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Dossier - Elektromobilität

Elektromobilität in Deutschland

Einleitung

Mehr Klimaschutz, neue Märkte, weniger Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: In der Elektromobilität stecken enorme Potentiale. Ihre Weiterentwicklung ist ein zukunftsweisendes Thema der deutschen Industrie. Mehr noch: Elektrofahrzeuge können ein wichtiger Baustein der Energiewende werden.

Elektromobilität ist weltweit der Schlüssel zur klimafreundlichen Umgestaltung der Mobilität. Der Betrieb von Elektrofahrzeugen erzeugt insbesondere in Verbindung mit regenerativ erzeugtem Strom deutlich weniger CO2. Zusätzlich können Elektrofahrzeuge mit ihren Energiespeichern die Schwankungen von Wind- und Sonnenkraft künftig ausgleichen und so den Ausbau und die Marktintegration dieser unsteten Energiequellen unterstützen. Unser Ziel sind 1 Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen bis 2020. Die Bundesregierung hat daher ein Maßnahmenpaket zur Förderung geschnürt: dazu gehören eine Kaufprämie für Elektroautos (Umweltbonus), der Ausbau der Ladeinfrastruktur und ein Beschaffungsprogramm für die öffentliche Hand.

Elektromobilität erfolgreich auf den Markt bringen

Für die Bundesregierung hat die Elektromobilität eine große Bedeutung: Deutschland soll sich nicht nur zum Leitmarkt Elektromobilität entwickeln. Durch Innovationen im Bereich der Fahrzeuge, Antriebe und Komponenten sowie mit der Einbindung dieser Fahrzeuge in die Strom- und Verkehrsnetze kann sich Deutschland auch als Leitanbieter für Elektromobilität etablieren. Dabei ist die deutsche Industrie gefordert, ihre technologische Spitzenstellung auch im Bereich der Elektromobilität zu sichern und ihre Elektrofahrzeuge mit den dazugehörigen Systemen, Komponenten und Dienstleistungen in Deutschland und auf den Weltmärkten erfolgreich zu vermarkten.

Wo stehen wir jetzt?

Anfang 2017 waren bereits 30 verschiedene elektrische Fahrzeugmodelle von deutschen Herstellern auf dem Markt verfügbar, hinzu kommen 25 Modelle ausländischer Hersteller. Zudem können Elektrofahrzeuge an aktuell 7150 Ladepunkten mit Strom geladen werden. Die Bundesregierung hat am 18. Mai 2016 zusätzliche Impulse für die Elektromobilität beschlossen. Das Gesamtpaket besteht aus zeitlich befristeten Kaufanreizen, weiteren Mitteln für den Ausbau der Ladeinfrastruktur, zusätzlichen Anstrengungen bei der öffentlichen Beschaffung von Elektrofahrzeugen sowie aus steuerlichen Maßnahmen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Nutzung von Elektrofahrzeugen attraktiver zu machen.

Zahlen und Fakten zur Elektromobilität

58
Symbolicon für Elektroauto

verschiedene Elektroautomodelle
waren Anfang 2017 auf dem deutschen Markt

1
Symbolicon für Zielscheibe

Million Elektrofahrzeuge
sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen fahren

2,2
Symbolicon für Geld

Milliarden Euro
stellt die Bundesregierung bis 2017 für Forschung und Entwicklung von Elektromobilität zur Verfügung

22
Symbolicon für Leuchtturm

Leuchtturmprojekte
wurden seit 2012 von der Bundesregierung ausgezeichnet

Technologien fördern

Forschung und Entwicklung in der Elektromobilität stärken

Um die Elektromobilität auf die Straße zu bringen, fördert die Bundesregierung Forschung und Entwicklung – durch Programme, die technologieneutral und anwendungsnah sind.

Das Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter der Elektromobilität zu entwickeln. Elektrofahrzeuge müssen sich im Wettbewerb mit anderen Antriebskonzepten insbesondere hinsichtlich Preis und Reichweite behaupten. Hierfür bedarf es weiterhin vorwettbewerblicher Forschung und Entwicklung auf hohem Niveau.

