Absetzerkippe Tagebau Profen zum Thema Kohle; Quelle: DEBRIV - Foto: Rainer Weisflog

© DEBRIV - Foto: Rainer Weisflog

Kohle ist auch der wichtigste Energieträger in der Stromproduktion. Die Bruttostromerzeugung erfolgte 2016 zu rund 40,3 Prozent aus Kohle (Braunkohle - 23,1 Prozent, Steinkohle - 17,2 Prozent).

Steinkohle

Steinkohlenverbrauch und -versorgung

Hauptverbraucher von Steinkohle sind in Deutschland die Kraftwerke und die Stahlindustrie. Im Jahre 2016 entfielen auf die Kraftwerke rund 78 Prozent des Gesamtverbrauchs an Steinkohle, auf die Stahlindustrie rund 20 Prozent, auf das sonstige produzierende Gewerbe und auf den Hausbrand und Kleinverbraucher etwa 2 Prozent. Der deutsche Steinkohlenbergbau befindet sich bereits seit Jahrzehnten in einem Umstrukturierungsprozess. Die Förderung sowie die Anzahl der Bergwerke und Beschäftigten verringern sich ständig. Angesichts dieser Entwicklung sichern Einfuhren mittlerweile zu rund 90 Prozent die Versorgung des deutschen Marktes mit Steinkohle und Steinkohleprodukten (54,1 Millionen Tonnen in 2016).

Subventionierung der einheimischen Steinkohlenförderung

Die Steinkohlenförderung in Deutschland (3,8 Millionen Tonnen in 2016) ist international nicht wettbewerbsfähig und wird daher subventioniert. Die Subventionen dienen dem Ausgleich der Differenz zwischen Produktionskosten und Erlösen aus dem Verkauf der Produktion - die Hilfen pro Tonne dürfen dabei den Unterschied zwischen Produktionskosten und durchschnittlichen Drittlandskohlepreisen nicht überschreiten - sowie der Deckung der Aufwendungen für Stilllegungen. Staatliche Beihilfen für den Steinkohlenbergbau müssen durch die EU-Kommission auf Grundlage der am 10. Dezember 2010 im Wettbewerbsfähigkeitsrat beschlossenen EU-Steinkohlebeihilfenregelung(PDF: 733 KB) genehmigt werden.

Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus in Deutschland

Am 7. Februar 2007 haben sich der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und das Saarland sowie die RAG AG und die IG BCE darauf verständigt, die subventionierte Förderung der Steinkohle in Deutschland zum Ende des Jahres 2018 sozialverträglich zu beenden. Der Auslaufprozess wird durch die zwischen dem Bund, den Revierländern und der RAG AG am 14. August 2007 abgeschlossene Rahmenvereinbarung "Sozialverträgliche Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus in Deutschland" und durch das im Dezember 2007 in Kraft getretene Steinkohlefinanzierungsgesetz geregelt. Durch die im Juli 2011 in Kraft getretene Änderung des Gesetzes (PDF: 20 KB) wurde die ursprünglich vorgesehene Überprüfung des Ausstiegsbeschlusses durch den Deutschen Bundestag (Revisionsklausel) gestrichen.

Die auf der Grundlage dieser Regelungen und zwischenzeitlich ergangener Zuwendungsbescheide durch den Bund und das Land Nordrhein-Westfalen bereitzustellenden Subventionen belaufen sich für den Zeitraum 2014 bis 2019 auf folgende Höchstbeträge (Millionen Euro):

201420152016201720182019
Bund1.284,81.332,01.053,61.020,3939,5794,4
Land NRW      363,8171,4170,9161,2151,5220,6

Die RAG AG wird für diesen Zeitraum einen Eigenbeitrag in Höhe von 192 Mio. Euro leisten.

