Der Vertrieb von Diesel, Benzin und anderen Kraftstoffen wie Autogas (LPG) und Erdgas erfolgt über mehr als 14.000 Straßen- und rund 350 Autobahntankstellen. Neben den großen Mineralölgesellschaften sind zahlreiche konzernunabhängige Unternehmen im Kraftstoffmarkt tätig: Die im Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. (UNITI) organisierten Unternehmen betreiben nach eigenen Angaben 5.700 Stationen, die Unternehmen des Bundesverbandes freier Tankstellen e.V. (bft) ca. 2.450 der Straßentankstellen.

Angesichts der Marktposition der großen Markengesellschaften, die meist deutschlandweit präsent sind, geht das Bundeskartellamt (BKartA) für den Kraftstoffmarkt von einem marktbeherrschenden Oligopol bestehend aus fünf Anbietern aus. Dies hat das BKartA im Abschlussbericht seiner im Mai 2011 vorgestellten Sektoruntersuchung "Kraftstoffe" (PDF: 3,1 MB) dargelegt.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zuletzt mehrere gesetzgeberische Maßnahmen auf den Weg gebracht, die dem Wettbewerb auf den Kraftstoffmärkten dienen sollen:
Zur Datenerhebung und Marktbeobachtung im Kraftstoffbereich wurde beim BKartA eine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe eingerichtet. Seit dem 31. August 2013 sind Tankstellenbetreiber und Mineralölunternehmen verpflichtet, Preisänderungen der gängigen Kraftstoffsorten Super E5, Super E10 und Diesel in Echtzeit an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zu melden. Diese gibt die eingehenden Preisdaten zum Zwecke der Verbraucherinformation an zugelassene Verbraucher-Informationsdienste weiter. Dies ermöglicht es den Verbrauchern, sich über Internet, Smartphone oder auf ihren Navigationsgeräten über die aktuellen Kraftstoffpreise und die günstigste Tankstelle in der Umgebung oder entlang der Fahrroute zu informieren. Dies stärkt den Wettbewerb. Zudem werden die Eingriffsmöglichkeiten des BKartA, insbesondere bei unzulässigen Verdrängungsstrategien und anderen Formen des Missbrauchs vom Marktmacht, verbessert.

Mit der 8. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, die am 30. Juni 2013 in Kraft getreten ist, wurde das Verbot so genannter Preis-Kosten-Scheren, das ursprünglich bis Ende 2012 befristet war, verlängert. Preisscherenverkäufe liegen auf dem Kraftstoffmarkt dann vor, wenn ein Mineralölunternehmen vom Autofahrer für den Kraftstoff an seinen Tankstellen einen geringeren Preis verlangt als bei der Belieferung seiner Wettbewerber (etwa freier Tankstellen). Eine solche Marktverdrängung hätte mittel- und langfristig ungünstige Folgen für das Wettbewerbsgeschehen und die Preise.

In Deutschland dürfen nur solche Kraftstoffe in Verkehr gebracht werden, die den Anforderungen der in der Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (10. BImSchV, PDF: 208 KB) genannten deutschen oder europäischen Norm genügen. Seit Ende 2010 gehört hierzu entsprechend einer Vorgabe der europäischen Kraftstoffqualitätsrichtlinie auch E10-Kraftstoff. Dabei handelt es sich um Benzin mit einem Ethanolgehalt von bis zu zehn Volumenprozent. Weil sich E10-Kraftstoff für wenige Personenkraftwagen nicht eignet und die Mehrheit der Autofahrer weiterhin den etablierte E5-Kraftstoff mit höchstens fünf Volumenprozent Ethanolgehalt verwenden will, muss E5 flächendeckend weiter angeboten werden. Dem Dieselkraftstoff dürfen derzeit bis zu sieben Volumenprozent Biodiesel beigemischt werden.

Mit Heizöl werden in Deutschland rund sechs Millionen Heizungen befeuert. Wie bei Kraftstoffen werden die Qualitätseigenschaften für Heizöl EL (EL steht für "extra leichtflüssig") vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) festgelegt. Gebräuchlich sind Standardheizöl mit einem maximalen Schwefelgehalt von 1.000 mg/kg, schwefelarmes Heizöl mit max. 50 mg/kg Schwefelgehalt sowie Bioheizöl, dem mindestens drei Volumenprozent flüssiger Brennstoff aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt ist. Der Heizölmarkt in Deutschland ist im Vergleich zum Kraftstoffmarkt sowohl stärker regional als auch stärker durch mittelständische Anbieter geprägt