Insgesamt stellt die Bundesregierung 2,2 Milliarden Euro bis 2017 für die Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Die Förderung ist dabei eine Gemeinschaftsaufgabe: Die verschiedenen Förderbereiche verteilen sich auf vier Bundesministerien. Eine Übersicht darüber bietet die Förderberatung des Bundes, die in ihrer Funktion als „Lotsenstelle Elektromobilität“ zentraler Ansprechpartner für Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei Fragen rund um die Forschungsförderung ist.

Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium

Die ganzheitliche Sicht des Elektromobilitäts-Systems steht im Mittelpunkt der BMWi-Förderung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Sie umfasst daher alle Komponenten der Elektromobilität.

Dazu zählen die Themen Antriebstechnik, Batterieforschung, Energieforschung, Normung und Standardisierung, Stärkung der Wertschöpfungskette, vernetzte Autos, Flotten- und Logistikkonzepte, Digitalisierung, Netzintegration sowie die intelligente Abrechnung von Strom an Ladesäulen und Infrastruktur.

Hier erfahren Sie mehr zu den Förderaktivitäten.

Pressekonferenz zur Förderung der Elektromobilität
© BPA

Infrastrukturen schaffen

Anreize und Rahmenbedingungen setzen

Die Bundesregierung setzt die notwendigen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität und schafft darüber hinaus Anreize, um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen zu stärken: Dazu gehören der Umweltbonus, einheitliche Ladestandards, aber auch Privilegien für Elektroautohalter etwa beim Parken.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzt sich schon lange für eine Reihe von Maßnahmen ein, um die Entwicklung des Markts für Elektromobilität zu beschleunigen. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wird der Markthochlauf der Elektromobilität unterstützt. Drei finanzwirksame Maßnahmen stehen dabei im Vordergrund: zeitlich befristete Kaufanreize, Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie öffentliche Beschaffung von Elektrofahrzeugen.

  • Umweltbonus: Bis zu 600 Millionen Euro werden durch den Bund bereitgestellt, um mindestens 300.000 Elektrofahrzeuge bis 2019 zu bezuschussen. Die Automobilhersteller beteiligen sich in gleicher Höhe. Mit 4.000 Euro wird der Kauf rein elektrischer Fahrzeuge gefördert. 3.000 Euro können Käufer für Plug-In Hybrids erhalten. Anträge für den Umweltbonus können direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden.
  • Ausbau von Ladesäulen fördern: Mit 300 Millionen Euro fördert die Bundesregierung den Ausbau von Schnell- und Normalladepunkten. Das Ziel: Bis 2020 sollen viele weitere der besonders aufwendigen und damit teuren Schnellladepunkte an den Verkehrsachsen und in den Metropolen verfügbar sein.
  • Mehr Elektromobilität in öffentlichen Fuhrparks: Die öffentliche Hand wird bei ihren eigenen Fuhrparks mit einem guten Beispiel vorangehen. Der Anteil der durch die Bundesregierung zu beschaffenden Elektrofahrzeuge soll bis 2019 auf mindestens 20 Prozent erhöht werden. Für die öffentliche Beschaffung werden 100 Millionen Euro bereitgestellt.
  • Verlängerung der KfZ-Steuerbefreiung: Von bisher fünf auf nun zehn Jahre.

Gesetzliche Rahmenbedingungen für die Zukunft der Mobilität

Damit Elektromobilität optimal genutzt werden kann, sind einheitliche Standards beim Laden und Bezahlen entscheidend. Deshalb hat die Bundesregierung die Ladesäulenverordnung 2016 (PDF: 75 KB) beschlossen. Sie regelt die technischen Vorgaben für Steckdosen und Fahrzeug-Kupplungen für das Laden von Elektromobilen und sorgt für die Einhaltung der technischen Sicherheit.