Ewigkeitslasten des Steinkohlenbergbaus

Für die Ewigkeitslasten des Steinkohlenbergbaus der RAG AG (Grubenwasserhaltung, Dauerbergschäden, Grundwasserreinigung) ist eine gesonderte Regelung getroffen worden, die die spezielle Verantwortung der Revierländer widerspiegelt. Die Finanzierung der Ewigkeitslasten wird durch die am 10. Juli 2007 gegründete RAG-Stiftung über die Verwertung des Vermögens der Evonik Industries AG (ehemaliger Beteiligungsbereich der RAG AG) sichergestellt. Für den Fall, dass das Stiftungsvermögen nicht ausreicht, gewährleisten das Land Nordrhein-Westfalen und das Saarland die Finanzierung der Ewigkeitslasten (Erblastenvertrag zwischen diesen beiden Ländern und der RAG-Stiftung). Mit den beiden Ländern ist vereinbart, dass sich der Bund mit einem Drittel beteiligt, falls sie aus der Gewährleistung in Anspruch genommen werden. Damit ist die Finanzierung der Ewigkeitslasten sichergestellt.

Braunkohle

Braunkohle ist der wichtigste einheimische fossile Energierohstoff, der in ausreichender Menge vorhanden ist und subventionsfrei gewonnen werden kann. Die heute bekannten Reserven und Ressourcen an Braunkohle haben sehr lange Reichweiten. Die Vorräte in genehmigten und erschlossenen Tagebauen betragen rund fünf Milliarden Tonnen.

Braunkohle wird in seit September 2016 noch in drei Revieren, dem Rheinischen, Lausitzer und Mitteldeutschen Revier, ausschließlich in Tagebauen, also oberflächennah gefördert. Die Förderung im Helmstedter Revier endete im August 2016. Die Jahresförderung betrug 2016 rund 171,5 Millionen Tonnen und war in den letzten Jahren leicht rückläufig.

Die Bundesrepublik Deutschland ist weltweit das größte Braunkohlenförderland, gefolgt von China, Russland und den USA.

Braunkohlenverwendung

Braunkohle wird zu rund 90 Prozent zur Strom- und Fernwärmeerzeugung in öffentlichen und industriellen Kraftwerken eingesetzt und trägt damit in 2016 zu rund 23 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei.

Wegen ihrer spezifischen Eigenschaften wird Braunkohle lagerstättennah im Verbund von Tagebau und Kraftwerk mit einem Höchstmaß an Versorgungssicherheit und Effizienz wirtschaftlich genutzt. Einen internationalen Markt für Braunkohle gibt es daher nicht. Knapp zehn Prozent der Braunkohlenförderung werden zu festen oder staubförmigen Brennstoffen (Braunkohlenbriketts, Braunkohlenstaub und Wirbelschichtbraunkohle, Braunkohlenkoks) veredelt - für eine gewerbliche Nutzung sowie für die privaten Haushalte.

Umweltauswirkungen

Braunkohlenbergbau verändert die Landschaft nachhaltig; er ist immer mit gravierenden Eingriffen in den Lebensraum von Mensch und Tier und in die Natur allgemein verbunden. Im Rahmen landesplanerischer und bergrechtlicher Genehmigungsverfahren wird versucht, zwischen energiewirtschaftlichen, sozialen, technischen und umweltbezogenen Interessen einen Ausgleich herzustellen. Dabei wird der Öffentlichkeit - zum Beispiel den Bürgern, Fachbehörden, Umweltverbänden - die Möglichkeit zur Einflussnahme und Mitbestimmung eingeräumt.

Seit Beginn der Abbautätigkeit hat der Braunkohlenbergbau insgesamt rund 176.490 Hektar in Anspruch genommen, davon sind bereits rund 69 Prozent wieder rekultiviert. Rund 19 Prozent der rekultivierten Flächen sind als landwirtschaftliche Flächen, rund 30 Prozent als forstwirtschaftliche Flächen und etwa 13 Prozent als Wasserflächen hergestellt worden.