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Dossier - Bündnis "Zukunft der Industrie"

Gemeinsam die Industrie stärken

Einleitung

Industriepolitik gemeinsam neu zu gestalten, damit die Industrie auch in Zukunft der starke Kern der deutschen Wirtschaft bleibt. Darum geht es im Bündnis „Zukunft der Industrie“. Es vereint Gewerkschaften, Industrie- und Arbeitgeberverbände sowie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Gemeinsam wollen die Bündnispartner den Industriestandort Deutschland nachhaltig modern gestalten und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Stellenwert der Industrie in den Mittelpunkt rücken

Unsere Industrie ist ein wesentlicher Garant für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze. In Deutschland arbeiten acht Millionen Menschen in rund 100.000 Industriebetrieben. Hinzu kommen viele industriebezogene Dienstleister. Insgesamt hängen rund 15 Millionen Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Industrie ab. Die Beschäftigten im produzierenden Gewerbe erwirtschaften ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung und drei Viertel aller Exporte. Und die Industrie bringt den Löwenanteil der Mittel für Forschung und Entwicklung auf. Die innovativen deutschen Industriebetriebe sind führend in der Ressourceneffizienz und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Neuen Herausforderungen begegnen

Doch der scharfe internationale Wettbewerb, der demografische Wandel oder technische Umbrüche wie die Digitalisierung stellen die Industrie vor große Herausforderungen. Das Bündnis „Zukunft der Industrie“ hat ein klares Ziel: Industrieproduktion in Deutschland zu stärken und ihre wirtschaftliche Zugkraft auszubauen, indem die Chancen des Wandels zum Wohle des Standorts Europa genutzt werden.

Dabei sollen im Rahmen dieser gemeinsamen, konzertierten Aktion konkrete Verabredungen getroffen und prioritäre Maßnahmen entwickelt werden, um so die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Das Bündnis soll bestehende Foren, Plattformen und Dialoge zwischen den Sozialpartnern, Wirtschaft und Politik nicht ersetzen. Vielmehr sollen die bisherigen Ergebnisse und Forderungen branchenspezifischer Dialoge zusammengefasst gewichtet, kommuniziert und in verbindliche Handlungsstrategien übersetzt werden. Das „Bündnis für Industrie“ bündelt zentrale industriepolitische Kompetenzen auf nationaler Ebene, sorgt für eine bessere Abstimmung industriepolitischer Belange und führt Zuständigkeiten zusammen. Damit schaffen wir eine bessere Koordinierung wichtiger Bereiche der Forschungs- und Förderpolitik sowie der Industrie- und Wettbewerbspolitik in Deutschland und Europa (Gemeinsame Erklärung zum Bündnis "Zukunft der Industrie" vom 03.03.2015; PDF: 95 KB).

Unternehmen öffneten ihre Pforten in der "Woche der Industrie"

Um den Industriestandort Deutschland erlebbar zu machen und sich als interessante Arbeitgeber und Leistungsträger in der Region zu präsentieren, öffneten auch im Jahr 2016 wieder deutschlandweit Unternehmen ihre Türen und Tore. Im Rahmen der "Woche der Industrie" vom 17. bis zum 29. September 2016 gab es in allen 16 Bundesländern über 300 Veranstaltungen: Werksführungen, Infoveranstaltungen, Tage der offenen Tür und Vorträge.

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Internetportal Bündnis "Zukunft der Industrie"

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Vier Zahlen, die den Beitrag der Industrie verdeutlichen  

8
Symbolicon für Menschen

Millionen
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte für ein funktionierendes Sozialsystem

1,75
Symbolicon für Geld

Millarden Umsatz
für sichere Löhne und Gehälter

57
Symbolicon für Mikroskop

Milliarden Euro
Ausgaben für Forschung und Entwicklung

62.000
Symbolicon für Urkunde

Patentanmeldungen
für Innovationen, die unser Leben verbessern

Die Partner

Ein starkes Bündnis für die deutsche Industrie

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, der damalige Erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, und der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, haben im November 2014 die Gründung des Bündnisses „Zukunft der Industrie“ initiiert. Am 3. März 2015 hat sich das Bündnis offiziell konstituiert.

