Grafik zu DNA symbolisiert Biotechnologie; Quelle: Fotolia.com/agsandrew

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Biotechnologie

Die Biotechnologie ist eine anwendungsorientierte Wissenschaft an der Schnittstelle von Biologie, Medizin, Chemie und den Ingenieurswissenschaften. Sie ist ein wichtiges Forschungsfeld für die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Landwirtschaft und Umweltschutz, aber auch für die nachhaltige Industrieproduktion.

Biotechnologische Grundlagen sind die Basis für die moderne Synthetische Biologie und biobasierte Materialien. Aber auch für die Lebensmittelindustrie, die Landwirtschaft, die Pharmaforschung, die Entwicklung von Medikamenten und Therapien oder für die Personalisierte und Regenerative Medizin ist Biotechnologie von grundlegender Bedeutung.

Die Biotechnologie als Schlüsseltechnologie ist ein Motor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die überwiegende Zahl der deutschen Biotech-Unternehmen ist in der medizinischen Biotechnologie tätig. Als Querschnittstechnologie spielt die Biotechnologie eine zentrale Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen (Kreislauf-) Wirtschaft. Sie trägt zum Klimaschutz und zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele bei.

Bioökonomie

Die Bioökonomie verfolgt den Ansatz, erneuerbare Ressourcen einschließlich Reststoffe effizient und nachhaltig zu nutzen. Beim Übergang von einer erdöl- zu einer biobasierten Wirtschaft ist die Biotechnologie von prioritärer Bedeutung. So können aus Biomasse gewonnene Stärke, Zellulose und Öle als Ausgangssubstanzen für die Produktion von Energie, Kraftstoffen und biobasierten Produkten verwendet werden.

Der vom Bundeskabinett im Jahr 2016 beschlossene Fortschrittsbericht zur Nationalen Politikstrategie Bioökonomie kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland auf einem guten Weg ist, die Wirtschaft in Richtung einer nachhaltigen Bioökonomie zu gestalten, weiterhin aber Herausforderungen für die Zukunft bestehen.

Die wissensbasierte Bioökonomie umfasst praktisch alle industriellen und wirtschaftlichen Sektoren und ihre dazugehörigen Dienstleistungen, die biologische Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen) produzieren, ver- oder bearbeiten oder in irgendeiner Form nutzen. Dazu gehören die Land- und Forstwirtschaft, die Nahrungsmittelproduktion, die Fischerei, die Aqua-Kulturen, aber auch die Chemie-, Pharmazie-, Kosmetik- oder Textilindustrie sowie die Energieerzeugung.

Die deutsche Industrie bewegt sich hier mit an der Spitze des technologischen Fortschritts. Im Vordergrund steht die Anwendung biotechnologischer Verfahren bei industriellen Prozessen und beim Umweltschutz. Wichtige Produkte der industriellen Biotechnologie sind Enzyme (bspw. für Wasch- und Reinigungsmittel, für die Herstellung von Textilien, Papier und Lebensmitteln), Vitamine, Aminosäuren, Bioethanol oder Biopolymere (biologisch abbaubare Kunststoffe).

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt Projekte aus dem Bereich der Biotechnologie im Rahmen seiner vielfältigen technologieoffenen Förderprogramme.