in dem der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital gemäß den Bestimmungen dieses Vertrages gewährleistet ist" – so wird der europäische Binnenmarkt in Artikel 26 Abs. 2 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) beschrieben.

Grenzüberschreitend reisen und arbeiten, Waren und Dienstleistungen einkaufen und anbieten

Der ungehinderte Warentransport über unsere Binnengrenzen ist heute ebenso selbstverständlich geworden wie das ungehinderte Reisen und Niederlassen für EU-Bürger innerhalb der Europäischen Union und weitgehend auch des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), zu dem Island, Liechtenstein und Norwegen gehören. Aber der Weg dahin war weit und reicht bis in die Anfänge der Europäischen Union zurück.

Am 25. März 1957 wurde mit der Unterzeichnung der sogenannten Römischen Verträge durch Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet, um die gemeinsame Wirtschaftspolitik im Rahmen der europäischen Integration zu fördern – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu heutigen Europäischen Union. Zum 60-jährigen Jubiläum der römischen Verträge hat das BMWi am 25. März 2017 die Broschüre „Perspektiven für ein wirtschaftlich starkes Europa“ veröffentlicht, die die Errungenschaften und aktuellen Handlungsfelder für die Europäische Union detailliert herausarbeitet. Die Broschüre ist hier abrufbar.

Mit dem "Weißbuch zur Vollendung des Binnenmarktes" der Europäischen Kommission von 1985 wurde dem Binnenmarkt neue Schubkraft verliehen und die Verwirklichung des Binnenmarktes bis 1992 beschlossen. Mehr als fünfundzwanzig Jahre nach der Verwirklichung des Binnenmarktes sind beachtliche Fortschritte zu verzeichnen. Die Einführung der gemeinsamen Währung, des Euro, lässt das Zusammenwachsen der Märkte zu einem einheitlichen europäischen Binnenmarkt auch nach außen erkennbar werden.

Steuerung und Überwachung des Binnenmarktes

Bürger und Unternehmen können die Chancen des Binnenmarktes nur dann effektiv wahrnehmen, wenn alle Binnenmarktrichtlinien in den EU-Mitgliedstaaten rechtzeitig umgesetzt und korrekt angewandt werden. Um dies zu überwachen, veröffentlicht die Europäische Kommission das Single Market Scoreboard Online. Die Leistung der Mitgliedstaaten wird anhand des Funktionierens unterschiedlicher Instrumentarien gemessen. Relevant sind beispielsweise die Anzahl der nicht fristgerecht umgesetzten Binnenmarktrichtlinien sowie die Arbeitsweise der SOLVIT-Stellen.

Weiterentwicklung der Wirtschafts-und Währungsunion

Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit des Euro dauerhaft zu stärken und die Voraussetzungen für ein hohes Maß an Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung sowie soliden öffentlichen Finanzen zu festigen. Die fünf Präsidenten der europäischen Institutionen haben hierfür im Juni 2015 ehrgeizige Pläne vorgelegt. Die Europäische Kommission hat der Debatte zur Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion im Rahmen der Veröffentlichung eines Weißbuchs zur Zukunft Europas am 1. März 2017 gefolgt von einem Reflexionspapier Ende Mai 2017 zur Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion neuen Schwung verliehen.

Der Europäische Wirtschaftsraum in Zahlen

Flaggenbild zu Brexit; Quelle: istockphoto.com/melis82

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Brexit: Wichtige Informationen im Überblick

Zum Artikel

Ansprechpartner

EU-Service-Ministerium für Bürger und Unternehmen

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt Bürger und Bürgerinnen bei der Lösung von grenzüberschreitenden Problemen im EU-Binnenmarkt durch das SOLVIT-Netzwerk und untersucht gemeinsam mit der Wirtschaft aktuelle EU-Vorhaben hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Mittelstand.

Mit dem Mittelstandsmonitor für EU-Vorhaben werden die Mitsprachemöglichkeiten des Mittelstands bei wichtigen EU-Vorhaben gestärkt. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können sich mit dem Mittelstandsmonitor frühzeitig über relevante Vorhaben der Europäischen Union (EU) informieren und ihre Interessen in laufende Konsultationsverfahren einbringen. Erfahren Sie mehr.

