Mit dem Programm zur Förderung von Stromeinsparungen im Rahmen wettbewerblicher Ausschreibungen: "STEP up!" - kurz für "STromEffizienzPotentiale nutzen" – wurde ein neuer, marktwirtschaftlich orientierter Ansatz eingeführt. Seit dem 1. Juni 2016 werden damit Anreize für Unternehmen geschaffen, in hocheffiziente Technologien zur Stromeinsparung zu investieren. Als ein Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) richtet sich das Programm an Unternehmen aller Branchen, einschließlich kommunale Unternehmen und Contractoren. Contractoren sind Energiedienstleistungsunternehmen, die ihren Kunden (Contractingnehmern) vertraglich die Lieferung oder Einsparung einer bestimmten Menge von Betriebsstoffen (zum Beispiel Strom, Kälte, Druckluft) garantieren. Wettbewerbliche Ausschreibungen von Stromeffizienzmaßnahmen bieten die Chance, die Effizienzpotenziale des Marktes zu aktivieren.

Das Auswahlverfahren erfolgt in Form eines Wettbewerbs: Gefördert werden die Maßnahmen mit den höchsten Einsparungen je "Förder-Euro", das heißt diejenigen Maßnahmen, die die besten Kosten-Nutzen-Werte (in Euro/kWh) erreichen. Die vollständige Auszahlung der Fördermittel ist grundsätzlich an den Nachweis der Einsparung gebunden. Durch den Wettbewerbsgedanken erhalten bei "STEP up!" somit die effizientesten Maßnahmen den Zuschlag und jedes Projekt erhält nur so viel Förderung wie nötig. Dadurch wird die Anzahl geförderter Projekte maximiert und eine Überförderung vermieden.

Pro Jahr gibt es zwei dreimonatige Ausschreibungsrunden: im Frühjahr (März – Mai) und im Herbst (September – November). Pro Ausschreibungsrunde laufen jeweils zwei unterschiedliche Ausschreibungsarten parallel zueinander:

  • Die "offene Ausschreibung" ist technologie-, sektor- und akteursoffen ausgestaltet und steht somit Unternehmen aller Branchen offen
  • Die "geschlossene Ausschreibung" spricht gezielt bestimmte Sektoren, Zielgruppen, Technologien oder Themen mit bekannten hohen Potenzialen und Hemmnissen an

"STEP up!" unterscheidet zudem grundsätzlich zwischen zwei Projektkategorien:

  • Einzelprojekte zielen auf investive Stromeinsparmaßnahmen im antragstellenden Unternehmen ab. Dazu kann auch eine Kooperation mit einem Contractor erfolgen. Hier können Projekte zu individuellen Effizienzmaßnahmen - von hocheffizienten Standardtechnologien bis zu komplexen systemischen Lösungen - eingereicht werden.
  • Sammelprojekte bündeln die Umsetzung gleichartiger Maßnahmen - insbesondere hocheffiziente Standardtechnologien - bei Dritten, wie zum Beispiel Unternehmen oder Privathaushalten. Die Antragstellung und Abwicklung von Sammelprojekten erfolgt durch ein Unternehmen, das als sogenannter "Projektbündler" auftritt.

Die ersten drei Ausschreibungsrunden haben gezeigt, dass das Prinzip von "STEP up!" funktioniert. Die eingereichten Projektanträge kamen aus einer Vielzahl von Branchen, unter anderem aus der chemischen Industrie, der Baustoff-, Mineralöl-, Kunststoff- und der Lebensmittelindustrie.

Die vierte Ausschreibungsrunde läuft vom 1. September bis 30. November 2017. Dabei werden im Rahmen der geschlossenen Ausschreibung erstmals bei STEP up! nicht nur reine Stromeffizienzmaßnahmen sondern auch investive Projekte gefördert, die neben Strom- auch Wärmeeinsparungen erbringen (Kombiprojekte Strom-Wärme). Weiterführende Informationen und alle Antragsunterlagen finden Sie hier.

„STEP up!" ist ein lernendes Programm. An der Ausgestaltung des Förderprogramms "STEP up!" waren Akteure aus allen relevanten Bereichen - zum Beispiel Industrie-, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände – im Rahmen der NAPE-Arbeitsgruppe "Wettbewerbliches Ausschreibungsmodell" beteiligt.

In der Pilotphase bis Ende 2018 werden die Förderbedingungen kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Dabei fließt das Feedback aus der Antragstellerberatung und dem Dialog in der NAPE-Arbeitsgruppe ein. Zur vierten Ausschreibungsrunde wurde die Förderrichtlinie überarbeitet und deren Anwenderfreundlichkeit u.a. durch die Präzisierung von Begrifflichkeiten verbessert. Zudem wurden die Merkblätter und Tools, die wertvolle Hilfestellung bei der Antragstellung leisten, umfassend überarbeitet und verständlicher gestaltet.