Deutschland hat in den vergangenen Jahren im Stromsektor bereits wichtige Weichen für die Entwicklung der erneuerbaren Energieerzeugung und -nutzung gestellt. Im Jahr 2015 deckten erneuerbare Energien rund 32 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland.

In den Sektoren Wärme sowie Verkehr lag der Anteil erneuerbarer Energieträger dagegen mit 13,4 Prozent bzw. 5,1 Prozent deutlich niedriger. Am gesamten Bruttoendenergieverbrauch lag im Jahr 2015 ein Erneuerbare-Energien-Anteil von insgesamt 14,8 Prozent. Weitergehende Treibhausgaseinsparungen können erreicht werden, wenn Strom aus erneuerbaren Quellen in den Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie zunehmend fossile Energieträger ersetzt. Bei der sogenannten Sektorkopplung bedient das Stromangebot die Nachfrage nach Energie in Haushalten (Wärme und Kälte) und Verkehr (Antrieb), sowie in Industrie und Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (Wärme, Kälte und Antrieb). Sektorkopplung trägt zu den Zielen der Energiewende bei, wenn Strom aus erneuerbaren Energien energieeffizient eingesetzt wird und dadurch fossile Energieträger ersetzt werden.

Für die Industrie bedeutet dies eine Chance, Treibhausgas-Minderungs- und Effizienzpotenziale zu heben. Die Industrie ist zudem gefragt, die benötigten neuen Technologien zu entwickeln und anzuwenden. Dies kann nur mit innovativen und wettbewerbsstarken Unternehmen gelingen. Die deutsche Industrie kann eine Vorreiterrolle anstreben und sich in Zukunftsmärkten frühzeitig positionieren. Neue Geschäftsmodelle müssen ökonomisch und ökologisch nachhaltig sein.

Förderinitiative "Energiewende im Verkehr"

Am 27. Februar 2017 startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Förderinitiative "Energiewende im Verkehr: Sektorkopplung durch die Nutzung strombasierter Kraftstoffe". Sie dient der engeren technologischen und innovationspolitischen Verzahnung von Energiewirtschaft, Verkehrssektor und maritimer Wirtschaft.

Der Fokus der Förderinitiative liegt auf Projekten zur Herstellung und Nutzung von alternativen, strombasierten Kraftstoffen und der Einbindung der neuen Technologien in die Energiewirtschaft. Die Nutzung der strombasierten Kraftstoffe kann in PKW, LKW, Schiffen, Baumaschinen oder in stationären Industriemotoren erfolgen. Von diesem zentralen Gedanken ausgehend fördert das BMWi zudem Forschung und Entwicklung für maritime Systeme mit synthetischen Kraftstoffen und für Smart Microgrids in Hafengebieten.

Für die kommenden drei Jahre stellt das BMWi hierfür rund 130 Millionen Euro aus den folgenden Programmen bereit:

  • 6. Energieforschungsprogramm der Bundesregierung;
  • Fachprogramm "Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien";
  • Forschungsprogramm "Maritime Technologien der nächsten Generation"

Der Fokus der Förderinitiative liegt auf Forschungsprojekten zu alternativen, strombasierten Kraftstoffen und der Einbindung der neuen Technologien in die Energiewirtschaft.

Die beabsichtigte Förderung folgt einem deutlich anwendungsorientierten Ansatz. Im Zuge einer vorwettbewerblichen Zusammenarbeit von Industrie (Großunternehmen, klein- und mittelständische Unternehmen) und Forschungseinrichtungen sollen neue Lösungen entwickelt und erprobt werden.

Beteiligung von der Industrie und Wissenschaft

Das BMWi engagiert sich im Bereich der Sektorkopplung unter Beteiligung der verschiedenen Akteure, um Chancen, Herausforderungen und Perspektiven der Sektorkopplung aus Sicht der Industrie zu diskutieren. In einem Workshop im November 2016 wurde zum Beispiel die Frage erörtert, welche Sektorkopplungstechnologien in welchem Zeitrahmen für wirksame Treibhausgasminderungen in Industrie und Verkehr benötigt werden. Zudem wurden Instrumente und Mechanismen diskutiert, um Investitions- und Geschäftsmodelle zur Marktdurchdringung von Sektorkopplungs- und Speichertechnologien zu ermöglichen.