SOLVIT: Schnelle Hilfe für Bürger und Unternehmen

SOLVIT ist ein Netzwerk, in dem alle EU- und EWR-Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um auf pragmatische Weise konkrete Probleme von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen zu lösen, die durch die fehlerhafte Anwendung von Binnenmarktvorschriften durch Behörden entstehen.

Wie Sie eine Beschwerde einreichen und SOLVIT kontaktieren können sowie weitere Informationen über die Arbeit des SOLVIT-Netzwerkes erfahren Sie hier.

Gemeinsame Handelspolitik

Europa als Handelspartner

Die Handelspolitik gehört zu den Gemeinschaftskompetenzen der EU. Dies gilt uneingeschränkt für den Warenverkehr. Bei Dienstleistungen und beim Geistigen Eigentum liegt eine gemischte Kompetenz vor - also eine geteilte Zuständigkeit von Union und Mitgliedsstaaten nach außen.

Die EU-Mitgliedstaaten bleiben demnach generell im Bereich des GATS- und des TRIPS-Übereinkommens zuständig, solange die Gemeinschaft keine internen Regelungen getroffen hat. Nach der Rechtsprechung des EuGH-Europäischer Gerichtshof sind jedoch die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten zu einer engen Zusammenarbeit verpflichtet, um ein einheitliches Auftreten nach außen und insbesondere im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) sicherstellen zu können.

Die EU-Kommission gestaltet die Handelspolitik in Absprache mit den Mitgliedstaaten. Dazu trifft sich wöchentlich der vom Rat bestellte Handelspolitische Ausschuss. Das BMWi ist innerhalb der Bundesregierung federführend für die Erarbeitung der deutschen Position in der Handelspolitik verantwortlich und vertritt diese auf europäischer und internationaler Ebene. Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft ist der Abbau von Handelshemmnissen und die Stärkung des multilateralen Handelssystems von besonderer Bedeutung. Mehr erfahren.

Meilensteine der EU

1

18. April 1951

2

25. März 1957

3

1. Juli 1967

4

7. und 10. Juni 1979

5

1. November 1993

6

26. März 1995

7

1. Januar 2002

8

1. Mai 2004

9

1. Juni 2005

10

1. Dezember 2009

11

10. Dezember 2012

12

23. Juni 2016

Die „Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (EGKS) wird gegründet.

Die „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG) und die „Europäische Atomgemeinschaft“ (EURATOM) werden gegründet („Römische Verträge“).

Der Fusionsvertrag von 1965 tritt in Kraft: Aus der EWG, EURATOM und EGKS werden die „Europäischen Gemeinschaften“ (EG).

Die erste Europawahl zum Europäischen Parlament findet statt.

Der „Vertrag von Maastricht“ tritt in Kraft. Damit wird die EU gegründet und die Zusammenarbeit ausgeweitet (zum Beispiel gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Wirtschafts- und Währungsunion).

Das Schengener Übereinkommen, das die Grenzkontrollen an den Binnengrenzen von zunächst fünf Staaten abschaffen soll, tritt in Kraft.

Mit dem Euro wird ein gemeinsames Bargeld in zwölf EU-Ländern eingeführt.

Große EU-Erweiterung, mit der die Teilung Europas während des „Kalten Krieges“ überwunden wird.

Die EU-Verfassung wird bei Referenden in Frankreich (29. Mai) und den Niederlanden (1. Juni) abgelehnt und kann nicht in Kraft treten.

Mit dem „Vertrag von Lissabon“ wird die EU auf eine neue gemeinsame Grundlage gestellt.

Die EU erhält den Friedensnobelpreis.

Die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs stimmt für den Austritt aus der EU (Brexit).

Europa 2020-Strategie

Eine gemeinsame Strategie für ein europäisches Jahrzehnt

Mit der Strategie "Europa 2020" für Beschäftigung und intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum soll die Wirtschaftskraft und der soziale Zusammenhalt in Europa langfristig gesteigert werden. Die Mitgliedstaaten berichten der Europäischen Kommission dabei regelmäßig über ihre Fortschritte und nationale Maßnahmen.

Ihren wirtschaftspolitischen Dreiklang hat die Europäische Union (EU) im Jahr 2010 mit der Strategie „Europa 2020“ formuliert. Diese auf zehn Jahre angelegte Strategie ist die Vision der sozialen Marktwirtschaft Europas im 21. Jahrhundert und will zugleich sein Gewicht in der Welt stärken. Die EU und ihre Mitgliedstaaten geben sich mit der Strategie eine Orientierung, die sich gestaltend auf den EU-Haushalt und auf wichtige Politiken auswirkt, wie etwa die Investitions- und Kohäsionspolitik.

