Geothermie-Bohrturm symbolisiert das Thema Tiefe Geothermie; Quelle: BMWi

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert die Nutzung von Erdwärme für Nutzwärme oder zur Stromgewinnung. Bei dieser so genannten tiefen Geothermie wird Erdwärme aus geothermischen Reservoiren in Tiefen ab 400 Metern genutzt, die mittels Bohrungen erschlossen werden. Bei der hydrothermalen Geothermie wird vorwiegend die Energie des im Untergrund enthaltenen warmen bis heißen Wassers genutzt, bei der petrothermalen Geothermie die im Gestein gespeicherte Energie.

Bei der Geothermie handelt es sich um eine Energiequelle, die im Gegensatz zu den nur fluktuierend zur Verfügung stehenden Wind- und Sonnenenergie kontinuierlich genutzt werden kann. Sie kann deshalb in einem regenerativen Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt hat geothermische Energienutzung ein signifikantes Potenzial, mit dem sich der Energiebedarf Deutschlands theoretisch um ein Vielfaches decken ließe. Derzeit ist die Stromerzeugung mittel tiefer Geothermie allerdings noch teurer als vergleichbare regenerative Energiequellen. Daher unterstützt das BMWi Forschungsprojekte mit dem Ziel, die Nutzung der Geothermie verlässlicher zu machen und die Kosten zu senken (siehe Förderbekanntmachung zum 6. Energieforschungsprogramm (PDF: 1.12 MB)).

Ein wichtiger Schwerpunkt der Forschungsförderung des BMWi ist es, die Erkundungsmethoden weiterzuentwickeln, um geeignete Standorte auswählen zu können. Vor dem Hintergrund hoher Kosten für die Bohrung muss das Risiko, auf kein geeignetes Wasserreservoir beziehungsweise ausreichend heißes Gestein zu stoßen, minimiert werden. Ein verringertes Fündigkeitsrisiko würde die Technologie dann auch für Investoren attraktiver machen.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist es, die Akzeptanz für Geothermieprojekte zu erhöhen. Durch eine verbesserte Information der Bevölkerung über die zur Anwendung kommenden Technologien und den Nutzen dieser Energieform können die Voraussetzungen für den Start weiterer Projekte gelegt werden. Vor allem aber müssen die Kosten für Projekte weiter sinken, um die Technologie in Zukunft wirklich wirtschaftlich einsetzen zu können. Dazu trägt die Technologieentwicklung in allen verschiedenen Projektphasen bei: in der Planungs- und Explorationsphase, in der Bohr-/Errichtungs-/Bauphase sowie in der Test- und Betriebsphase.