Windrad und Strommast zum Thema Strom 2030; Quelle: istockphoto.com/NI QIN

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Im Mai 2017 hat das BMWi das Ergebnispapier zum Konsultationsprozess vorgelegt. Auf Grundlage der im Impulspapier beschriebenen Trends und Aufgaben gibt das Ergebnispapier die Schwerpunkte aus den Diskussionen in den BMWi-Plattformen und der öffentlichen Konsultation wieder. Wo erforderlich, weist es auf den weitergehenden Diskussions- und Forschungsbedarf hin.
Weitere Informationen zu den Trends und Aufgaben finden Sie in der folgenden Übersicht:Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Um den Weg vom Strommarkt 2.0 zum Energiemarkt 2.0 gemeinsam gestalten zu können, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 16. September 2016 das Impulspapier "Strom 2030" veröffentlicht und eine breite Diskussion über die Rahmenbedingungen für die zukünftige Versorgung mit Strom gestartet: Zur Erzeugung, zur Nutzung in Wärme, Verkehr und Industrie und zum Transport durch die Stromnetze.

In dieser Legislaturperiode ist die Energiewende mit dem EEG 2017, dem Strommarktgesetz und dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ein großes Stück vorangekommen. Die Diskussion zu „Strom 2030“ hat den Blick nach vorne gerichtet und die energiepolitischen Aufgaben der kommenden Jahre in den Fokus genommen. Unser gemeinsames Ziel ist es dabei, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent zu senken und auf dem Weg dahin eine sichere, kostengünstige und klimafreundliche Stromversorgung sicherzustellen.

Zwölf Trends und Aufgaben für den Stromsektor

Das Impulspapier "Strom 2030" skizziert auf der Grundlage aktueller Studien zwölf langfristige Trends für den Stromsektor. Die Trends beschreiben, wie Wind- und Solarstrom zunehmend das Energiesystem prägen, sukzessive zum wichtigsten Energieträger werden und die Stromversorgung dabei sicher und kostengünstig bleibt. Dazu muss zunächst der Energieverbrauch in allen Sektoren deutlich verringert werden. Den verbleibenden Energiebedarf decken weitestgehend erneuerbare Energien, vor allem aus Wind und Sonne. So können bis 2050 durch Investitionen in Effizienztechnologien und erneuerbare Energien die Treibhausgasemissionen weitgehend vermieden werden.

Aus diesen Trends leiten sich energiepolitische Aufgaben für die kommenden Jahre ab. Dazu zählt, den Strommarkt 2.0 konsequent zu vollenden, also das Stromsystem flexibler und europäischer zu machen. Der Strommarkt 2.0 wird dabei zum Teil eines Energiemarktes 2.0, in dem Strom eine immer größere Rolle in den Sektoren Wärme, Verkehr und Industrie spielen wird: Wir werden zunehmend mit erneuerbarem Strom Auto fahren, unsere Häuser heizen und in der Industrie produzieren. Gleichzeitig erfordert eine langfristig kostengünstige und umweltverträgliche Stromversorgung gut ausgebaute und leistungsfähige Stromnetze.

Impulspapier war Auftakt eines öffentlichen Diskussionsprozesses

Das Impulspapier „Strom 2030“ ist in den vergangenen Monaten breit öffentlich diskutiert worden. Die Diskussion führte das BMWi unter anderem in den Energiewende-Plattformen Strommarkt und Energienetze. Stellungnahmen der interessierten Öffentlichkeit konnten bis zum 31. Oktober 2016 übermittelt werden und sind bei Einverständnis des Autors hier veröffentlicht. Das Impulspapier wurde bis Ende 2016 vertieft in den Arbeitsgruppen der Plattformen Strommarkt und Energienetze diskutiert. Im Frühjahr 2017 wird das gemeinsame Plenum der Plattformen über die Ergebnisse der Diskussion in einem Ergebnispapier berichten.

Im Mai 2017 hat das BMWi das Ergebnispapier zum Konsultationsprozess vorgelegt. Auf Grundlage der im Impulspapier beschriebenen Trends und Aufgaben gibt das Ergebnispapier die Schwerpunkte aus den Diskussionen in den BMWi-Plattformen und der öffentlichen Konsultation wieder. Wo erforderlich, weist es auf den weitergehenden Diskussions- und Forschungsbedarf hin.
Weitere Informationen zu den Trends und Aufgaben finden Sie in der folgenden Übersicht:

12 TRENDS12 AUFGABEN
1Die fluktuierende Stromerzeugung aus Wind und Sonne prägt das System.Stromsystem weiter flexibilisieren
2Der Einsatz fossiler Brennstoffe im Kraftwerkspark geht deutlich zurück.CO2-Emissionen verlässlich verringern, Strukturwandel gestalten
3Die Strommärkte werden europäischer.Europäische Strommärkte weiter integrieren und flexibilisieren
4Versorgungssicherheit wird im Rahmen des europäischen Strombinnenmarktes gewährleistet.Versorgungssicherheit europäisch bewerten und gemeinsame Instrumente entwickeln
5Strom wird deutlich effizienter genutzt.Anreize für einen effizienten Einsatz von Strom stärken
6Sektorkopplung: Heizungen, Autos und Industrie nutzen immer mehr erneuerbaren Strom statt fossiler Brennstoffe.Wettbewerbsbedingungen für erneuerbaren Strom im Wärme- und Verkehrssektor verbessern
7Moderne KWK-Anlagen produzieren den residualen Strom und tragen zur Wärmewende bei.Anreize für moderne Strom-Wärme-Systeme setzen
8Biomasse wird zunehmend für Verkehr und Industrie genutzt.Anreize so setzen, dass Biomasse zunehmend für Verkehr und Industrie genutzt wird
9Gut ausgebaute Netze schaffen kostengünstig Flexibilität.Netzausbau rechtzeitig, bedarfsgerecht und kosteneffizient realisieren
10Die Systemstabilität bleibt bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien gewährleistet.Maßnahmen und Prozesse zur Systemstabilisierung weiterentwickeln und koordinieren
11Die Netzfinanzierung erfolgt fair und systemdienlich.Netzentgeltregulierung weiterentwickeln
12Die Energiewirtschaft nutzt die Chancen der Digitalisierung.Intelligente Messsysteme einführen, Kommunikationsplattformen aufbauen, Systemsicherheit gewährleisten