Kampagnenmotiv INVEST - Zuschuss für Wagniskapital; Quelle: BMWi

INVEST bringt Start-ups und private Investoren, die an mutige Ideen glauben, zusammen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützt mit diesem Förderprogramm beide Seiten, um mehr Wagniskapital in Deutschland zu mobilisieren und den Zugang zu Wagniskapital für junge innovative Unternehmen zu verbessern. Mit Erfolg: Seit dem Start des Programms im Mai 2013 wurden bis Ende 2016 knapp 2.800 Zuschüsse mit einem Volumen von mehr als 42 Millionen Euro bewilligt und damit über 210 Millionen Euro privates Wagniskapital für Start-ups mobilisiert. Damit konnten die Ziele, die sich das BMWi für INVEST gesetzt hatte, bereits nach drei Jahren übertroffen werden. Das bestätigt auch die Evaluation des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Diese können Sie hier abrufen: Langfassung (PDF: 1,92 MB), Kurzfassung (PDF: 292 KB).

Noch attraktiver und passgenauer
Aufgrund des großen Erfolgs des INVEST-Programms hat das BMWi das Programm fortgesetzt und zum 1. Januar 2017 noch attraktiver gemacht. Dabei wurden verschiedene Empfehlungen aus der Evaluation aufgegriffen und die Förderrichtlinie entsprechend angepasst. So kann INVEST den Besonderheiten des privaten Wagniskapitalmarkts in Deutschland noch besser gerecht werden.

Die wesentlichen Änderungen in aller Kürze:

  1. Verdopplung der förderfähigen Investitionssumme auf 500.000 Euro
    Die förderfähige Investitionssumme pro Investor wird auf 500.000 Euro pro Jahr verdoppelt. Damit beträgt der maximale jährliche Erwerbszuschuss pro Investor 100.000 Euro statt bisher 50.000 Euro.
  2. Erstattung der Steuer auf Veräußerungsgewinne (Exitzuschuss)
    Zusätzlich zum bisherigen Erwerbszuschuss gibt es nun den Exitzuschuss, der die zu zahlende Steuer auf Veräußerungsgewinne pauschal erstattet. Der Exitzuschuss beträgt 25 Prozent des Veräußerungsgewinns und ist auf 80 Prozent des Investitionsbetrags der Anteile begrenzt.
  3. Erweiterung der zulässigen Beteiligungsgesellschaften für Business Angels
    Zusätzlich zur GmbH zählt nun auch die UG (haftungsbeschränkt) zu den Business-Angel-Gesellschaften, für die eine INVEST-Förderung möglich ist.
  4. Förderfähigkeit von Anschlussfinanzierungen
    Sofern die vom Investor bereits gehaltenen Anteile bei ihrem Erwerb mit einem INVEST-Zuschuss gefördert wurden, sind nun auch Anschlussfinanzierungen INVEST-förderfähig.
  5. Förderfähigkeit von Wandeldarlehen
    Auch Wandeldarlehen sind nun INVEST-förderfähig. Die Wandlung muss innerhalb von 15 Monaten nach Ausstellung des Bewilligungsbescheides erfolgt sein.
  6. Erweiterung der Innovationskriterien
    Unternehmen, die aufgrund der Branchenklassifikation bislang nicht als innovativ eingestuft werden konnten, können sich nun ihre Innovativität durch ein externes unabhängiges Kurzgutachten bescheinigen lassen.

Eine ausführliche Beschreibung der Änderungen finden Sie hier.

Weitere Informationen zum INVEST-Programm finden Sie auf unserer Dossierseite.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Sowohl Unternehmen als auch Investoren müssen einige Voraussetzungen erfüllen, um von INVEST zu profitieren.

Voraussetzungen für ein förderfähiges Unternehmen:

  • nicht älter als sieben Jahre
  • weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
  • Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens zehn Millionen Euro
  • Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz im EWR und mindestens einer Zweigniederlassung in Deutschland, die im Handelsregister eingetragen ist, oder einer Betriebsstätte, die im Gewerberegister eingetragen ist
  • nachweislich innovativ: Das Unternehmen gehört gemäß Handelsregister einer als innovativ definierten Branche an, ist Inhaber eines Patentes oder hat in den zwei Jahren vor Antragstellung eine öffentliche Förderung für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt in Anspruch genommen. Die Innovativität kann auch durch ein gesondertes Kurzgutachten eines benannten unabhängigen Gutachters nachgewiesen werden.
  • fortlaufend wirtschaftlich aktiv bzw. nimmt seine Geschäftstätigkeit spätestens ein Jahr nach Abschluss der Beteiligung auf

Voraussetzungen für einen förderfähigen Investor:

  • natürliche Person, deren Hauptwohnsitz im EWR liegt und die nicht mit dem Unternehmen verbunden ist
  • alternativ: Investition über Beteiligungs-GmbH oder UG: Der Investor kann für die Bewilligung des Erwerbszuschusses die Anteile am Unternehmen auch über eine Beteiligungs-GmbH oder auch UG (haftungsbeschränkt) mit maximal sechs Gesellschaftern zeichnen. Der Geschäftszweck der GmbH/UG muss das Eingehen und Halten bzw. Veräußern von Beteiligungen enthalten. Weitere zulässige Geschäftszwecke sind Vermögensverwaltung und Beratung. Beteiligungs-GmbHs oder UGs haben jedoch keinen Anspruch auf den Exitzuschuss.
  • Erwerb von neu ausgegebenen Anteilen (kein Erwerb von bereits bestehenden Anteilen von einem anderen Gesellschafter)
  • Erwerb auf eigene Rechnung und vom eigenen Geld (keine Kreditfinanzierung der Anteile)
  • Dauer der Beteiligung: mindestens drei Jahre lang (sog. Mindesthaltedauer)
  • Investitionsentscheidung auf Basis eines vorgelegten Businessplans
  • Beteiligung an allen Chancen und Risiken des Unternehmens.

    Marktübliche Liquidationspräferenzen und Anti-Dilution-Regelungen sind zulässig.

  • NEU: Anteile können auch über ein Wandeldarlehen erworben werden.

    In diesem Fall erfolgt die Auszahlung des Erwerbszuschusses (auf den gewandelten Betrag) erst nach der Wandelung.

  • NEU: Auch Anschlussinvestitionen sind förderfähig, sofern der Erwerb der vom Investor gehaltenen Anteile bereits durch den Erwerbszuschuss gefördert wurde.
  • Um den Exitzuschuss zu erhalten, muss der Investor eine natürliche Person sein, beim Erwerb der Anteile den Erwerbszuschuss erhalten haben, die dreijährige Mindesthaltedauer einhalten und darf die Anteile nicht länger als zehn Jahre halten.