Zwei Aspekte prägen die neue Strategie: Die Erfahrungen mit der zum Ende des Jahres 2010 ausgelaufenen Lissabon-Strategie sowie die wirtschaftspolitischen Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dabei zeigte sich Gestaltungsbedarf weniger in inhaltlicher Hinsicht - schon die Lissabon-Strategie konzentrierte sich in ihrer Endfassung auf die Oberziele Wachstum und Beschäftigung -, sondern vor allem im Hinblick auf eine konsequente Anwendung und Überwachung des bestehenden Regelungsrahmens. Die Strategie zu Europa 2020 der Europäischen Kommission finden Sie hier (PDF: 373 KB).

Die Ziele der Strategie

Die Strategie "Europa 2020" führt fünf EU-weite, messbare Leitziele ein. Die Mitgliedstaaten berichten in ihren Nationalen Reformprogrammen über ihre Fortschritte bei der Erreichung dieser Ziele.

Diese fünf Leitziele sind:

  • Unter den 20- bis 64-jährigen Frauen und Männern wird eine Beschäftigungsquote von 75 Prozent angestrebt, auch durch die vermehrte Einbeziehung von Jugendlichen, älteren Arbeitnehmern und Geringqualifizierten sowie die bessere Eingliederung von legalen Migranten.
  • Die Bedingungen für Forschung und Entwicklung sollen verbessert werden - insbesondere mit dem Ziel, ein öffentliches und privates Investitionsvolumen auf diesem Gebiet von insgesamt 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erreichen.
  • Die Treibhausgasemissionen sollen gegenüber dem Niveau des Jahres 1990 um 20 Prozent verringert werden, der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch soll auf 20 Prozent steigen und es wird eine Erhöhung der Energieeffizienz in Richtung 20 Prozent angestrebt.
  • Das Bildungsniveau soll verbessert werden, wobei insbesondere angestrebt wird, die Schulabbrecherquote auf unter 10 Prozent zu senken und den Anteil der 30- bis 34-Jährigen, die ein Hochschulstudium abgeschlossen haben oder über einen gleichwertigen Abschluss verfügen, auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen.
  • Die soziale Eingliederung soll insbesondere durch die Verminderung der Armut gefördert werden, wobei angestrebt wird, mindestens 20 Millionen Menschen vor dem Risiko der Armut oder der Ausgrenzung zu bewahren.

Der jeweilige Stand der Europa 2020-Strategie ist auf der Themenseite der Europäischen Kommission ersichtlich. Deutschland hat sich über die fünf EU-2020-Kernziele hinaus zusätzlich nationale Ziele gesetzt, die noch ambitionierter sind. Diese Ziele werden im Nationalen Reformprogramm aufgeführt.

Energiewende, Digitalisierung und Mittelstandsförderung in der EU

Europäisches Semester

Der gemeinsame Fahrplan: Das Europäische Semester

Um Fehlentwicklungen auf den Finanzmärkten oder in der Realwirtschaft früher zu erkennen und effektiv gegensteuern zu können, wurde mit dem „Europäischen Semester“ ein Monitoringprozess eingeführt, der den Europa 2020-Prozess, den Stabilitäts- und Wachstumspakt nebst Fiskalpakt und das Verfahren zur Überwachung von makroökonomischen Ungleichgewichten zusammenfasst und miteinander verzahnt.

Das Europäische Semester gibt einen verbindlichen Fahrplan für die wirtschafts-, beschäftigungs- und finanzpolitische Überwachung in Europa vor und gestaltet sich jeweils im ersten Halbjahr eines Jahres wie folgt:

