Metallbau-Fassade zum Thema Leichtbau; Quelle: Fotolia.com/WestPic

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Was ist Leichtbau und was haben wir davon?

Der Name sagt es bereits: Leichtbau bedeutet weniger Masse. Erreicht wird dies durch Funktionsintegration, last- und werkstoffgerechte Konstruktion sowie den Einsatz leichterer Materialien. Gegenüber herkömmlichen Produkten weisen Leichtbauprodukte gleiche oder sogar verbesserte Produkteigenschaften auf.

Die Herstellung von Leichtbauprodukten kann über einen geringeren Materialeinsatz zu geringeren Kosten und verbesserten Funktionalitäten führen. Die geringere Masse bewirkt zudem, dass während der Nutzung des Leichtbauproduktes weniger Energie verbraucht und die CO2-Emissionen gesenkt werden.

Leichtbau vereinigt auf idealtypische Weise drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, da hier ökonomische Anforderungen (moderne, digitale Produktentwicklung und Produktion; geringere Kosten), ökologische Anforderungen (verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Energie und Klima) und soziokulturelle Anforderungen (hohe Funktionalität) in Einklang gebracht werden.

Wo liegen die Herausforderungen und Potenziale beim Leichtbau?

Leichtbau bedeutet eine neue Dimension der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. Die damit verbundenen Umwälzungen führen zu grundlegenden Änderungen bei Arbeitsprozessen und der Arbeitsorganisation analog zu "Industrie 4.0".

Die Revolution beginnt beim Leichtbau nicht erst in der Produktionshalle, sondern setzt bereits bei der Produktentwicklung an. Verallgemeinernd kann man sagen, dass branchenübergreifend in allen wettbewerbsfähigen Produkten der Zukunft Leichtbau enthalten ist, auch wenn es nicht explizit "draufsteht", was gleichzeitig eine der größten Herausforderungen darstellt, die im Zusammenhang mit diesem Thema zu bewältigen sind.

Zudem setzt die Verwendung von Leichtbautechnologien voraus, dass die neuen Verfahren industriell beherrscht werden. Die Forschung, Entwicklung und Erprobung neuer Materialien, Verbundwerkstoffe und Fügetechniken muss also die Industrialisierung immer mit in den Blick nehmen. Nicht nur die spezifischen Eigenschaften der Materialien und die Gewährleistung der Sicherheit bei ihrer Anwendung dürfen im Fokus stehen, sondern auch die Frage, wie die Ausgangsrohstoffe als Wertstoffe möglichst lange in Kreisläufen gehalten werden können, muss beachtet werden

Im Übrigen bringen die neuen Arbeitsprozesse und Materialien zwangsläufig auch einen enormen Anpassungsbedarf in der Aus- und Weiterbildung mit sich. Von der Schul- über die Berufs- und akademische Ausbildung kommen damit auf die Wissensvermittler wie auf die Lernenden immer neue Herausforderungen zu. Das betrifft auch alle Ebenen der Weiterbildung.

Bei allen Herausforderungen, die der Leichtbau mit sich bringt, birgt er aber auch enorme Potentiale, die es zum Wohle des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu nutzen gilt. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Reihe von Aktivitäten auf den Weg gebracht.

Leichtbauatlas

Eine neue Internetseite macht den Leichtbaustandort Deutschland erstmals sichtbar und bietet Wirtschaft und Wissenschaft die Möglichkeit, sich zu vernetzen. Der Leichtbauatlas ist ein interaktives Portal zur Darstellung der leichtbaurelevanten Kompetenzen in Deutschland - material- und technologieübergreifend sowie branchenneutral. Über das interaktive Portal können Organisationen ihre Verfahren und Aktivitäten präsentieren und Unternehmen und Forschungseinrichtungen nach maßgeschneiderten Leichtbaukompetenzen in der Region suchen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können sich so über Verfahren und Möglichkeiten im Sektor informieren und gezielt vernetzen. Der Atlas unterstützt sie somit beim Aufbau und der Stärkung des Leichtbaustandorts Deutschland.

Hierfür wurde in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Wissenschaft ein ca. 250 Kriterien umfassender Katalog erarbeitet, mit dem sich Anbieter oder Partner gezielt ermitteln lassen. Ergänzende Unterstützung bieten die Freitextsuche und die Deutschlandkarte. Zum Leichtbauatlas kommen Sie hier.

"Forum Leichtbau"

Das BMWi verfolgt für die Unterstützung des Leichtbaus mehrere Ansätze und richtet in Kooperation mit der GTAI (Germany Trade and Invest) regelmäßig einen Runden Tisch "Forum Leichtbau" aus. Dieses Forum dient als Plattform für den technologieübergreifenden und effizienten Wissenstransfer zwischen den verschiedenen, bundesweiten Akteuren beim Leichtbau. Im Mittelpunkt des Forums stehen technologische Trends, die Aktivitäten des Bundes und der Bundesländer sowie die Chancen und Risiken auf Auslandsmärkten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der E-Mail-Adresse: leichtbau@bmwi.bund.de.

Die nächste Sitzung des "Forums Leichtbau" ist für den 22. März 2017 anberaumt.