Neben den drei Initiatoren BMWi, IG Metall und BDI sind folgende 14 weitere Bündnispartner aktiv: der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), der Bundesarbeitgeberverband Gesamtmetall, der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie auf Gewerkschaftsseite der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Videos

Frau mit Arbeitshelm vor Turbine zum Thema Moderne Industriepolitik; Quelle: mauritius images/Cultura

© mauritius images/Cultura

Moderne Industriepolitik

Zum Dossier

Arbeitsweise

Wie arbeitet das Bündnis?

Die Arbeit des Bündnisses erfolgt in fünf Arbeitsgruppen. Dort werden Handlungsempfehlungen zu den zentralen Themen von Industrieakzeptanz bis Wettbewerbsfähigkeit entwickelt.

Die Arbeitsgruppen haben jeweils zwei Leiter, einen Vertreter der Arbeitgeber- bzw. Industrieverbände und einen der Gewerkschaftsseite. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppen werden einem übergeordneten Lenkungsgremium vorgelegt, der sogenannten „Sherpa-Runde“. Sherpas sind von den Bündnispartnern benannte Personen mit Leitungsfunktion. Diese Runde leitet Staatssekretär Matthias Machnig.

Die Sherpa-Runde bereitet die Treffen der High-Level Group (HLG) vor, die etwa im Halbjahresrhythmus stattfinden. Teilnehmer der HLG sind der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, sowie die Präsidenten der Unternehmensverbände, die Vorsitzenden der Gewerkschaften und des DGB. Die HLG beschließt konkrete Maßnahmen und Forderungen. Die Themen der Arbeitsgruppen:

AG 1: Akzeptanz - Attraktive Industrie

AG 2: Investitionsstarke Industrie

AG 3: Zukunft der Arbeit in Industrie und industrienahen Dienstleistungen

AG 4: Wertschöpfungsstrukturen der Zukunft

AG 5: Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie

Netzwerk Zukunft der Industrie

Um Maßnahmen des Bündnisses umzusetzen, wurde Anfang Juni 2015 der Verein "Netzwerk Zukunft der Industrie" gegründet. Das BMWi begrüßt die Gründung des Vereins ausdrücklich und will ihn bei seinen Aktivitäten unterstützen.

Weiterführende Informationen zu Arbeit und Struktur des Bündnisses "Zukunft der Industrie" finden Sie im Papier zur Struktur (PDF: 111 KB) und der Gemeinsamen Erklärung (PDF: 95 KB).

Weiterführende Informationen zum Verein "Netzwerk Zukunft der Industrie" finden Sie unter www.n3tzwerk.org.

Industriekonferenz "Zukunftsperspektive Industrie 2030" (Zusammenfassung)
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veranstaltete zusammen mit dem Bündnis "Zukunft der Industrie" eine Industriekonferenz zum Thema "Zukunftsperspektive Industrie 2030".

Frau an einem Monitor zum Thema Industrie 4.0; Quelle: Getty Images/Bloomberg

© Getty Images/Bloomberg

Digitale Transformation in der Industrie

Zum Dossier

Handlungsempfehlungen

Die Zukunft der Industrie gestalten

Den Blick in die Zukunft richten: Wie werden wir im Jahr 2030 produzieren und arbeiten? Vor welchen Herausforderungen steht unsere Industrie? Wie lassen sich diese meistern? Zur Industriekonferenz „Zukunftsperspektive Industrie 2030“ legte das Bündnis bereits erste Empfehlungen an die europäische Politik vor.

Zur Woche der Industrie 2016 präsentierte es weitere konkrete Handlungsvorschläge für eine bessere Infrastruktur, einen zukunftssicheren Emissionshandel, steuerliche Förderung und Qualifizierung.

Auf der Industriekonferenz "Zukunftsperspektive Industrie 2030" im Bundeswirtschaftsministerium hat die High-Level Group des Bündnisses eine gemeinsame Erklärung (Gemeinsame Erklärung der High-Level Group vom 18.02.2016; PDF: 362 KB) verabschiedet.