  • Etwa im November des Vorjahres legt die Europäische Kommission ihren Jahreswachstumsbericht für das darauffolgende Jahr mit den wichtigsten wirtschafts-, beschäftigungs- und finanzpolitischen Herausforderungen und Handlungsvorschlägen vor. Bislang lag der Fokus der Berichte auf der Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung der Schuldenkrise im Euroraum - mit klarem Schwerpunkt auf der Stärkung des Wachstums.
  • Im Februar veröffentlicht die Europäische Kommission für jeden Mitgliedsstaat einen Länderbericht, der sich mit der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes auseinandersetzt.
  • Im April übermitteln die Mitgliedstaaten ihre Stabilitäts- und Konvergenzprogramme sowie ihre Nationalen Reformprogramme nach Brüssel. Erstere legen den Schwerpunkt auf die finanzpolitische Entwicklung. Die Nationalen Reformprogramme stellen die strukturpolitischen Agenden der Mitgliedstaaten dar.
  • Auf der Grundlage dieser Programme schlägt die Kommission im Mai länderspezifische Empfehlungen für jeden Mitgliedstaat vor, die spezifische nationale Herausforderungen adressieren.
  • Die länderspezifischen Empfehlungen werden beim Europäischen Rat Mitte des Jahres durch die Staats- und Regierungschefs gebilligt. Dann endet das jeweilige Europäische Semester.
  • Die Europäische Kommission hat das Europäische Semester hier zusammengefasst.
EU-Flagge zum Infotainment zu Europa

© iStock.com/Ramberg

Nationale Reformprogramme

Für Wachstum und Beschäftigung in Europa

In sogenannten Nationalen Reformprogrammen dokumentieren die Mitgliedstaaten, mit welchen Maßnahmen sie den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen in ihrem Land begegnen und wie sie die länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union umsetzen. Die Mitgliedstaaten stellen darin außerdem dar, welchen Stand sie im Hinblick auf die EU-2020-Ziele erreicht haben und welche Maßnahmen sie umsetzen, um weitere Fortschritte zu erzielen.

Die Nationalen Reformprogramme beziehen sich dabei auf

  • den jeweiligen Länderbericht der Europäischen Kommission, in dem die Kommission die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten analysiert und wesentliche gesamtwirtschaftliche Herausforderungen in den Mitgliedstaaten darstellt,
  • die jeweiligen länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union, abschließend angenommen in der Regel im Juli des Vorjahres,
  • den aktuellen Jahreswachstumsbericht der Europäischen Kommission,
  • die Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung im Rahmen der Strategie Europa 2020.

Auch Deutschland leistet seinen Beitrag zu Stabilität und Wachstum in Europa. Das Nationale Reformprogramm 2017, das am 12. April 2017 vom Bundeskabinett beschlossen wurde, zeigt, dass Deutschland bei der Umsetzung der länderspezifischen Empfehlungen des Rates der Europäischen Union wichtige Fortschritte erzielt hat, insbesondere bei der Stärkung der Investitionen. Bei wichtigen Themen wie der digitalen Bildung, dem Ausmaß der atypischen Beschäftigung sowie der Vermögensungleichheit steht Deutschland aber vor weiteren Herausforderungen. Mehr dazu finden Sie hier.

Die von der Europäischen Kommission zum Europäischen Semester veröffentlichten Empfehlungen finden Sie hier.

Pressemitteilungen

  • 13.09.2017 - Pressemitteilung - Europäische Industriepolitik

    Pressemitteilung: Zypries: Juncker-Vorschlag für eine europäische Industriestrategie wichtiges Signal für den Industriestandort Europa

    Öffnet Einzelsicht
  • 13.09.2017 - Gemeinsame Pressemitteilung - Außenwirtschaftsrecht

    Pressemitteilung: EU-Vorschlag zu Investitionsprüfungen wichtiger Schritt für faire Wettbewerbsbedingungen in Europa und besseren Schutz bei Firmenübernahmen

    Öffnet Einzelsicht
  • 19.07.2017 - Pressemitteilung - Europäische Mittelstandspolitik

    Pressemitteilung: Zypries: Kleinen und mittleren Unternehmen in Europa den Rücken stärken

    Öffnet Einzelsicht

Weiterführende Informationen

  • Themenseite - Europäische Mittelstandspolitik

    Europäische Mittelstandspolitik

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.03.2017 - Interview - Europäische Wirtschaftspolitik

    Zypries: „Großbritannien wird auch nach dem Austritt aus der EU ein wichtiger Handelspartner Deutschlands und Europas bleiben“

    Video

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.03.2017 - Interview - Europäische Wirtschaftspolitik

    Zypries: Die EU ist und bleibt ein Erfolgsmodell für Frieden und Wachstum

    Video

    Öffnet Einzelsicht

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

EU-Flagge zu Europäische Wirtschaftspolitik; Quelle: iStock.com/instamatics