In einem nächsten Schritt soll die Authentifizierung und Bezahlung an den Ladesäulen vereinheitlicht werden. Mit der geplanten Änderung der Ladesäulenverordnung sollen Mindeststandards für das Bezahlen und damit ein diskriminierungsfreier Zugang zu Lademöglichkeiten geschaffen werden. Der Bundesrat hat daher am 12. Mai der Änderungsverordnung zur Ladesäulenverordnung II des Bundeswirtschaftsministeriums zugestimmt. Die Änderung der LSV regelt das sogenannte punktuelle Laden, mit dem die Abhängigkeit vom Abrechnungssystem des Stromanbieters abgeschafft werden soll. Nutzerinnen und Nutzer von Elektromobilen können mit Verkündung der LSV an allen öffentlich zugänglichen Ladepunkten mit einem gängigen webbasierten Zahlungssystem (z. B. per App), sofern verfügbar in bar oder per EC-/Kreditkarte Strom für ihre Elektrofahrzeuge Strom laden und abrechnen.

Mehr Informationen zu Anreizen und Rahmenbedingungen finden Sie hier.

Fragen und Antworten zur Kaufprämie bei Elektrofahrzeugen

Wie hoch ist der Umweltbonus für Elektrofahrzeuge?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Ab wann kann ich den Umweltbonus beantragen?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wo kann ich meinen Antrag auf den Umweltbonus stellen?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Nationale Plattform Elektromobilität

Politik, Industrie und Wissenschaft an einem Tisch

Die Nationale Plattform Elektromobilität ist ein weltweit einmaliges Forum. Sie umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: Hier arbeiten Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik eng zusammen, um Deutschland zum Leitmarkt für Elektrofahrzeuge zu machen.

Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) orchestriert die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland. Das Beratungsgremium der Bundesregierung bringt 150 Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden zum strategischen Dialog zusammen. Gemeinsam ergründen sie die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Potenziale der Elektromobilität und sprechen Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft aus. Mehr zur Organisation der NPE erfahren Sie hier.

Das Ziel, Leitmarkt zu werden, soll in drei Phasen realisiert werden:

  • Im Rahmen der sogenannten "Marktvorbereitung" wurden durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte bis Ende 2014 die wichtigsten Voraussetzungen zur Verbreitung von Elektromobilität geschaffen.
  • Innerhalb des anschließenden Markthochlaufs werden Infrastruktur und Fahrzeugangebote bis Ende 2017 deutlich erweitert.
  • Ab 2018 soll sich dann ein Massenmarkt entwickeln.

Nationale Plattform Elektromobilität zeigt Ziele bis 2020 auf

Mit ihrem vierten Fortschrittsberichts den die NPE im Dezember 2014 an die Bundeskanzlerin sowie die beiden federführenden Bundesminister Sigmar Gabriel (BMWi) und Alexander Dobrindt (BMVI) übergeben hat, schloss die NPE die Marktvorbereitungsphase (2010 bis 2014) ab. Darüber hinaus unterbreitet sie darin für die Phase des Markthochlaufs (2015 bis 2017) Vorschläge, wie Deutschland die gesteckten Ziele bis 2020 erreichen kann, um internationaler Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu werden.

Frau mit Arbeitshelm vor Turbine zum Thema Moderne Industriepolitik; Quelle: mauritius images/Cultura

© mauritius images/Cultura

Moderne Industriepolitik

Zum Dossier

Schaufenster und Leuchttürme

Elektromobile Zukunft erleben

Im Rahmen des weltweit einzigartigen Programms „Schaufenster Elektromobiliät“ fördert das BMWi gemeinsam mit BMVI, BMUB und BMBF innovative Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Das Ziel der Schaufenster: Die deutschen Kompetenzen in den Bereichen Elektrofahrzeug, Energieversorgung und Verkehrssystem in ausgewählten, groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben systemübergreifend zu bündeln und sichtbar zu machen. In enger Kooperation von öffentlicher Hand, Industrie und Wissenschaft werden dabei innovative Elemente der Elektromobilität erprobt. Sie werden für die Öffentlichkeit erfahrbar gemacht und Impulse für die nationale wie internationale Nachfrage generiert.