Die industriepolitischen Leitlinien und Handlungsempfehlungen an die EU für einen investitionsstarken und innovativen Industriestandort Europa lauten:

  • Die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas muss durch Investitionen und Innovationen gestärkt werden. Dafür ist eine stärkere Kohärenz in der Gesetzbebung notwendig. Negative Auswirkungen z. B. auf die Investitionstätigkeit und die Innovationsfähigkeit in Europa müssen verhindert werden (Wettbewerbsfähigkeits- und Innovationscheck).
  • Auch in der Energie- und Klimapolitik ist eine bessere Abstimmung in der Gesetzgebung und vor allem eine Orientierung am internationalen Ordnungsrahmen wichtig.
  • Die EU und die Mitgliedstaaten müssen sich dafür einsetzen, dass die neuen Klimabeschlüsse von Paris weltweit verbindlich sind, um ein Carbon Leakage - und letztendlich auch ein Job- und Investment-Leakage in Europa - zu verhindern. Das 20-Prozent-Industrieziel muss den gleichen Stellenwert wie das 20-Prozent-Klimaziel erhalten.
  • In Europa muss die Ausgestaltung des Emissionshandels (ETS) eine Wachstumschance für die Industrie berücksichtigen, die sich am technologischen Fortschritt orientiert. Zur Woche der Industrie 2016 hat das Bündnis hierzu konkrete Empfehlungen ausgesprochen.
  • Auf dem Weg zum digitalen europäischen Binnenmarkt wünscht sich das Bündnis mehr Geschwindigkeit sowie den Erhalt und Aufbau von Schlüsseltechnologien und -kompetenzen (z. B. in der Mikroelektronik, Batteriezellfertigung und -Forschung).
  • Mit Blick auf den möglichen Marktwirtschaftsstatus China erwartet das Bündnis von der europäischen Kommission eine klare Analyse und vor allem eine umfassende ökonomische Folgenabschätzung für die europäische Wirtschaft.

Bereits am 13. Oktober 2015 hatte die High-Level Group des Bündnisses erste Ergebnisse vorgelegt: ein Arbeitsprogramm (PDF: 541 KB) und eine Gemeinsame Erklärung "Für eine moderne und nachhaltige Industriepolitik" (PDF: 526 KB).

Weiterführende Informationen

  • 23.09.2016 - Gemeinsame Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Bündnis "Zukunft der Industrie": Dringender Handlungsbedarf bei Verkehrs- und digitaler Infrastruktur

    Öffnet Einzelsicht
  • 21.09.2016 - Gemeinsame Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Bündnis "Zukunft der Industrie": Emissionshandel zukunftssicher ausrichten - Kommissionsvorschläge müssen nachgebessert werden

    Öffnet Einzelsicht
  • 19.09.2016 - Gemeinsame Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Bündnis "Zukunft der Industrie": Steuerliche F&E-Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bis 500 Beschäftigte als ersten Schritt jetzt endlich umsetzen

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.09.2016 - Gemeinsame Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Bündnis "Zukunft der Industrie": Qualifizierung und Innovationskraft entscheiden über den zukünftigen Erfolg unserer Industrie

    Öffnet Einzelsicht
  • 13.09.2016 - Gemeinsame Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Bündnis "Zukunft der Industrie": Ja zu neuen Messverfahren bei Abgastests, aber klare und berechenbare Zeitpläne

    Öffnet Einzelsicht
  • 25.05.2016 - Pressemitteilung - Bündnis "Zukunft der Industrie"

    Pressemitteilung: Staatssekretär Machnig anlässlich der 50. Langen Nacht der Industrie: "Wir müssen die Industrie wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken"

    Bilderstrecke

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.04.2016 - Pressemitteilung - Industriepolitik

    Pressemitteilung: Gabriel besucht die HANNOVER MESSE 2016

    Video Bilderstrecke

    Öffnet Einzelsicht
  • 22.04.2016 - Pressemitteilung - Europäische Industriepolitik

    Pressemitteilung: Gabriel: "Wir brauchen eine Re-Industrialisierung in Europa"

    Öffnet Einzelsicht

Studien

Turbine symbolisiert Bündnis "Zukunft der Industrie"; Quelle: Getty Images/Jonathan Knowles

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