Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist zuständig für standortunabhängige, anwendungsorientierte Grundlagenforschung zur nuklearen Entsorgung. Dabei steht der Aspekt der Sicherheit bei der Behandlung und Entsorgung radioaktiver Abfälle im Mittelpunkt. Das BMWi fördert seit fast vier Jahrzehnten wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Endlagerung radioaktiver Abfälle in tiefen geologischen Gesteinsformationen sicher erfolgen kann.

Schwerpunkte zukünftiger Forschungstätigkeiten betreffen die Forschungs- und Entwicklungsbereiche (FuE-Bereiche):

  • Auswirkungen verlängerter Zwischenlagerzeiten auf Abfälle und Behälter (FuE-Bereich 1)
  • Wissenschaftliche Grundlagen der Standortauswahl (FuE-Bereich 2)
  • Endlagerkonzepte und Endlagertechnik (FuE-Bereich 3)
  • Sicherheitsnachweis (FuE-Bereich 4)
  • Wissensmanagement und sozio-technische Fragestellungen (FuE-Bereich 5)
  • Kernmaterialüberwachung (FuE-Bereich 6)

Eine nähere Beschreibung der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Entsorgungsforschung findet sich in dem derzeit gültigen Förderkonzept "Forschung zur Entsorgung radioaktiver Abfälle - Förderkonzept des BMWi (2015-2018) (PDF: 1,1 MB)". Bei den Forschungstätigkeiten wird das BMWi u. a. durch den Projektträger Karlsruhe für Wassertechnologie und Entsorgung (PTKA-WTE) am Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) und die nachgeordneten Behörden Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterstützt. Wichtige Zukunftsaufgabe für die Forschung ist es, die wissenschaftlich-technischen Grundlagen zur Realisierung eines Endlagers für insbesondere Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle zu schaffen. Dazu gehört die Entwicklung von erforderlichen Methoden und Techniken für spezifische Maßnahmen zur Vorbereitung der Endlagerung sowie für die Konzeption, die Errichtung, den Betrieb und die Stilllegung eines Endlagers. Diese Forschungsarbeiten sind stets mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Standes von Wissenschaft und Technik verbunden.

Durch die Forschungstätigkeiten wird ein substanzieller Beitrag zu Aufbau, Weiterentwicklung und Erhalt der wissenschaftlich-technischen Kompetenz und zur Nachwuchsförderung im Bereich der nuklearen Entsorgung in Deutschland geleistet.

In den letzten Jahren ist die internationale Forschungs- und Entwicklungs (FuE)-Zusammenarbeit zu den potenziellen Wirtsgesteinen Tonstein und Kristallingestein (Granit) zunehmend vertieft worden. So konnten insbesondere in Untertagelabors in Granit und Tonstein wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, welche zentrale Bestandteile eines Sicherheitsnachweises für Endlager in diesen Gesteinen sind. Im Zuge dieser Forschungen gewinnen umfangreiche Demonstrationsexperimente mehr und mehr an Bedeutung. Dies ist der wesentliche Grund dafür, warum das BMWi neben den Institutionen wie ANDRA, SKB-AB und Posiva Oy Gründungsmitglied der Implementing Geological Disposal-Technologieplattform (IGD-TP) ist. Bei dieser handelt es sich um eine Technologieplattform, die sich darauf festgelegt hat, die tiefe geologische Endlagerung hochradioaktiver Abfälle bis zum Jahr 2025 zumindest an einem Standort in Europa zu realisieren. Die IGD-TP hat inzwischen rund 120 Mitglieder. Wie das BMWi beschäftigen sich alle diese Partner mit der anwendungsorientierten Grundlagenforschung und deren technischer Umsetzung im Bereich nukleare Entsorgung und Endlagerung.

Am 16. Januar 2013 wurde die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Endlagerforschung (DAEF) gegründet. Ziel dieser unabhängigen Arbeitsgemeinschaft ist die Förderung der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Endlagerung radioaktiver Abfälle mit dem Zweck der vertieften Zusammenarbeit der Mitglieder. Die DAEF wird der Bundesregierung fachlich wissenschaftliche Beratung anbieten. Gründungs-Mitglieder der DAEF sind die in Deutschland maßgeblich mit der Endlagerung befassten Institutionen. Vorsitzender der DAEF ist Prof Dr. Horst Geckeis (KIT) und sein Stellvertreter Dr. Jörg Mönig (GRS).