Messschiene symbolisch für das Thema Normen und Standards; Quelle: istockphoto.com/Zheka-Boss

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Normungspolitik ist ein integraler Bestandteil der Wirtschafts- und Innovationspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Normen definieren in annähernd allen Lebensbereichen den Stand der Technik und die Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen. Sie ermöglichen Systemfähigkeit, sie sichern Qualität, sie schaffen Transparenz und sie schützen Verbraucher.

Normen gehören zu unserer Wirtschafts- und Rechtsordnung, sie sind Grundlage für wichtige Bereiche wie beispielsweise den Arbeits- und Umweltschutz. Mit ihrer marktöffnenden und deregulierenden Wirkung stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Wirtschaftsnation und Exportland. Normen können zudem die Durchsetzung von Innovationen beschleunigen.

Die Zukunft der Normung und Standardisierung

Normen und Standards stärken die Führungsrolle Deutschlands im internationalen Wettbewerb, stehen aber auch vor großen Herausforderungen. Mit Blick auf eine globalisierte, digitale Zukunft hat das Deutsche Institut für Normung (DIN e.V.) die Deutsche Normungsstrategie veröffentlicht, in der sie zentrale Ziele für die nächsten Jahre formuliert.

Vor diesem Hintergrund hat das BMWi das Institut Innovation und Technik mit einer Studie beauftragt, Expertinnen und Experten zur Zukunft der Normung und Standardisierung zu befragen. Der Abschlussbericht, den das BMWi am 19. Mai 2017 vorgestellt hat, beinhaltet eine umfassende Bestandsaufnahme, zeigt Handlungsoptionen auf und gibt Anregungen zur Weiterentwicklung des Normungssystems.

Dialog zur Zukunft der Normung fortsetzen

Der nächste Schritt ist nun, im Dialog mit allen betroffenen Kreisen die notwendigen normungspolitischen Schlussfolgerungen herzuleiten. So haben namhafte Vertreterinnen und Vertretern im Rahmen der Hannover Messe vom 24. bis 28. April 2017 über die Rolle der Normung 2030 und Gestaltungsmöglichkeiten vor dem Hintergrund der technologiespezifischen Besonderheiten der IKT diskutiert.

Für den 19. Mai 2017 hatte BMWi die Fachkreise eingeladen, die Diskussion beim Fachforum „Normung 2030“ fortzuführen. Die Ergebnisse der Diskussion fließen in die strategischen Überlegungen des BMWi zur Fortentwicklung der normungspolitischen Konzeption der Bundesregierung ein.

Normungspolitisches Konzept

Die Bundesregierung formuliert ihre normungspolitischen Ziele im normungspolitischen Konzept (PDF: 102,9 KB). Die gezielte Innovationsförderung mittels Normung und Standardisierung ist ein Schwerpunkt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat dazu das Förderprogramm "WIPANO - Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen" initiiert.

Normung ist vor allem eine internationale Aufgabe, die dem Abbau technischer Handelshemmnisse, der schnelleren Verbreitung von Innovationen sowie der Konkretisierung der technischen Gesetzgebung dient. Das BMWi unterstützt deshalb aktiv bilaterale Normungskooperationen mit strategisch wichtigen Partnerländern, um (neue) Exportmärkte für die deutsche Wirtschaft zu öffnen. Unternehmen und Verbände werden verschiedene Plattformen geboten, um ihre Interessen zu artikulieren. Sie sind aufgefordert, normungsbezogene Handelshemmnisse im internationalen Warenverkehr zu melden.

Normung als Selbstverwaltungsaufgabe der Wirtschaft

Die Normungsarbeit ist grundsätzlich eine Selbstverwaltungsaufgabe der Wirtschaft. Das BMWi gestaltet die nationalen, europäischen (PDF: 891,5 KB) und internationalen Rahmenbedingungen. So ist das DIN Deutsches Institut für Normung e.V. vertraglich als die deutsche Normungsorganisation anerkannt, die unsere Interessen auf europäischer und internationaler Ebene vertritt. Über ein konsensuales Verfahren sichert das DIN die demokratische Legitimation der Normen und im Ergebnis ein widerspruchsfreies Regelwerk. Es gewährleistet offene, transparente Prozesse und einen diskriminierungsfreien Zugang zu Normungs- und Standardisierungsarbeiten sowie deren Ergebnissen. Die öffentliche Hand ist ein interessierter Kreis in der Normung.