Am 27. Juli 2013 ist das Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle und zur Änderung anderer Gesetze (Standortauswahlgesetz - StandAG) in Kraft getreten. Ziel des ergebnisoffenen Standortauswahlverfahrens nach StandAG ist es, in einem wissenschaftsbasierten und transparenten Verfahren ohne Vorfestlegungen (ausgehend von der "weißen Landkarte") für insbesondere hoch radioaktive Abfälle einen Standort für eine Anlage zur Endlagerung zu finden, der die bestmögliche Sicherheit für einen Zeitraum von einer Million Jahre gewährleistet.

Die vorgelagerte "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" (Endlagerkommission) soll Grundsatzfragen der Entsorgung klären und die Grundlagen für eine wissenschaftsbasierte Standortsuche erarbeiten. Dies betrifft Empfehlungen für die Ausschlusskriterien, Mindestanforderungen, Abwägungskriterien und für Kriterien möglicher Fehlerkorrekturen sowie Anforderungen an die Organisation, das Verfahren des Auswahlprozesses, die Prüfung von Alternativen, die Öffentlichkeitsbeteiligung und die Sicherstellung der Verfahrenstransparenz. Ihre Empfehlungen sollen dem Deutschen Bundestag, dem Bundesrat und der Bundesregierung bis Mitte 2016 vorliegen. Anschließend wird der Deutsche Bundestag durch Gesetz Entscheidungen dazu treffen, auf deren Grundlage zunächst in Betracht kommende Standorte ermittelt und sodann schrittweise übertägig und untertägig erkundet werden. Die Endlagerkommission setzt sich aus 32 Mitgliedern (Wissenschaftler, gesellschaftliche Vertreter der Gewerkschaften, Industrie, Kirche und Bürgerinitiativen, Vertreter des Bundestages und Mitglieder der Landesregierungen) und zwei Ko-Vorsitzenden zusammen.

Die OECD/NEA wie auch die IAEO bestätigt, dass nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik die Endlagerung auch von insbesondere hochradioaktiven, Wärme entwickelnden Abfällen in tiefen geologischen Formationen bereits heute technisch sicher realisiert werden kann.

Untersuchungen zu den einzelnen Wirtsgesteinen (Steinsalz, Tongestein, Kristallingestein) hat die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten durchgeführt. Auf der Homepage der BGR sind diese Berichte im PDF-Format abrufbar.

In Deutschland ist Schacht Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle genehmigt. Die Umrüstung des ehemaligen Bergwerkes zum Endlager wurde Ende des Jahres 2007 begonnen. Das Endlager Schacht Konrad soll voraussichtlich im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden.

Das ehemalige Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle der DDR in Morsleben (ERAM) ging im Rahmen der Wiedervereinigung an den Bund über. Die Einlagerung von radioaktiven Abfällen erfolgte bis zum Jahr 1998 und ist beendet. Seit dem Jahr 2003 werden Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Das Endlager soll stillgelegt und langfristig sicher verschlossen werden.