Flaggenbild zu Brexit; Quelle: istockphoto.com/melis82

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Die britische Regierung hat am 29. März 2017 die Europäische Union formell über ihre Austrittsabsicht informiert.

Am 19. Juni 2017 haben das Vereinigte Königreich und die Europäischen Kommission mit den Verhandlungen über den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union begonnen. Bis zum Abschluss dieser Verhandlungen gelten alle Rechte und Pflichten für das Vereinigte Königreich fort.

Bis Dezember 2017 haben die Europäische Kommission und die britische Regierung zunächst über die zentralen Austrittsfragen verhandelt. Hierzu gehören die Rechte der im Vereinigten Königreich lebenden EU-Bürger (und umgekehrt), die Grenzfrage Irland/Nordirland sowie die verbleibenden finanziellen Verpflichtungen des Vereinigten Königreiches.

Auf Basis eines gemeinsamen Fortschrittsberichts der Europäischen Kommission und der britischen Regierung zu den prioritären Austrittsfragen haben die Staats- und Regierungschefs beim Europäischen Rat am 15. Dezember 2017 festgestellt, dass in den Verhandlungen ausreichender Fortschritt erreicht wurde, um in die zweite Verhandlungsphase einzutreten. Hier geht es seit Januar 2018 darum, die Verhandlungen in den noch offenen Austrittsfragen fortzuführen und die erreichten Kompromisse in allen Fragen in einem konkreten Text des Austrittsabkommens zu verschriftlichen. Zudem wird die Europäische Kommission auf Basis eines erweiterten Mandats mit der britischen Regierung auch über eine eventuelle Übergangsphase nach Austritt des Vereinigten Königreichs verhandeln. Im März 2018 soll der Europäische Rat neue Leitlinien über den Rahmen für das zukünftige Verhältnis der EU mit dem Vereinigten Königreich beschließen. Auf dieser Basis werden die Europäische Kommission und die britische Regierung dann auch Gespräche über das zukünftige Verhältnis führen.

Hintergrundinformationen

Das Vereinigte Königreich in der Europäischen Union

Das Vereinigte Königreich trat der Europäischen Union am 1. Januar 1973 bei; gemeinsam mit Dänemark und Irland. Damit erhöhte sich die damalige Zahl der Mitgliedsstaaten auf neun. Zum Vereinigten Königreich zählen England, Wales und Schottland, die zusammen Großbritannien bilden, sowie Nordirland. Mit etwa 65 Millionen Einwohnern stellen die Briten 12,8 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung. Die britische Bevölkerung hatte sich in einem Referendum am 23. Juni 2016 für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union entschieden.

Aktuelle Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich

Deutschland und das Vereinigte Königreich pflegen enge Handelsbeziehungen. Das Vereinigte Königreich ist für Deutschland der fünftwichtigste Handelspartner (2016: Handelsvolumen von 121,7 Milliarden Euro). Bei Exporten steht das Vereinigte Königreich für Deutschland an dritter Stelle und bei Importen auf Rang elf. Im Jahr 2016 betrug das Volumen der deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich 86,07 Milliarden Euro. Zu den umsatzstärksten deutschen Exportgütern gehörten 2016 Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile (27,1 Milliarden Euro), gefolgt von Maschinen (9 Milliarden Euro), pharmazeutischen und ähnlichen Erzeugnissen (6,2 Milliarden Euro), Datenverarbeitungsgeräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen (5,8 Milliarden Euro) sowie chemischen Erzeugnissen (5,6 Milliarden Euro). Dem stehen britische Importe in Höhe von 35,65 Milliarden Euro gegenüber. Zu den wichtigsten Importgütern aus dem Vereinigten Königreich gehörten 2016 Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile (6,1 Milliarden Euro), chemische Erzeugnisse (4,2 Milliarden Euro) sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse (2,8 Milliarden Euro).

Im Vereinigten Königreich sind rund 2.200 deutsche Unternehmen mit etwa 387.000 Mitarbeitern aktiv. Zu den deutschen Investoren im Vereinigten Königreich gehören unter anderem Siemens, Bosch, BMW, VW, RWE, E.ON, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Linde und Heidelberg Zement. Die deutschen mittelbaren und unmittelbaren Direktinvestitionen in das Vereinigte Königreich lagen 2015 bei 121,3 Milliarden Euro.

In Deutschland sind mehr als 1.400 britische Unternehmen mit mehr als 243.000 Mitarbeitern tätig. Die britischen mittelbaren und unmittelbaren Direktinvestitionen in Deutschland lagen 2015 bei 38,7 Milliarden Euro. Schwerpunkte bilden das verarbeitende Gewerbe, die Chemie und Mineralölwirtschaft, unter anderem BP, Shell, GKN, Rolls Royce Deutschland.

Mögliche Auswirkungen des Austritts auf die deutsche und europäische Wirtschaft

Der Brexit wird für die EU-Mitgliedstaaten und vor allem für das Vereinigte Königreich nicht ohne wirtschaftliche Folgen bleiben. Viel hängt von den zukünftigen vertraglichen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ab.

Eine erste Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen für die deutsche und europäische Wirtschaft liefert eine aktuelle Studie des ifo-Instituts im Auftrag des BMWi. Die Ergebnisse zeigen: Auch unter ungünstigen Bedingungen dürfte der Brexit für die Wirtschaft in der EU und insbesondere für die deutsche Wirtschaft insgesamt verkraftbar bleiben. Dennoch können sich insbesondere für einzelne Branchen ungünstigere Entwicklungen einstellen. Die Studie finden Sie hier.