Der Empfehlung einer unabhängigen Fachjury folgend, wurden vier große regionale Demonstrationsvorhaben als Schaufenster Elektromobilität ausgewählt:

In den vier Schaufensterregionen wurden zwischen 2012 und 2016 90 Verbundprojekte mit 334 Teilvorhaben durch die Bundesregierung sowie weitere Projekte durch Landesregierungen und weitere Partner unterstützt. Gemeinsam stellen diese rund 180 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Das gesamte Projektinvestitionsvolumen der bundesgeförderten Projekte – unter Einbeziehung des Projektengagements der Projektpartner - beläuft sich damit auf knapp 300 Millionen Euro. Die Ergebniskonferenz „Schaufenster Elektromobilität“ auf dem Gelände der Leipziger Messe zeigte den 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur die innovative Wertschöpfung mit den elektromobilitätsbegleitenden Dienstleistungen aus den Schaufensterregionen. Die Konferenz zeigte eindrucksvoll die Erfahrbarkeit von Elektromobilität im privaten und gewerblichen Alltag - vom leichtgewichtigen Pedelec bis hin zum tonnenschweren Flugzeugschlepper.

Leuchttürme: Herausragende Projekte der Elektromobilität

In den sogenannten  "Leuchttürmen" (PDF: 327 KB) rwerden besonders herausragende Projekte in einzelnen Themenfeldern gebündelt. Die Wahl zu einem Leuchtturmprojekt ist dabei ein „Gütesiegel“ für besonders wichtige Innovationen, die einen bedeutenden Beitrag zum technologischen Fortschritt oder der Kostensenkung in der Elektromobilität leisten. Seit 2012 wurden von der Bundesregierung 22 Leuchtturmprojekte ausgezeichnet.

Die einzelnen Leuchttürme sind thematisch unterteilt in die Bereiche:

  • Antriebstechnik (z. B. Gesamtfahrzeug, Antriebstechnologie, Produktionstechnologie, Leichtbau),
  • Energiesysteme und Energiespeicherung (z. B. Materialentwicklung, Zelltechnologie und Batterien bis hin zur modularen Produktionstechnik, Sicherheit und Lebensdauer),
  • Ladeinfrastruktur und Netzintegration (z. B. intelligente Netze, Rückspeisung, induktive Energieübertragung und Schnellladesysteme),
  • Mobilitätskonzepte (z. B. Elektrobussysteme),
  • Recycling und Ressourceneffizienz sowie
  • Informations- und Kommunikationstechnologie

In den Leuchtturmprojekten arbeiten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen, zahlreiche KMU sowie Großunternehmen zusammen. Die Projekte innerhalb eines Leuchtturmes sowie die Leuchttürme untereinander sind stark vernetzt. Dieser branchen- und themenübergreifende systemische Ansatz ist ein entscheidender Schlüssel zum Erreichen der Ziele im Elektromobilitätsbereich. Die letzte Nominierung erfolgte anlässlich der Nationalen Konferenz Elektromobilität am 15. und 16. Juni 2015 in Berlin für sieben herausragende technologische Projekte.

Weiterführende Informationen

Pressemitteilungen

  • 02.08.2017 - Pressemitteilung - Elektromobilität

    Pressemitteilung: Zypries: „Einsatz von E-Taxis wird erleichtert“

    Öffnet Einzelsicht
  • 07.11.2016 - Pressemitteilung - Elektromobilität

    Pressemitteilung: Beckmeyer: Verzahnung der Industrien und Branchen entscheidet über den Erfolg der Elektromobilität

    Öffnet Einzelsicht
  • 01.07.2016 - Pressemitteilung - Elektromobilität

    Pressemitteilung: Gabriel: Kaufprämie startet am 2. Juli

    Öffnet Einzelsicht

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Icon eines Elektroautos auf einem Tankdeckel zum Thema Elektromobilität; Quelle: Getty Images/Lya_Cattel

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