Stahlwerk steht für Energieeffizienz in der Industrie; Quelle: Fotolia.com/niteenrk

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Energiewirtschaftliche Ausgangslage

Etwa 44 Prozent der in Deutschland verbrauchten Endenergie entfallen auf die Sektoren Industrie, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Rund zwei Drittel dieser Endenergie werden hier in Form von Wärme benötigt. Mechanische Energie, etwa zum Betrieb von Motoren oder Maschinen, sorgt für circa ein Viertel des Verbrauchs; Raumwärme hat nur einen kleinen Anteil. Wichtigster Energieträger der Industrie ist Gas mit einem Anteil von gut 27 Prozent, vor Strom mit 21 Prozent und Mineralöl mit 20 Prozent. Erneuerbare Energien spielen mit etwa 3 Prozent bisher nur eine untergeordnete Rolle.

Um den Primärenergieverbrauch in Deutschland nachhaltig zu senken, müssen auch in Industrie und Gewerbe ungenutzte Potenziale identifiziert, bemessen sowie energieeffiziente Technologien entwickelt werden. Energieeffizienz und die intensivere Nutzung erneuerbarer Energien nehmen für den Industriesektor eine Schlüsselrolle bei der Energiewende ein.

Strategisch wichtige Förderbereiche

Die Entwicklungen zur energetischen Optimierung einzelner Maschinen und Prozesse sind mittlerweile an vielen Stellen nahezu ausgereizt. Deshalb stehen nun auch gesamte Prozessketten in Herstellungsverfahren und das energetische Zusammenspiel vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt im Fokus der Forschungsförderung. Die Fördermaßnahmen konzentrieren sich auf vier Schwerpunkte:

  • Reduktion des Energieeinsatzes im Prozess durch Entwicklung und Einsatz neuer Verfahren und Materialien in energieintensiven Industriebranchen,
  • Optimierung bestehender Prozesse durch Adaption von Prozessparametern, Substitution von Betriebsstoffen, Einsatz neuer oder verbesserter Komponenten und durch Reorganisation,
  • effizienter Umgang mit elektrischer Energie auf der Verbraucherseite, aber auch bei der dezentralen Erzeugung,
  • Querschnittsfragen zum effizienten Einsatz von Strom und Abwärme sowie prozessübergreifendes Energiemanagement.

Im aktuellen Förderkonzept werden die zur Verfügung stehenden Förderinstrumente näher erläutert. Zur weiter bestehenden Förderung in Einzelprojekten, Verbundprojekten und thematischen Verbünden tritt das Instrument des Forschungsfelds hinzu: Ein Forschungsfeld bündelt die Förderaktivitäten über mehrere Jahre und dient einem abgestimmten und effizienten Vorgehen in strategischen Schlüsseltechnologien. Diese sieben Forschungsfelder sind in das BMWi-Forschungsnetzwerk Industrie und Gewerbe eingebunden:

  • Chemische Verfahrenstechnik
  • Hochtemperatur-Supraleitung
  • Tribologie
  • Fertigungstechnik
  • Abwärmenutzung
  • Gas- und Industriemotoren
  • Eisen und Stahl